Dirtbikepark Hilchenbach
Starke Typen gefunden

Das „Starke-Typen-Projekt“ im Dirtbikepark war ein Erfolg, findet Sascha Rötz. Mit Ende der Förderung ist es Ende April allerdings ausgelaufen.  Foto: Jan Schäfer
  • Das „Starke-Typen-Projekt“ im Dirtbikepark war ein Erfolg, findet Sascha Rötz. Mit Ende der Förderung ist es Ende April allerdings ausgelaufen. Foto: Jan Schäfer
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js Hilchenbach. Auch wenn er nicht auf den ersten Blick zu sehen ist: Verstecken muss sich der Hilchenbacher Dirtbikepark beim besten Willen nicht. Die mit viel ehrenamtlichem Engagement vor anderthalb Jahrzehnten geschaffene und inzwischen mit nicht weniger Einsatz weiterentwickelte Radsportstätte am Mühlenweg hat sich einen Namen gemacht in der Szene und lockt nicht nur Ortsansässige an. „Eigentlich ist der Dirtbikepark der dritte Hilchenbacher Jugendtreff“, sagt Sascha Rötz.

Er muss es wissen: Im vergangenen Jahr hatte er sich intensiv um den Dirtbikepark gekümmert, als Koordinator des Projekts „Red Hair Mountain Yard – Starke Typen rocken den Park“, für das die Stadtjugendförderung NRW-Fördermittel an Land gezogen hatte. Ziel war es, die ohnehin schon vorhandenen Nutzer professionell zu begleiten, sie zu vernetzen, ein wenig Struktur in den Park zu bringen. Ende April lief die Förderung aus, eine Verlängerung gibt es – wie so oft – nicht.

„Es ist nicht ganz klar, wie es hier weitergeht“, bedauert Sascha Rötz. Dennoch verbucht er das „Starke-Typen-Projekt“ als Erfolgsgeschichte. Es habe sich ein gutes Dutzend Zwölf- bis 21-Jähriger durch die kontiniuierliche gemeinsame Arbeit zusammengefunden, das sich im und für den Dirtbikepark einsetze. Auf den Ehrenamtlichen ruht die Hoffnung der Stadtjugendförderung, die das Areal nun nicht mehr personell betreuen kann – es aber auch nicht ganz ohne Begleitung in Vergessenheit geraten lassen möchte. Das Engagement der Jugendlichen müsse verstetigt werden, es gelte, die Gruppe weiter zu stärken.

Getan hat sich im Projektzeitraum einiges im Dirtbikepark. In einem „Reshape“ wurde die Anlage noch einmal aufgepeppt, die Fahrbahnen wurden erneuert. Die für die heutigen Nutzer uninteressante Halfpipe (sie ist eher für Skater gedacht) hat noch keinen Abnehmer gefunden, sie soll aber ersetzt werden mit anderen, BMX-tauglichen Obstacles. Die Schutzhütte wurde entfernt, ein abschließbarer Seecontainer dient nun als Abstellkammer. In der kalten Jahreszeit fanden Workshops und Ausflüge statt. Unter dem Namen „Ink the City – Kunst in der Stadt“ läuft zudem ein wöchentlicher Kreativworkshop im Rahmen des Kulturrucksacks NRW.

Mit dem Ende des Projekts stellt die Stadt Hilchenbach nun kein Personal mehr am Mühlenweg – neben der halben Stelle von Sascha Rötz wurde aus dem 38 000-Euro-Fördertopf auch ein Minijobber bezahlt. Dass der Projektkoordinator der Stadt dennoch weiterhin erhalten bleibt, ist einem weiteren Fördertopf zu verdanken, den Stadtjugendpflegerin Heike Kühn angezapft hat – in ihrer ehrenamtlichen Funktion im Vorstand des Vereins PUSH. Da die Stadt Hilchenbach aufgrund ihrer Haushaltslage nicht die nötigen Mittel für einen 15-prozentigen Eigenanteil bereitstellt, hat der Verein einen entsprechenden Förderantrag beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe gestellt und eine Zusage bekommen für Mittel aus dem Kinder- und Jugendförderplan des Landes NRW. Ab Juni wird sich das Projekt „Legalize Freundeskreis“ der Jugendpräventionsarbeit widmen. Über Spenden wird der Eigenanteil finanziert.

Im Ausschuss für Jugend, Sport, Soziales und Gleichstellung stellten Kühn und Rötz das Projekt kurz vor, ohne aber in die Tiefe zu gehen – es handele sich um ein sensibles Thema, für das bisher nicht die personellen Kapazitäten ausgereicht hätten und das nicht zu viel Öffentlichkeit vertrage. In groben Zügen gehe es darum, Jugendlichen, die mit ihrem Leben nicht ganz klar kommen und riskante Verhaltensweisen an den Tag legen, Brücken zu bauen.

Laut städtischer Mitteilung hat das neue Projekt zwei Schwerpunktsetzungen und nimmt verschiedene Zielgruppen in den Blick: Erstens Jugendliche, die in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung aufgrund diverser Problemlagen beeinträchtigt sind und die bereits Bezug auf fragwürdige und risikohafte Lebensstile, Symbole, Rituale und undemokratische Normen nehmen und/oder schon teilweise offen ausleben. Zweitens sollen im Rahmen von Kinder- und Jugendarbeit niedrigschwellige, präventive Angebote für Jugendliche in der Stadtmitte und im Dirtbikepark gemacht werden, um risikohaftes Verhalten mit den Methoden der Kinder- und Jugendarbeit zu thematisieren und zu bearbeiten. Gemeinsam mit den Jugendlichen sollen Strategien der Befähigung und des Schutzes vor gefährdenden Einflüssen entwickelt werden.

Arbeitsfelder gibt es also genügend für die Hilchenbacher Jugendpflege. Bleibt abzuwarten, auf welche politische Resonanz der von den Grünen bereits für die nächste Haushalts-Runde angekündigte Antrag auf eine dritte Jugendpflegerstelle stoßen wird.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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