Sonaten aus drei Jahrhunderten

Regina Zimmermann-Emde (Klavier) und Derek Harvey (Violine) konzertierten in Keppel

sib Allenbach. Zu einem ganz besonderen Konzert mit sehr großer musikalischer Bandbreite konnte Hartmut Kriems vom Gebrüder-Busch-Kreis die überschaubare Besucherschar im Konventssaal von Stift Keppel begrüßen. Regina Zimmermann-Emde (Klavier) und Derek Harvey (Violine) gaben im Rahmen der Reihe »Kleine Kammermusik am Sonntag« ein Sonatenkonzert mit Werken von Bach, Beethoven, Prokofjew und Grieg.

Derek Harvey stammt aus England und absolvierte sein Studium in Huddersfield und an der »Guildhall School of Music and Drama« in London. Seit 1977 ist er Mitglied der Philharmonie Südwestfalen) und Dozent an der Musikschule Hilchenbach/Kreuztal. Seine Klavierpartnerin stammt aus Haiger. Sie studierte an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford. Seit 1987 arbeitet sie als Kirchenmusikerin in Herborn und hat einen Lehrauftrag am dortigen Theologischen Seminar.

Mit Johann Sebastian Bachs Sonate e-Moll (BWV 1023) eröffnete das Duo den Abend. Es erklang zunächst das kurz und prägnant gehaltene Allegro des Barockmeisters und anschließend das Adagio ma non tanto mit stärkerem Klaviereinsatz in einem insgesamt komplexen Klangbild. Auf vitale Weise ließ die anschließende Allemande mit der angegliederten Guigue das kalte Schneegestöber vor dem Fenster vergessen.

Der Sehnsucht nach der Jahreszeit des Aufbruchs kam auch Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 5 in F-Dur (op. 24), auch bekannt als »Frühlingssonate«, sehr entgegen. Leichtfüßig kam hier zunächst das Allegro daher, abgelöst vom Adagio molto espressivo mit seinem weichen Klangbild voller Harmonie. Ein federndes Scherzo, das ganz eigenen Gesetzen zu gehorchen schien, und das klar konturierte Rondo rundeten dieses Glanzlicht der Klassik.

Von ganz anderem Naturell war der Beitrag, mit dem die beiden hervorragend aufeinander eingespielten Instrumentalisten den zweiten Programmteil eröffneten. Fünf Melodien für Violine und Klavier (op. 35a) des russischen Komponisten Sergej Prokofjew aus dem 20. Jahrhundert wirkten alles andere als beruhigend oder gefällig.

Nach einer knapp gehaltenen Einführung (Andante) zeigte sich schon das Lento ma non troppo von einer gewissen harmonischen Widerborstigkeit. Ein wahrer Gipfel ungezügelter Klangpracht wurde mit dem Animato man non allegro erreicht, derweil die Spannung durch ein glatteres Allegretto leggero e scherzando wieder herausgenommen wurde. Durch ein packendes Andante non troppo wurde verhindert, dass sich der Zuhörer wieder entspannt zurücklehnen konnte.

Einen emotionsreichen Exkurs in die Romantik gab es am Ende des Sonatenabends mit Edvard Griegs Sonate c-Moll (op.45). Hier setzte der Komponist zunächst im Allegro molto ed appassionato auf einen Satz mit weiten, klaren Melodienbögen. Das hingehauchte Klaviersolo, das das Allegretto espressivo alla Romanza eröffnete, ließ noch nicht erahnen, welche Kraft dem Satz in der Folge innewohnte. Den letzten Satz des Abends, das Allegro animato, führte das Duo Zimmermann-Emde/Harvey wiederum zu einem Hochgenuss.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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