Stillings Wiege ist auch die der FLPD

In Grund wurde die Freie Liberale Partei Deutschland gegründet / Ziel Landtagswahl 2005

matz Grund. Die Zeiten für die Politik sind schwer. Verständnis unter den Bürgern für »zukunftsweisende« Entscheidungen ist selten geworden, Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien macht sich breit. Begriffe wie »Politikverdrossenheit« und Slogans wie »Egal, wen man wählt, die machen doch eh’ alle dasselbe« geistern durch die Republik.

Hans-Hermann Hirsch ist einer der Unzufriedenen. Doch anstatt den vermeintlich »einfachen« Weg zu gehen und zum Protest- oder Nichtwähler zu werden, gründete er mit zwei weiteren »Leidensgenossen« eine Partei: die Freie Liberale Partei Deutschland (FLPD). Warum? »Ich trage mich schon seit Jahren mit dem Gedanken«, berichtet Hirsch. In den vergangenen zwei Jahren aber habe sich der Verdruss so weit aufgestaut, »dass ich vor einigen Monaten angefangen habe, im Internet Informationen zu sammeln, was für die Gründung einer Partei auf Landesebene alles notwendig ist«.

Unter anderem mindestens drei Gründer. Die waren schnell gefunden: Neben Hirsch (jetzt Parteivorsitzender) sagte spontan Wolfgang Knipp (1. Stellvertreter), er gehört zur Familie, sowie ein Kollege Hirschs zu. Die Drei fanden sich am »Tag der deutschen Einheit« am Wohnzimmertisch der Familie Hirsch im beschaulichen Hilchenbacher Stilling-Dorf Grund zusammen und gründeten die SLPD. SLPD? »Ja, wir wollten uns erst ,Sozial-Liberale Partei Deutschland’ nennen«, erläuterte Hirsch. Auf die Fahnen geschrieben hat man sich eine »Politik für den kleinen Mann«. Hirsch, von Beruf Maschinenbediener, legt das so aus: »Jeder, der mit den etablierten Parteien unzufrieden ist, kann uns wählen.« »Wir wollen eine sozial gerechte Politik machen«, ergänzt der derzeit arbeitslose Kraftfahrer Wolfgang Knipp. Umweht werden soll die soziale Politik von einem »liberalen Geist«. Daher der Name SLPD. Doch diesen Namen gab es schon, weshalb die Grunder, um Missverständnissen aus dem Weg zu gehen, jüngst den Vorschlag zur FLPD an den Bundeswahlleiter nachreichten. Das Programm der Grunder bleibt indes das Gleiche, liegt aber wie der Parteiname beim Bundeswahlleiter noch zur Prüfung vor.

Apropos Programm: Was will die FLPD erreichen? »Wir wollen in erster Linie ernst genommen werden«, antwortet Knipp wie aus der Pistole geschossen. »Wir versuchen etwas zu ändern in diesem Land, haben uns eine Menge Arbeit aufgehalst. Da fänden wir es schade, belächelt zu werden.«

Zurück zum Programm: »Auch wenn wir erst mal nur auf Landesebene antreten wollen, haben wir auch ein Bundesprogramm«, betont Hirsch. Einer der Kernpunkte ist die »Senkung der Zahl der Arbeitslosen auf ein Minimum«. Damit einhergehen soll die Abschaffung der Wehrpflicht. Das spare Geld. Hirsch: »Die Zahl der Soldaten nimmt permanent ab. Da ist der Sprung zur Berufsarmee nicht mehr weit.« Das Problem der dann fehlenden Zivildienstleistenden sei ganz einfach zu beheben, behauptet der Parteivorsitzende: »Es müssen Leute in die Pflegeberufe eingestellt werden.« »Viele Entscheidungen treffen halt nur den kleinen Mann«, wiederholt Hirsch. »Das wollen wir ändern.« Beispiel Kopfpauschale in der Krankenversicherung: »Die darf erst gar nicht eingeführt werden«, fordert Hirsch. In der Schweiz habe dieses Instrument die Arbeitslosigkeit erhöht und die Produktivität gesenkt. Weiter verlangt die FLPD, in die Diäten der Länderparlamente müsse eine einheitliche, wesentlich niedrigere Struktur eigebracht werden, die Zahl der Abgeordneten müsse geringer werden, und, und, und.

Inzwischen ist die FLPD auf zwölf Mitglieder angewachsen. Doch das Werben um Mitglieder ist gar nicht so einfach, hat vor allem Knipp festgestellt. Denn während Hirsch eher für die »Schreibtischarbeit« zuständig ist, bemüht er sich um Parteizuwachs. »Jeder Interessent bekommt ein Parteiprogramm und kann sich dann in aller Ruhe entscheiden, ob er beitreten will oder nicht«, so Knipp. Die beiden sind überzeugt, dass sich spätestens Mitte 2004 zahlreiche Menschen für einen Beitritt in die FLPD entscheiden. Hirsch: »Denn dann werden die Leute merken, was sich durch die Steuerreform im eigenen Geldbeutel geändert hat.«

Ziel der FLPD ist es, bei der Landtagswahl im Jahr 2005 anzutreten. Doch bis dahin müssen die beiden noch viele Gleichgesinnte werben. Denn Voraussetzung für die Zulassung zur Landtagswahl sind mindestens 400 Mitglieder. Nähere Infos unter (02733)128821.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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