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Mögliche Erweiterung des Hallenbads Dahlbruch
Sportsfreund fordert Fairness

Das Dahlbrucher Hallenbad könnte auf der Wiese rechts vom Gebäude erweitert werden - so der Plan des Betreibers.
  • Das Dahlbrucher Hallenbad könnte auf der Wiese rechts vom Gebäude erweitert werden - so der Plan des Betreibers.
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js Hilchenbach/Dahlbruch. Sportlicher Wettkampf ist das Eine, Wettbewerbsverzerrung das Andere, findet Ralf Züchner. Der Betreiber des Fitnessstudios „Aczente“ in der Hilchenbacher Unterzeche hat nach eigener Aussage zwar keine Angst vor Konkurrenz – die Voraussetzungen müssten aber für alle Wettbewerber fair sein. Entsprechend verwundert habe er daher im Juni davon erfahren, dass der städtische Haupt- und Finanzausschuss über eine mögliche Erweiterung des Dahlbrucher Hallenbads um ein Fitnessstudio informiert worden war. Wie berichtet, freuten sich sowohl Verwaltung als auch Politik über die Gestaltungswünsche im direkten Umfeld des künftigen „Kulturellen Marktplatzes“ und gaben grünes Licht für weitere Planungen.

js Hilchenbach/Dahlbruch. Sportlicher Wettkampf ist das Eine, Wettbewerbsverzerrung das Andere, findet Ralf Züchner. Der Betreiber des Fitnessstudios „Aczente“ in der Hilchenbacher Unterzeche hat nach eigener Aussage zwar keine Angst vor Konkurrenz – die Voraussetzungen müssten aber für alle Wettbewerber fair sein. Entsprechend verwundert habe er daher im Juni davon erfahren, dass der städtische Haupt- und Finanzausschuss über eine mögliche Erweiterung des Dahlbrucher Hallenbads um ein Fitnessstudio informiert worden war. Wie berichtet, freuten sich sowohl Verwaltung als auch Politik über die Gestaltungswünsche im direkten Umfeld des künftigen „Kulturellen Marktplatzes“ und gaben grünes Licht für weitere Planungen.

Fitnessstudiobetreiber verärgert

„Ich bin verärgert“, führte Züchner am Donnerstag im SZ-Gespräch aus. Mitte August hatte er seine Bedenken in einem Brief an den Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden in der Poststelle des Rathauses abgegeben. In dem der Redaktion vorliegenden Schreiben erinnert er daran, dass er selbst bei der Verwaltung nachgefragt habe, ob im Stadtgebiet die Einrichtung eines weiteren Fitnesscenters zu erwarten sei – dies sei verneint worden. „Das war nicht zuletzt ein Grund für mich, in die Erweiterung meines eigenen Unternehmens zu investieren.“ Knapp 200 000 Euro habe er daraufhin in die Hand genommen, konkretisierte Züchner gegenüber der SZ. „Dafür hätte ich anderswo einen neuen Laden aufmachen können.“

Von der Stadt hätte er erwartet, im Vorfeld der Juni-Verwaltungsvorlage „konsultiert und informiert zu werden, um ggf. meine Sicht auf die Entwicklung in den Beratungsprozess einzubringen“. Es gehe ihm dabei weder um die Verhinderung von Bauvorhaben, noch um die Unterbindung von Konkurrenz – er sei „überzeugter Marktwirtschaftler“. Im Sinne einer regionalen Wirtschaftsförderung hätte er als fest in der Stadt verankerter Anbieter jedoch erwartet, dass er nach seinen Optionen zur Angebotserweiterung in anderen Ortsteilen gefragt worden wäre.

Wettbewerbsverzerrung befürchtet

Was die Bedingungen für den Hallenbadbetreiber angeht, sieht Ralf Züchner die „Gefahr der Wettbewerbsverzerrung“. Die Firma Lenne Therme, die das Bad von der Stadt gepachtet hat, denkt an einen zweigeschossigen Erweiterungsbau auf der kleinen Wiese westlich des Bestandsgebäudes – möglicherweise in Erbpacht überlassen. Die bestehenden Sanitäranlagen könnten mitgenutzt werden. Genau diese seien die kostspieligsten Bereiche eines Studios, so Züchner. Seine Forderung: Die Marktbedingungen müssten „für neu hinzukommende Anbieter gegenüber den bestehenden fair ausgestaltet sein“.

Da bislang noch keine verbindlichen Beschlüsse gefasst worden seien, würde er gern der Politik seinen Standpunkt erläutern, heißt es in Züchners Brief. Gern hätte er im nichtöffentlichen Teil des Haupt- und Finanzausschusses am vergangenen Mittwoch oder im Bauausschuss am 25. September mit den politischen Entscheidern gesprochen. Eine Rückmeldung sei bislang – knapp zwei Monate nach Abgabe seines Schreibens – ausgeblieben, berichtete Züchner am Donnerstag. Lediglich zur Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses (Thema: „Zukunftsinitiative für den Einzelhandel in Hilchenbach“, die SZ berichtete) sei er wie weitere Unternehmer und Händler eingeladen worden. Da aber habe er sich im Urlaub befunden.

Einladung vorerst nicht geplant

Bürgermeister Holger Menzel hat das Anliegen des Studiobetreibers zwar Ende August im Ältestenrat angesprochen, von einer Einladung in die politische Runde sieht die Verwaltung aber derzeit ab. Da das Thema derzeit nicht auf der Tagesordnung stehe, sei dies erst zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll, hieß es aus dem Rathaus. Zur Sorge vor ungleichen Voraussetzungen nimmt Menzel wie folgt Stellung: „Bei Vertragsabschluss werden wir natürlich darauf achten, dass keine Wettbewerbsverzerrung entsteht.“

Von den konkreten Plänen der Lenne Therme habe die Stadtverwaltung bei einer gemeinsamen Begehung im Mai erfahren, hatte Michael Kleber in besagter Juni-Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses gesagt. Grundsätzlich gehörte die Idee einer Erweiterung des Angebots am Bernhard-Weiss-Platz um ein Fitnessstudio aber schon seit Jahren zu den Ideen, die in der Entstehungsgeschichte des Städtebauprojekts immer wieder zur Sprache kamen.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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