Rabenjagd mit Holzknüppel

Viel Spaß bei »Traditionsgaudi« / Friedel Gehle Rabenkönig

hmw Ruckersfeld. »Vorsicht Rabe, der Knüppel kommt!« Groß war die Gaudi am vergangenen Samstagnachmittag auf dem idyllischen und abgelegenen, kleinen Sportplatz zwischen Ruckersfeld und Oechelhausen, der beiden Waldgenossenschaften gemeinsam gehört. Wie schon die Jahre zuvor wurde diese »Outdoor-Veranstaltung«, die über eine langjährige Tradition verfügt, wieder ein Renner erster Güteklasse. Allgemein gilt der Rabe als räuberischer Vogel, und es ist ein Brauch, diesen auch im Spiel »als bösen Geist« zu vertreiben.

Nachdem im Siegerland in den vergangenen Wochen oft buchstäblich »Land unter« vorgeherrscht hatte, wurden die »Rabenwerfer« mit Sonnenschein pur verwöhnt. Bereits am Freitagabend hatte man das Rabenfest mit einer Zelt-Disco begonnen. Dieses Fest nahm seinen Anfang Anfang der 50er-Jahre nach der Währungsreform und ist und wurde bis in die 60er-Jahre durch den örtlichen Gesangverein durch geführt. Seit diesem Zeitpunkt etwa liegt die Organisation in den Händen der Freiwilligen Feuerwehr Oechelhausen-Ruckersfeld.

Die Wehr selbst war vertreten durch Karl-Dietrich Rudolph, den Brandmeister von Oechelhausen, und seinen Kollegen Friedrick Wilhelm Hirsch, Brandmeister von Ruckersfeld. Hirsch fungierte zugleich als »Rabenvater«. Gekommen waren auch die Ortsvorsteher von Ruckerfeld und Oechelhausen, Friedhelm Stötzel und Friedhelm Schmidt. Rund 60 Personen waren beim Rabenfest anwesend, und auch die Jugend mischte kräftig mit. Zunächst jedoch standen allerlei humorvolle und derbe »Geschicklichkeitsspiele« auf dem Programm. Da galt es auf einem schweren Traktor mit dessen Greifer eine gewundene Schleife »abzutasten« oder auf einem Mountainbike ohne Sattel mit eingeklemmten Luftballon unter dem Allerwertesten einen Slalom-Parcours zu bewältigen. Weiterhin musste eine Schubkarre mit angelegten Holzskiern gefahren werden, und mächtige Autoreifen waren auf ein Ziel zu rollen.

Erst dann nahm sich die lustige Truppe den Holzraben vor, der auf einer etwa acht Meter hohen Stange montiert war. Dazu wurde ein mächtiger Haufen Holzknüppel aufgeschichtet, und nun durften die gestandenen Männer zeigen, was sie »in den Armen« hatten. Wofür normalerweise Schützen schon lange Zeit benötigen, dauerte hier mit natürlichen Wurfgeschossen noch viel länger. Die meisten Knüppel nämlich sausten meterweit am Raben vorbei. Von insgesamt 632 Würfen gab es nur 107 Treffer überhaupt.

Erst in den späten Abendstunden war es geschafft: »Rabenkönig« wurde Friedel Gehle mit seiner Königin Cornelia und ist damit stolzer Besitzer des Wanderpokals. Jung-Rabenkönig ist der zehnjährige Dustin Schmidt mit seiner Schwester, der Königin Lisa. Er holte mit dem 377. Wurf den Raben von der Stange.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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