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Nach der Kommunalwahl
Ringen um Ortsvorsteher-Posten in Lützel und Grund

Nur einer kommt in den Rat: Martin Born....
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js Lützel/Grund. Sie sind die Exoten im Hilchenbacher Dutzend: Die als „Ortschaften“ bezeichneten Stadtteile Lützel, Grund, Oechelhausen und Ruckersfeld haben anders als die anderen Dörfer einen Ehrenbeamten, der ihre Interessen vertritt. Als Ortsvorsteher sind sie Bindeglied zwischen dem Rat und ihren Dorfmitbewohnern. Gewählt werden die Ortsvorsteher vom Rat, dessen Wahlperiode ihrer Amtszeit entspricht. Kurzum: Die Kür der vier Hilchenbacher Ortsvorsteher steht in diesem Herbst bevor.
Das Kommunalwahlergebnis vom Sonntag hat das zu einer nicht ganz leichten Übung gemacht. Denn: Durch den neuen Zuschnitt der Wahlbezirke haben alle vier betroffenen Ortschaften gemeinsam ihren Direktkandidaten gewählt.

js Lützel/Grund. Sie sind die Exoten im Hilchenbacher Dutzend: Die als „Ortschaften“ bezeichneten Stadtteile Lützel, Grund, Oechelhausen und Ruckersfeld haben anders als die anderen Dörfer einen Ehrenbeamten, der ihre Interessen vertritt. Als Ortsvorsteher sind sie Bindeglied zwischen dem Rat und ihren Dorfmitbewohnern. Gewählt werden die Ortsvorsteher vom Rat, dessen Wahlperiode ihrer Amtszeit entspricht. Kurzum: Die Kür der vier Hilchenbacher Ortsvorsteher steht in diesem Herbst bevor.
Das Kommunalwahlergebnis vom Sonntag hat das zu einer nicht ganz leichten Übung gemacht. Denn: Durch den neuen Zuschnitt der Wahlbezirke haben alle vier betroffenen Ortschaften gemeinsam ihren Direktkandidaten gewählt. Pardon: Sie hätten ihn wählen sollen, in diesem Fall aber konnten gleich zwei Aspiranten genau gleich viele Stimmen auf sich vereinen: Martin Born, parteiloser und bereits ratserfahrener Ortsvorsteher von Grund, und Dirk Becker, SPD-Bewerber aus Lützel, müssen sich morgen im Wahlausschuss dem Losentscheid stellen. Nur einer von ihnen wird ein Stadtverordnetenmandat bekommen.

Vorschlagsrecht für Ortsvorsteher liegt bei der stärksten Fraktion

In den Rat kommen sie indes beide, so oder so, wenn auch vielleicht mit verschiedenen Perspektiven. Immerhin streben beide das Amt des Ortsvorstehers an: Born in Grund, Becker in Lützel. Ortsvorsteher, so viel zum Verständnis, haben einen eigenen Sitzplatz im Hilchenbacher Rat: Hinter der Verwaltungsbank dürfen sie nicht nur dem öffentlichen, sondern auch dem nichtöffentlichen Teil beiwohnen.
Wie aber werden die vier Ortsvorsteher auserkoren? Die Hauptsatzung der Stadt Hilchenbach legt die Verantwortung dafür in die Hand des Rates. Wen genau dieser bestimmen soll, ist nicht festgeschrieben. Unumstrittener Usus ist es jedoch, dass das Vorschlagsrecht für diese Personalie derjenigen Fraktion zugesprochen wird, die vor Ort die meisten Stimmen bei der Ratswahl für sich gewinnen konnte.
Im Falle von Grund dürfte es nicht schwierig werden: Martin Born möchte, unabhängig vom morgigen Losglück oder -pech, weitermachen als Ortsvorsteher des Jung-Stilling-Dorfes. Mehr als 60 Prozent der Wählerstimmen im Ort geben ihm den nötigen Rückenwind. Auch Friedhelm Stötzel, langjähriger Amtskollege in Ruckersfeld (seit 1998), steht weiterhin zur Verfügung. Friedrich-Wilhelm Schmidt hingegen möchte den Posten in Oechelhausen gern in jüngere Hände geben. Wer seine Nachfolge antritt, ist noch nicht geklärt.

Lützel steht ein Wechsel bevor

Und wie sieht es nun in Lützel aus? Dem Hilchenbacher Höhendorf steht ein Wechsel bevor, das dürfte sich aus dem Wahlergebnis herauslesen lassen. Der amtierende Ortsvorsteher Rainer Müller von der UWG hätte zwar gerne noch weitergemacht – auch wenn er bei die Kandidatur auf ein Ratsmandat in die Hände einer jüngeren Unabhängigen gelegt hat; das unverbriefte Vorschlagsrecht hat seine Fraktion allerdings verloren. Jana Becker (UWG) holte nur 21,26 Prozent der Lützeler Wählerstimmen. Die meisten Stimmen holte aber ein anderer Becker: der 45-jährige Dirk von der SPD. Und genau der möchte nun Rainer Müller beerben. Den entsprechenden Vorschlag werde die Fraktion unterbreiten, sagt Fraktionschef Helmut Kaufmann. Und sein Parteifreund freut sich, der Zitterpartie ums Ratsmandat zum Trotz, auf diese Aufgabe: „Mein Ziel war, Ortsvorsteher zu werden.“
Bis es so weit ist, werden noch ein paar Wochen vergehen. Die konstituierende Sitzung des neuen Rates ist für den 18. November terminiert. Vorher werde in Abstimmungsgesprächen mit den Fraktionen eruiert, welche jeweilige Personalie möglichst einstimmig getragen werden könne, erklärt Stadtsprecher Hans-Jürgen Klein. Als Orientierungshilfe diene der demokratische Wählerwille, der aus den Zahlen des vergangen Sonntags herauszulesen ist.

Rainer Müllers Plan geht nicht auf

Nicht ganz aufgegangen ist demnach ein Rundbrief des bisherigen Ortsvorstehers, der kurz vor der Wahl offenbar für Unmut sorgte: Rainer Müller warb darin um Unterstützung für die UWG-Kandidatin, damit die Unabhängigen ihn selbst wiederum als Ortsvorsteher vorschlagen könnten – das hätte er dem Vernehmen nach aus seinem Amt heraus nicht tun dürfen, da dieses zu Neutralität verpflichtet. 160 Wählerstimmen, so hatte er sich ausgerechnet, wären im vergrößerten Wahlbezirk dafür nötig gewesen. Am Ende waren es nur 63. Auch ohne tiefe Mathekenntnis lässt sich erkennen: Die Rechnung ist nicht aufgegangen.

Nur einer kommt in den Rat: Martin Born....
...und Dirk Becker (r.) stellen sich morgen dem Losentscheid. So oder so möchten sie Ortsvorsteher von Grund und Lützel bleiben bzw. werden.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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