DRK-Ortsverein Hilchenbach
Seit 125 Jahren fest verwurzelt

2007 bezog der DRK-Ortsverein Hilchenbach nach anderthalbjähriger Renovierungsphase sein neues Domizil – die ehemalige Druckerei am Ruinener Weg. Auch die Sozialstation des DRK-Kreisverbands ist hier untergebracht. Foto: Jan Schäfer
  • 2007 bezog der DRK-Ortsverein Hilchenbach nach anderthalbjähriger Renovierungsphase sein neues Domizil – die ehemalige Druckerei am Ruinener Weg. Auch die Sozialstation des DRK-Kreisverbands ist hier untergebracht. Foto: Jan Schäfer
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sz/js Hilchenbach. Am Anfang stand ein Dutzend Männer aus Hilchenbach, Helberhausen und Allenbach. Am 21. Januar 1894 versammelten sie sich im Gasthof Heinrich Feldmann an der Dammstraße – dem späteren Hotel Deutscher Hof –, um als freiwillige Sanitätskolonne „die durchziehenden kranken und verwundeten Soldaten zu erquicken und zu verpflegen“, passierenden Truppen sollten zudem Erfrischungsmittel geboten werden. In Friedenszeiten standen sie bereit, um „bei Seuchen und bei Unglücksfällen, wie besonders bei Feuersbrünsten, Eisenbahnunfällen usw.“ zu helfen und den Transport ins Krankenhaus zu übernehmen. So war es in der ersten Satzung des Vereins festgelegt, aus dem später der Ortsverein des Deutsche Roten Kreuzes (DRK) entstehen sollte. Die Hilchenbacher Rotkreuzler feiern daher ihr 125-Jähriges – und sind damit die älteste DRK-Gemeinschaft des Siegerlandes.

Militärisch geprägt waren auch die organisatorischen Strukturen: „Der Arzt übernimmt die Ausbildung der Kolonne, zwölf Mann einer Kolonne bilden eine Abteilung, jede Abteilung besteht aus drei Rotten zu je vier Mann.“ Das Rote Kreuz auf weißer Armbinde diente als Erkennungszeichen. Erster Vorsitzender war der Sanitätsrat Dr. Hermann Müller.

Nach und nach kamen weitere Aufgaben hinzu. Ein Jahr nach der Gründung kam der Vaterländische Frauenverein hinzu – Vorgänger des heutigen DRK-Frauenvereins. In Erster Hilfe wurden die Frauen erstmals 1926 ausgebildet, im gleichen Jahr begann die Jugendarbeit der Rotkreuzler.

1928 stellte die freiwillige Sanitätskolonne den ersten motorisierten Krankenwagen in Südwestfalen – einen gebrauchten Adler, der in Eigenregie umgebaut worden war. 5000 Reichsmark hatte der gebrauchte Wagen bei Bald in Siegen gekostet. Zuvor waren die Kranken und Verletzten mit einer Rädertrage („Handmarie“ genannt) oder mit einer Krankenpferdekutsche transportiert worden. Der neue Krankenwagen kam oft zum Einsatz – vom 18. August bis zum 31. Dezember wurden bereits 40 Fahrten mit ihm absolviert.

Während des Zweiten Weltkriegs gelang es den Rotkreuzlern, ihren Sanitätsdienst so gut es ging aufrecht zu erhalten, ab 1946 gab es bereits wieder einen geregelten Dienstbetrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in den Jahren 1950 bis 1956, wurde die Jugendabteilung wieder zum Leben erweckt, danach schlief sie wieder ein. In den 1970er-Jahren erlebte das Rote Kreuz in Hilchenbach eine Flaute, die Mitgliederzahlen sanken rapide – mit der Gründung der bis heute aktiven Jugendrotkreuzgruppe kam die Wende. Die Bereitschaft zur Mitwirkung beim DRK wurde wieder größer.

Der Ortsverein in seiner jetzigen Form wurde im Januar 1985 gegründet. Die DRK-Bereitschaft wurde damals mit dem zweiten regionalen Katastrophenschutz-Sanitätszug, dem kurz zuvor neu gegründeten Frauenarbeitskreis und dem Seniorenkreis unter einem Dach vereinigt.

Als Versammlungs- und Schulungsstätte dienten zunächst die Räumlichkeiten des DRK-Kreisverbands an der Dammstraße. Die Fahrzeuge wiederum wurden in Garagen am Langen Feld hinter der Schützenhalle untergestellt. Der Ortsverein organisierte neben Sanitätswachen Blutspendetermine, Altkleidersammlungen, Basare, Seniorenfeiern und Jugendfreizeiten.

Das 100-Jährige des DRK Hilchenbach wurde 1994 mit einer Großübung am „Ningeln-Bau“ – dem ehemaligen Fabrikgelände, auf dem sich jetzt das neue Einkaufszentrum befindet –, einem Festakt in der Schützenhalle und einem Frühschoppenkonzert auf dem Markt begangen.

Seither hat sich der Ortsverein stetig weiter entwickelt, selbst der Traum vom Eigenheim wurde wahr. Der Verein kaufte das Gebäude der ehemaligen Druckerei Weyandt am Ruinener Weg, das er nach etwa anderthalbjähriger Renovierungsphase 2007 bezog. Auch die Sozialstation des DRK-Kreisverbands zog mit ein.

Im aktuellen Jubiläumsjahr gehören dem Hilchenbacher DRK rund 50 aktive und 550 Fördermitglieder an – darunter auch einige der Allenbacher Rotkreuzler, deren eigener Ortsverein vor einigen Jahren aufgelöst wurde. Gefeiert wird übrigens auch, wenn auch in etwas kleinerem Rahmen als das 100-Jährige: am Freitag, 17. Mai, um 18 Uhr mit einem Festakt im ev. Gemeindehaus an der Sang.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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