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Abstimmung per Brief
Skiverein Lützel: Lift kaufen oder nicht?

Helmut Treude, „Pistenchef“ des Skivereins Lützel, möchte die Lift-Anker so bald wie möglich wieder „auswerfen“: Ob dies endlich in Eigenregie geschehen kann, wird sich zeigen. Die Vereinsmitglieder sollen per Brief über den seit Jahren diskutierten Kauf der Anlage entscheiden.
  • Helmut Treude, „Pistenchef“ des Skivereins Lützel, möchte die Lift-Anker so bald wie möglich wieder „auswerfen“: Ob dies endlich in Eigenregie geschehen kann, wird sich zeigen. Die Vereinsmitglieder sollen per Brief über den seit Jahren diskutierten Kauf der Anlage entscheiden.
  • Foto: Archiv/Jan Schäfer
  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

js Lützel. Na bravo, selbst beim Blick in die Zukunft des Skigebiets auf der Lützel spielt Corona eine Rolle – möglicherweise aber nur eine kleine bei den Formalitäten: Wegen des Virus kann der Skiverein Lützel jetzt nicht zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einladen. Da eine richtungsweisende Entscheidung zu treffen ist, müssen die gut 350 Mitglieder ihr Votum in den nächsten Tagen also per Brief abgeben. Die Frage, die nun einer mehrheitlich getragenen Antwort bedarf: Soll der Skiverein die Liftanlage kaufen?
Seit Jahren schon spielt der Vorstand mit dem Gedanken, eben diesen Schritt zu gehen. Die Liftgemeinschaft, in deren Eigentum sich noch immer die beiden Schlepplifte, sechs Flutlichter und die Liftschänke befinden, besteht beinahe nur noch auf dem Papier.

js Lützel. Na bravo, selbst beim Blick in die Zukunft des Skigebiets auf der Lützel spielt Corona eine Rolle – möglicherweise aber nur eine kleine bei den Formalitäten: Wegen des Virus kann der Skiverein Lützel jetzt nicht zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einladen. Da eine richtungsweisende Entscheidung zu treffen ist, müssen die gut 350 Mitglieder ihr Votum in den nächsten Tagen also per Brief abgeben. Die Frage, die nun einer mehrheitlich getragenen Antwort bedarf: Soll der Skiverein die Liftanlage kaufen?
Seit Jahren schon spielt der Vorstand mit dem Gedanken, eben diesen Schritt zu gehen. Die Liftgemeinschaft, in deren Eigentum sich noch immer die beiden Schlepplifte, sechs Flutlichter und die Liftschänke befinden, besteht beinahe nur noch auf dem Papier. Den Betrieb der Lifte und das Spuren der Loipen hatte vor einem guten Jahrzehnt bereits der Skiverein übernommen. Mit einer gewaltigen Portion ehrenamtlichen Einsatzes sorgen die Wintersportenthusiasten aus dem Hilchenbacher „Bergdorf“ dafür, dass bei entsprechender Schneelage weiter die orangefarbenen Anker ausgeworfen werden können.

Probebetrieb: Lift in Lützel lief nur kurz

Einen Grundsatzbeschluss für den Skibetrieb in Eigenregie fassten die Vereinsmitglieder bereits vor knapp zwei Jahren. Damals aber sprachen sie sich für einen vorgeschalteten Testlauf aus: Drei Monate lange sollte der Verein den Betrieb von Lift und Gastronomie eigenverantwortlich als Pächter übernehmen – um vor einer endgültigen Kauf-Entscheidung zu sehen, ob nach dem Kassensturz „rote“ oder „schwarze“ Zahlen stehen würden.
Der Ausschank lohnte sich nicht für den Verein, und auch der Lift lief nur kurz. „Frau Holle“ hatte Vize-Vorsitzenden und Betriebsleiter Helmut Treude und seine Mitstreiter im Stich gelassen und nur an wenigen Tagen die nötige Schneedecke rund um den Pfaffenhain ausgebreitet.

Hoffnung für die Liftschänke

Der Verein vertagte die Weichenstellung daher um eine weitere Testsaison. Die aber war noch schlechter als die vorherige, an Skifahren war in der lauen Winterzeit nicht zu denken. Die erhoffte Entscheidungshilfe blieb aus. Dennoch möchte der Vorstand nun endlich Nägel mit Köpfen machen. Für 5000 Euro, so der Vorschlag an die Mitglieder, könnte der Verein die Anlagen übernehmen.
Die Liftschänke bleibt in diesem Fall außen vor – für sie nämlich gibt es ganz eigene, aber durchaus kompatible Aussichten. Ein Beratungsunternehmen mit Sitz in Köln und Chef aus Hilchenbach möchte das Gebäude kaufen und zu einem Schulungs- und Trainingszentrum ausbauen, zur Eigen- und Fremdnutzung, mit Besprechungsräumen und Übernachtungsmöglichkeiten – nicht aber als Hotelbetrieb. Der Pistenbully des Skivereins soll weiter untergestellt werden können, auch der gastronomische Betrieb soll laut Konzept aufrecht erhalten werden. Das Unternehmen, das sich als Käufer gegen einen Lützeler Interessenten durchgesetzt hat, zielt darauf ab, die Liftschänke auch unabhängig vom Schneefall mit Leben zu füllen. Dazu denkt es – in Zusammenarbeit mit örtlichen Akteuren wie dem Skiverein – an eine ganzjährige Nutzung des Skihangs. Die Rede ist beispielsweise von einer Sommerrutsche oder einem Bikepark; andere Skigebiete in der Region haben es bereits vorgemacht.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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