SPD ohne Kandidat

matz Hilchenbach. Die SPD Hilchenbach wird keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten zur Kommunalwahl am 30. August aufbieten. Was viele Hilchenbacher bereits vermuteten, ist seit gestern Gewissheit.

„Wir haben vor zwei Jahren begonnen, über einen eigenen Kandidaten nachzudenken“, berichtete Stadtverbandsvorsitzender Karsten Barghorn. Die Diskussionen seien „sehr kontrovers“ verlaufen. Der Tenor sei schließlich gewesen: Die Hilchenbacher SPD solle sich auf ihre sozialdemokratischen Kompetenzen konzentrieren. Barghorn: „Einen Kandidaten aufzustellen, ohne programmatische Reflexion, nur um einen Kandidaten zu haben, soll es bei uns nicht geben.“

Dass der eigene, „hochkompetente Kandidat bei der letzten Kommunalwahl bedauerlicherweise keine Mehrheit fand“, habe nicht den Ausschlag gegen einen weiteren Kandidaten gegeben, versicherte die Stadtverbandsspitze. Auch wenn die SPD Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab „weder geholt noch gewollt“ habe, so habe sie ihn doch in den vergangenen fünf Jahren „auf der Basis unseres Handlungsprogramms kritisch begleitet“. Und werde dies weiter tun. Auch wenn der Bürgermeister Hans-Georg Ballbach heißen sollte.

Ein Argument gegen die Abwahl Hasenstabs fand die SPD in der angespannten Finanzsituation der Stadt: Im Falle einer Ablösung entstünden der Stadt jährliche Pensionsansprüche von rund 50 000 Euro. Die Genossen hielten dies vor dem Hintergrund für „nicht verantwortbar“.

Abgelehnt worden von der Basis sei außerdem eine Zusammenarbeit mit anderen politischen Gruppierungen, äußerte sich Fraktionsvorsitzender Helmut Kaufmann. „Wir wollen lieber ein eigenes Programm haben, als mehrere Programme zu mischen.“Mit ihrem Programm glaubt die SPD, einen Volltreffer gelandet zu haben. „Wir haben versucht, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben“, so Karsten Barghorn. Beinhalte es doch zahlreiche Ergebnisse der SPD-Veranstaltungen „Politik vor Ort“ in den einzelnen Stadtteilen.So will die SPD „auch in Zukunft gute Bedingungen zum Leben, Arbeiten und Einkaufen in Hilchenbach“. Weshalb sie sich einsetze u. a. für günstiges Bauland, besonders für junge Familien, für Arbeitsplätze in Hilchenbach (Betriebe am Standort halten, z. B. durch die Schaffung eines Gewerbegebietes Lützeler Heide) sowie für die Stärkung und Aufwertung des Gerber Parks als Einkaufszentrum und gegen die Ansiedelung eines Discounters am Ruinener Weg. „Wir wollen eine kinder- und jugendgerechte Stadt“, erklärte Barghorn weiter. Ausreichende Kita-Plätze, umfassende Unterstützung der offenen Angebote der Jugendpflege, zentrumsnahe Verlagerung des Jugendzentrums „Underground“ , (finanzielle) Unterstützung der Jugendarbeit der Vereine, Verbände und Kirchen.Das Augenmerk gelte auch den Schulen, versicherte Barghorn. Wenn auch nicht alle drei Grundschulen eigenständig auf Dauer zu sichern sein sollten, so sollten zumindest alle drei Standorte ebenso gesichert werden wie die Adolf-Reichwein-Hauptschule in Dahlbruch.„Gute und sichere Straßen in der Stadt sowie leistungsfähige Anbindungen an das überregionale Verkehrsnetz“ fordert die SPD überdies. Daher setze sie sich ein für eine zweispurige südliche Umgehungsstraße mit zusätzlichen wechselseitigen Überholspuren, sei aber vehement gegen eine autobahnähnliche vierspurige Schnellstraße. Der Erhalt des Kredenbacher Krankenhauses, der eigenständigen Stadtsparkasse sowie „gesunde Finanzen für unsere Stadt“ runden das Programm ab. Barghorn war sich sicher: „Man kann jeden einzelnen Punkt hinterfragen – wir haben eine Antwort drauf.“ Bleibt nun abzuwarten, welche Antwort die Wähler am 30. August geben.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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