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Für Walter Schmitt geht es seit 65 Jahren um die Wurst
Sein Lieblingsplatz ist hinter der Theke

Walter Schmitt ist seit 60 Jahren Metzgermeister und steht bis heute gern hinter der Verkaufstheke. Sohn Jörg leitet den Fachbetrieb in dritter Generation.
  • Walter Schmitt ist seit 60 Jahren Metzgermeister und steht bis heute gern hinter der Verkaufstheke. Sohn Jörg leitet den Fachbetrieb in dritter Generation.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

nja Hilchenbach. „Ich esse schon morgens zum Frühstück Wurst! Ein Vegetarier wird aus mir nicht mehr“, sagt Walter Schmitt mit einem Augenzwinkern. Kein Wunder: Die Verkaufstheke in der Metzgerei, die sein Vater Fritz anno 1935 an der Hilchenbacher Straße gegründet hatte und die seither in Familienhand betrieben wird, bietet reichlich Auswahl. Appetit und Lust auf Hausmacherwurst und Co. sind dem heute 83-Jährigen nie vergangen, der selbst Anfang der 1950er-Jahre seine Metzger-Lehre beim Vater begann. Vor 65 Jahren bestand er die Gesellenprüfung. Und nun erhielt er von der Handwerkskammer Südwestfalen den diamantenen Meisterbrief. Diese Prüfung liegt somit 60 Jahre zurück.

nja Hilchenbach. „Ich esse schon morgens zum Frühstück Wurst! Ein Vegetarier wird aus mir nicht mehr“, sagt Walter Schmitt mit einem Augenzwinkern. Kein Wunder: Die Verkaufstheke in der Metzgerei, die sein Vater Fritz anno 1935 an der Hilchenbacher Straße gegründet hatte und die seither in Familienhand betrieben wird, bietet reichlich Auswahl. Appetit und Lust auf Hausmacherwurst und Co. sind dem heute 83-Jährigen nie vergangen, der selbst Anfang der 1950er-Jahre seine Metzger-Lehre beim Vater begann. Vor 65 Jahren bestand er die Gesellenprüfung. Und nun erhielt er von der Handwerkskammer Südwestfalen den diamantenen Meisterbrief. Diese Prüfung liegt somit 60 Jahre zurück.
Eigentlich hätte aus ihm gar kein Metzger werden sollen, verrät der rüstige Rentner im Unruhestand im SZ-Gespräch: Bruder Hans hätte das Geschäft von Gründervater Fritz übernehmen sollen. Dann heiratete dieser aber in den damaligen Ratshof ein. Walter, den der Onkel schon als Nachfolger in seinem Friseursalon ins Auge gefasst hatte, ergriff sodann das Schlachtermesser statt der Schere.
1964 heiratete Walter Schmitt seine Lore, drei Kinder erblickten in der Folge das Licht der Welt, 1976 übernahm er mit seiner Frau das Geschäft vom Vater. Mit Sohn Jörg und dessen Frau Caroline ist seit 2003 die dritte Generation in der Verantwortung.

Früher wurde häufiger geschlachtet

Einiges hat sich im Metzgerei-Fachbetrieb in den vergangenen sechs Dekaden verändert, einiges – wie bestimmte und erfolgreiche Rezepte – hat den Zeitgeist überlebt. So wurde 1982 z. B. nach erneutem Umbau die Großküche etabliert, wurden Mittagstisch und Partyservice eingeführt. „Mit ca. 80 belegten Brötchen und Frikadellen ging es los“, erinnert sich der Senior. 2006 ging der Schlemmertreff neben der Metzgerei an den Start. Früher wurde deutlich häufiger geschlachtet. „Da hingen hier montags 30 Schweinehälften, Großvieh und auch mal ein Schaf. Mit Erstarken der Supermärkte wurde das aber immer weniger.“ Mittlerweile wird nur noch einmal in der Woche an der Hilchenbacher Straße geschlachtet. Kooperiert wird mit lokalen Landwirten. „Früher gab es aber auch nur eine Sorte Grillwurst oder Grillsteak“ – heutzutage wird die geschmackliche Bandbreite regelmäßig geändert.

Corona übertrifft all bisherigen Krisen

Krisen galt es immer wieder zu bewältigen – z. B. als BSE und Schweinepest kursierten und Probleme bereiteten. Bei BSE z. B. profitierten die Hilchenbacher davon, dass sie Tiere aus der Region „verwursteten“. Diese Krisen seien aber auch nichts verglichen mit der Corona-Pandemie, sagen Vater und Sohn Schmitt mit Blick insbesondere auf Partyservice und Schlemmertreff, die ruhen müssen. Die Metzgerei selbst sei zum Glück gar nicht großartig betroffen. Viele Menschen kauften bewusster ein und suchten zudem in Zeiten der Kontaktbeschränkung lieber den kleinen Fachbetrieb auf als den großen Supermarkt. Was reizt ihn besonders an seinem Beruf? Am meisten Spaß bereitet Walter Schmitt die Arbeit hinter der Theke, der direkte Kontakt und Austausch mit den Kunden. Und deshalb ist er dort auch heute noch anzutreffen. Nicht täglich natürlich, sondern dann, wenn Not am Mann ist. In der Urlaubszeit zum Beispiel. Und darüber hinaus regelmäßig und gerne am Samstag.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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