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Edelgard Blümel gegen Kyrillos Kaioglidis
Spannender Bürgermeister-Zweikampf in Hilchenbach

Kyrillos Kaioglidis und Edelgard Blümel treten in 14 Tagen noch einmal gegeneinander an.
  • Kyrillos Kaioglidis und Edelgard Blümel treten in 14 Tagen noch einmal gegeneinander an.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

js Hilchenbach. Hilchenbach macht es kompliziert. Nicht nur die Wahl des Bürgermeisters war mit einem Sonntag nicht auszumachen und macht eine Stichwahl am 27. September nötig – auch die Besetzung des einwohnerzahlbedingt um acht Sitze verkleinerten Rates erfordert ein Nachspiel.
Kyrillos Kaioglidis (49), parteiloser Bürgermeisterkandidat der SPD, freut sich über den Ausgang des ersten Wahlgangs. Von den fünf Bewerbern vereinte er 44,16 Prozent der Stimmen auf sich. Edelgard Blümel (60), parteilose Kandidatin von CDU, UWG und FDP, lag mit 35,23 Prozent auf Platz 2. Am letzten Septembersonntag wird sich zeigen, wer von beiden die Geschicke des Hilchenbacher Rathauses in den kommenden fünf Jahren leiten wird.

js Hilchenbach. Hilchenbach macht es kompliziert. Nicht nur die Wahl des Bürgermeisters war mit einem Sonntag nicht auszumachen und macht eine Stichwahl am 27. September nötig – auch die Besetzung des einwohnerzahlbedingt um acht Sitze verkleinerten Rates erfordert ein Nachspiel.
Kyrillos Kaioglidis (49), parteiloser Bürgermeisterkandidat der SPD, freut sich über den Ausgang des ersten Wahlgangs. Von den fünf Bewerbern vereinte er 44,16 Prozent der Stimmen auf sich. Edelgard Blümel (60), parteilose Kandidatin von CDU, UWG und FDP, lag mit 35,23 Prozent auf Platz 2. Am letzten Septembersonntag wird sich zeigen, wer von beiden die Geschicke des Hilchenbacher Rathauses in den kommenden fünf Jahren leiten wird.

Kyrillos Kaioglidis möchte gesittet Wahlkampf machen

„Jetzt werden noch einmal die Ärmel hochgekrempelt“, sagt Kaioglidis, der sich „riesig über das erste Ergebnis mit etwa 9 Prozentpunkten Vorsprung gefreut“ habe. In „gesitteter und ruhiger Art“ möchte er den Wahlkampf nun noch ein wenig verlängern und auch fraktionsübergreifende Gespräche führen. „Wir haben uns sehr über das Ergebnis gefreut“, sagt SPD-Ortsvereinsvorsitzender Martin Debus. „Angenehm überrascht“ seien die Sozialdemokraten davon gewesen, dass bereits ein klarer Abstand zur von drei Fraktionen unterstützten Konkurrentin ablesbar sei.
Auch bei der Konkurrenz herrscht gelöste Stimmung: „Ich bin sehr zufrieden, als Auswärtige bei fünf Kandidaten über 35 Prozent der Stimmen bekommen zu haben“, erklärt Edelgard Blümel. Sie sehe für sich eine gute Chance für die Stichwahl. Die Zeit bis dahin werde sie mit ihren Unterstützern nutzen, engagiert und „mit Anstand und Moral“ weiter für sich zu werben. „Ich möchte den Vertrauensvorsprung der Wähler nutzen und ausbauen.“

André Jung: "Die Stichwahl hat ganz eigene Gesetze"

Die Koalition der Unterstützer möchte nun noch einmal die Werbetrommel für den „frischen Wind“ rühren, den sich von einer potenziellen Bürgermeisterin Blümel versprechen, berichtet André Jung (CDU) stellvertretend im SZ-Gespräch. Es lohne sich, den bereits „engagiert geführten“ Wahlkampf jetzt noch bis zur Stichwahl fortzuführen Denn: „Die Stichwahl hat ganz eigene Gesetze.“ Beispielhaft erinnerte Jung an die Landratswahl vor fünf Jahren, bei der Paul Breuer gegen Andreas Müller verloren hatte – in einer Stichwahl, obwohl im ersten Wahlgang der damalige Amtsinhaber die Nase vorn gehabt hatte.
Von den beiden weiteren Parteien, die in Hilchenbach eigene Kandidaten ins Rennen geschickt hatten, gibt es bereits eine erste Empfehlung: Die Linkspartei spricht sich für Kaioglidis aus. Die Grünen warten ab, ob der SPD-Kandidat auf sie zukomme, heißt es. Dann werde beraten.
Ebenfalls unklar ist bislang auch die konkrete Besetzung des Rates – erst nach dem Wahlausschuss am Donnerstag wird die Liste der neuen Stadtverordneten komplett sein. Schuld daran ist ein Patt: Im neu geschaffenen Wahlbezirk Grund/Lützel/Oechelhausen/Ruckersfeld, dem einzigen mit sieben statt sechs Kandidaten, haben Dirk Becker (SPD) aus Lützel und Einzelbewerber Martin Born aus Grund tatsächlich jeweils auf den Punkt satte 183 Stimmen ergattert. Wer von den beiden das Direktmandat erhält, muss das Los entscheiden.

Martin Born und Dirk Becker blicken auf Losentscheid

Vom Ausgang dieser Auslosung hängt nicht nur der politische Werdegang von Born und Becker selbst ab – auch weitere Kandidaten dürften betroffen sein. Die Stadtverwaltung hatte am Montag noch einige Rechenschieber zu bewegen, um sich auszumalen, wie der Rat nach dem Losentscheid aussehen könnte. Klar ist: Martin Born wird nur dann seinen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung erhalten, wenn ihm das Losglück hold ist. In diesem Fall könnte sich seine Parteikollegin Barbara Roth freuen, die selbst kein Direktmandat gewinnen konnte und auf dem ersten freien Platz der Reserveliste lauert. Becker hätte dann das Nachsehen.
Sollte der Lützeler aber „gezogen“ werden, hätten Born und Roth Pech gehabt. In diesem Szenario könnte es auch noch eine Verschiebung im Rat geben, um der Verteilung der Gesamtwählerstimmen gerecht zu werden. Diese wird mit komplizierten Rechenformeln ermittelt. Am Ende könnte sogar eine unbeteiligte Fraktion noch ein zusätzliches Mandat zugesprochen bekommen. Die Grünen etwa könnten noch einen vierten Sitz bekommen. Zuletzt hatte es in Hilchenbach bei der Kommunalwahl 2004 einen solchen Losentscheid gegeben.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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