NRW-Tennishallen bleiben weiter zu
Spiel, Satz und Sieg "Hessen"

Martina Wolzenburg bangt um ihre Existenz und versteht nicht, warum auf ihren 2500 Quadratmetern nicht wenigstens bis zu sechs Tennisspieler kontaktfrei den Schläger schwingen dürfen, während dies in Haiger möglich ist.
  • Martina Wolzenburg bangt um ihre Existenz und versteht nicht, warum auf ihren 2500 Quadratmetern nicht wenigstens bis zu sechs Tennisspieler kontaktfrei den Schläger schwingen dürfen, während dies in Haiger möglich ist.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

nja Dahlbruch. „Vorteil: Hessen“: So sieht es Martina Wolzenburg, die seit 20 Jahren den Tennis- und Squashpark Rothaargebirge in Dahlbruch betreibt. Während z. B. in Haiger jenseits der Landesgrenze zu Hessen seit Monaten die gelben Filzbälle übers Netz sausen, Tennisspieler dort auf ihre Kosten kommen, blieb ihre Pforte zu den drei Courts und zu den Squashplätzen seit November verschlossen. Der zweite Lockdown traf und trifft die Tennishallenbetreiber in NRW ins Mark – mitten in der Hochsaison: In der dunklen und kalten Jahreszeit tummeln sich die Freunde des weißen Sports in den Hallen, weil die Open-air-Ascheplätze dann im Winterschlaf ruhen.

„Wir sind ein reiner Saisonbetrieb. Wir erwirtschaften unseren Umsatz von Mitte September bis Ende April und sind sehr stark betroffen von der Pandemie. Bisher konnten wir nur sieben von 32 Wochen öffnen – und hatten auch da noch mit den Folgen des ersten Lockdowns zu kämpfen, weil viele im Frühjahr ausgefallene Stunden bis dahin abgespielt wurden“, so die Dahlbrucherin. Nachvollziehen kann sie den Lockdown für die Tennisplätze angesichts der Größe ihrer Halle – 40 mal 60 Meter – nicht: „Warum dürfen auf 2500 Quadratmetern, bei einer Firsthöhe von 9 Metern, keine sechs Personen kontaktfrei Tennis spielen – und rund 50 Kilometer weiter in Haiger geht das?“ Squash, so räumt sie ein, sei aufgrund der deutlich kleineren Courts eine ganz andere Sache. Da ist Abstandhalten schlecht möglich.

November- und Dezemberhilfen kamen spät an

Die Wochenenden waren für Tennis-Turniere ausgebucht, und auch viele frei buchbaren Stunden tagtäglich schlugen nicht mehr zu Buche. 3500 Euro koste sie die Halle im Monat – von der Erbpacht über Versicherungen und Nebenkosten bis zum Strom. Neben der Soforthilfe im Frühjahr 2020, von der sie bis heute nicht weiß, ob sie Teile zurückzahlen muss, sowie den November- und Dezemberhilfen, „die sehr spät ankamen“, halten sie viele Abos, die für die Wintersaison im Voraus gezahlt werden, über Wasser. Martina Wolzenburg ist jenen dankbar, die ihr die Treue gehalten haben – und sucht nun nach Wegen, wie die vielen Stunden, die gezahlt aber nicht „abgespielt“ werden konnten, verrechnet werden können: „Mir hilft es enorm, wenn ich die Last nicht auf einmal zu tragen habe, sondern zeitlich strecken kann. Am besten über mehrere Saisons!“ Drei Vorschläge hat sie ihren Stammkunden unterbreitet, keine Stunde muss verfallen.

Dauert Jahre, um Schaden zu begleichen

Auch hofft die Dahlbrucherin, dass die Tennisschläger vor Ende April wieder geschwungen werden können. „Ich öffne auch für einen Tag! Jede Stunde zählt“, sagt sie – und bangt um ihre Existenz. Es werde Jahre dauern, um den Schaden zu begleichen. An einen erneuten Lockdown in der nächsten Saison darf sie gar nicht denken. Nun richtet sich ihr Blick auf den „NRW-Fahrplan“ aus der Krise – und somit auf den 22. März. Liegt NRW-weit dann die Inzidenz schon 14 Tage lang unter 100, wird kontaktfreier Sport in Hallen erlaubt – wenn ein tagesaktueller Schnell- oder Selbsttest vorliegt.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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