Ringen noch lange nicht entschieden

Debatte um mögliche Realschule:

Erhebliche Zweifel an „Rechnung” der Verwaltung – Einzig SPD voll gegen Realschule

Hilchenbach. Die Hängepartie um eine mögliche Realschule geht weiter, der Schulausschuss schickte das Thema gestern Abend auf eine Art Warteschleife. Soll heißen: Auf Antrag von Petra Lux (SPD) stimmten acht Mitglieder dafür, in der Sache einen Arbeitskreis zu installieren; UWG, CDU und die übrigen „Genossinnen” schlossen sich dem an.

Trotzdem, in der vorangegangenen Debatte mehrten sich die Stimmen, nicht so ohne weiteres vom Gedanken an eine Realschule Abschied zu nehmen. Gerade dies hatte die Verwaltung aufgrund der Ergebnisse der Elternbefragung aber vorgeschlagen (die SZ berichtete ausführlich).

Doch der Reihe nach: Die „Verwaltungsrechnung” fand keine volle Zustimmung, Uwe Haberkamm (UWG) sprach von einem „verschwommenen Ergebnis”. Wenn schon bei 65 Prozent der Stimmen die Zweizügigkeit fast erreicht sei, würden die realen Zahlen dem voll entsprechen. Dem widersprach Hans-Günter Zeigan seitens der Verwaltung nachdrücklich: Die Rücklaufquote sei sehr erfreulich: „Die das Thema angeht, haben geantwortet.” Mithin hatte die Verwaltung eine Quote von 25,8 Prozent pro Realschule errechnet. Die Zahl stellte Marianne Feindler-Jungbluth (FDP) in Abrede. Wenn man eine Hochrechnung vornehme, kämen weitere 96 potenzielle Realschüler hinzu, es ergebe sich eine Quote von 37 Prozent. Und überhaupt, mit einer Realschule sei die Schullandschaft viel durchlässiger. Jetzt hätten Rückläufer aus dem Gymnasium lediglich die Möglichkeit, zur Hauptschule zu gehen. Gleiches gelte bei den Anmeldungen: Hauptschule oder Gymnasium?

Das wiederum ließ Petra Lux (SPD) nicht unkommentiert. Den Nicht-Antwortern könne man nicht unterstellen, dass sie für die eine oder andere Schule votierten. Doch zum Grundsätzlichen: „Wer eine Realschule will, der verabschiedet sich von einer Hauptschule oder einem Gymnasium.” Fakt sei aber, dass die Zahlen nicht eindeutig für eine Realschule ausgefallen seien. Noch funktioniere die Schullandschaft in Hilchenbach, mit einer weiteren Schulform sei dies nicht mehr gegeben. Lux: „Die Schüler, über die wir reden, sind schon da. Es reicht nicht für eine Realschule.”

Gisela Kutz (SPD) sprach kurz den finanziellen Aspekt an, Hilchenbach könne sich den Aufbau einer Realschule gar nicht leisten. Und wenn in ein paar Jahren die Kinderzahlen generell sänken, sei in Kreuztal wieder Luft für Anmeldungen.

Wieder einen anderen Aspekt erwähnte Gerda Boveland (UWG): Viele Eltern aus den unteren Klassen täten sich schwer mit der Entscheidung, für welche Schulart sie denn ihr Kind anmelden sollten. Deshalb hätten viele nicht geantwortet.

Schweres Geschütz fuhr Dr. Werner Schäfer (CDU) auf. Die Zahlen seien bewusst herunter gerechnet worden. Er habe eine Zustimmungsquote von 39 Prozent für die Realschule ermittelt. Es sei absolut gerechtfertigt, die Zahlen hochzurechnen. Sein Fazit: „In den nächsten zehn Jahren ist stets eine Zweizügigkeit gegeben.” Gerade derzeit bestehe Bedarf nach einer Realschule, deshalb sei unverständlich, dass die Verwaltung in ihrem Beschlussvorschlag unterstelle, der Bedarf sei derzeit nicht gegeben.

Dass sich Schäfer derart massiv ins Zeug legte, gefiel Petra Lux (SPD) überhaupt nicht. Sie stellte einen Antrag zur Geschäftsordnung, Schäfer dürfe als Vorsitzer nicht zur Sache sprechen, er müsse sich in der Position neutral verhalten. Schäfer war dieser Passus zwar nach eigenem Bekunden neu, er unterbrach erst einmal seinen Wortbeitrag. Später stieg er wieder in die Diskussion ein.

Angesichts derart wohlwollender Stellungnahmen für eine Realschule sah sich die Verwaltung genötigt, ein paar Argumente nachzulegen. Stadtrat Udo Hoffmann warnte vor übereilten Schritten. „Das Schlimmste wäre, wenn eine Realschule für ein paar Jahre zweizügig funktioniert, dann aber nicht mehr. Bis dahin sind eine Hauptschule oder ein Gymnasium kaputt.” Und auch Bürgermeister Günter Schlabach wehrte: Langfristig sei eine Realschule in Hilchenbach nicht gesichert. Die Bezirksregierung habe dazu eine eindeutige Aussage getroffen. mir

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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