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Zukunftstarifvertrag verlängert
SMS group: Stellenabbau nur bei weiter schlechter Auftragslage

Nach dem düsteren Corona-Jahr 2020 gibt es beim Anlagenbauer SMS group wieder Hoffnungsschimmer.
  • Nach dem düsteren Corona-Jahr 2020 gibt es beim Anlagenbauer SMS group wieder Hoffnungsschimmer.
  • Foto: Jan Schäfer (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz Dahlbruch. Dass es schmerzhaft wird, wusste man spätestens seit der Bekanntgabe der katastrophalen Zahlen aus dem Jahr 2020, die die SMS group zu verkraften hatte. Das Unternehmen verhandelte deshalb mit Betriebsrat und IG Metall über weitere Sparmaßnahmen. 100 Millionen Euro Personalkosten sollen weltweit eingespart werden. Nun ist die Verlängerung des Zukunftstarifvertrags unterschrieben - aber immer noch ist kaum absehbar, was diese angestrebte Einsparsumme umgerechnet auf die Stellenzahl bedeutet. Denn die Stellenreduzierung soll abhängig gemacht werden vom Auftragseingang. 
Große Spanne beim ArbeitsplatzabbauDefiniert worden sind allerdings Mindestbeschäftigtenzahlen.

sz Dahlbruch. Dass es schmerzhaft wird, wusste man spätestens seit der Bekanntgabe der katastrophalen Zahlen aus dem Jahr 2020, die die SMS group zu verkraften hatte. Das Unternehmen verhandelte deshalb mit Betriebsrat und IG Metall über weitere Sparmaßnahmen. 100 Millionen Euro Personalkosten sollen weltweit eingespart werden. Nun ist die Verlängerung des Zukunftstarifvertrags unterschrieben - aber immer noch ist kaum absehbar, was diese angestrebte Einsparsumme umgerechnet auf die Stellenzahl bedeutet. Denn die Stellenreduzierung soll abhängig gemacht werden vom Auftragseingang. 

Große Spanne beim Arbeitsplatzabbau

Definiert worden sind allerdings Mindestbeschäftigtenzahlen. Für die Produktion in Dahlbruch ("Werkstatt")  schreibt der Vertrag nun eine Mindestbeschäftigtenzahl von 254 bis 374 Vollzeitstellen fest. Das aber gilt erst für die Jahre 2024 und 2025. Unternehmenssprecher Kilian Rötzer: "Bis Ende 2023 passiert gar nichts." Und auch für die Zeit danach hoffe man, ohne Abschmelzung auszukommen. Nur wenn sich der Auftragseingang nicht genügend erhole, könnten die beiden Eckwerte greifen.  Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2023 ausgeschlossen. Man setzt auf freiwilliges Ausscheiden gegen Abfindung. 

Weiterer Stellenabbau bei SMS

Die Mindestbeschäftigtenzahl  für die deutschen SMS-Standorte wurde  im Vertrag  mit 3192 bis 3773 Vollzeitäquivalenten beziffert. Auch diese Werte greifen erst nach 2023 - bei guter Auftragslage womöglich auch gar nicht. 

Für die Unternehmensleitung ist der Abschluss des neuerlichen Zukunftstarifvertrags ein Erfolg: "Das zeigt die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Beschäftigten und Geschäftsführung. Der angepasste Tarifvertrag gibt uns die nötige Flexibilität und die beständige Sicherheit eines Familienunternehmens, um SMS zukunftsfähig auszurichten und Arbeitsplätze zu sichern."

"Bekenntnis zum Standort Hilchenbach"

Die Einigung sei ein klares Bekenntnis für Hilchenbach. Den Standort werde man als "Innovationscenter für Flachprodukte" stärken.  "Die Werkstatt wird für Engineering, Fertigung, Tests, Entwicklung von Prototypen, digitale und technische Services rund um Flachprodukte weiterentwickelt. Auch das Schulungszentrum für Flachprodukttechnologien wird weiter gestärkt."

Zugeständnisse auf Arbeitnehmerseite sind vor allem die weiter andauernde Verlängerung der Arbeitszeit um zwei Wochenstunden und die weitere Aussetzung der 2018 vereinbarten  Entgelterhöhung im 2 Prozent. Unternehmenssprecher Kilian Rötzer: "Durch einen solidarischen Beitrag aller Beschäftigten können wir unsere Personalkosten senken, unsere  Wettbewerbsfähigkeit verbessern und Beschäftigung in Deutschland erhalten. Durch dieses gemeinsame Handeln vermeiden wir betriebsbedingte Kündigungen und bei weiterhin guter Konjunktur und Auftragslage bieten sich auch wieder Perspektiven für mehr Beschäftigung."

Auftragslage verbessert sich

Immerhin zeichnet sich offenbar ein Silberstreif am Horizont ab: Die Auftragslage und damit auch die Auslastung verbessere sich derzeit gegenüber dem Corona-Jahr 2020, sodass man  die Kurzarbeit weiter zurückfahren könne.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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