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Weltrekord liegt bei über 140 km/h
Surf-Gefühl auf dem Longboard

Fabian ist eigentlich eher auf dem Skateboard unterwegs, auf dem Longboard fährt er aber auch sehr sicher.
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sos Hilchenbach. Wer ans Surfen denkt, hat vermutlich Bilder wie dieses im Kopf: Lässige Frauen und Männer, die sich gekonnt aufs Brett schwingen und auf den Wellen des Pazifiks reiten; das salzige Wasser des Ozeans unter, die hawaiianische Sonne über ihnen. Das Gefühl, das der Sport in vielen auslöst, ist das von purer Freiheit. Nun liegt das Meer bekanntermaßen nicht überall direkt um die Ecke. Umso besser, dass Surfer vor Jahrzehnten auf die Idee kamen, Rollen unter das Brett zu schrauben: Das Longboard war „geboren“. Ihre ganz eigenen Bretter bauen derzeit sieben Zehn- bis 17-Jährige gemeinsam mit dem Push-Verein und dem Hilchenbacher Kinder- und Jugendbüro. Dem Surf-Gefühl an Land steht also bald nichts mehr im Wege.

sos Hilchenbach. Wer ans Surfen denkt, hat vermutlich Bilder wie dieses im Kopf: Lässige Frauen und Männer, die sich gekonnt aufs Brett schwingen und auf den Wellen des Pazifiks reiten; das salzige Wasser des Ozeans unter, die hawaiianische Sonne über ihnen. Das Gefühl, das der Sport in vielen auslöst, ist das von purer Freiheit. Nun liegt das Meer bekanntermaßen nicht überall direkt um die Ecke. Umso besser, dass Surfer vor Jahrzehnten auf die Idee kamen, Rollen unter das Brett zu schrauben: Das Longboard war „geboren“. Ihre ganz eigenen Bretter bauen derzeit sieben Zehn- bis 17-Jährige gemeinsam mit dem Push-Verein und dem Hilchenbacher Kinder- und Jugendbüro. Dem Surf-Gefühl an Land steht also bald nichts mehr im Wege.

Entspanntes Fahren mit dem Longboard

Anders als beim Skateboard, als dessen Vorgänger das Longboard gilt, geht es hierbei nicht unbedingt um Tricks und Sprünge, sondern ums entspannte Fahren, erklärt Sascha Rötz vom KJB und Push-Verein. Leere Parkplätze oder Talsperren eignen sich dafür gut. Ansonsten wird auf dem Bürgersteig gefahren, die Straße ist tabu. Auch weite Strecken können problemlos zurückgelegt werden, denn die Rollen sind größer und Unebenheiten weniger spürbar. Weil das Brett – der Name sagt es schon – länger ist als beim Skateboard, sei es als Einstieg beliebt: „Da hat man schneller ein Erfolgserlebnis, man kann besser drauf stehen und rollen lassen“, so Rötz.

"Twin Tip" soll es sein

Bis dahin müssen aber erst mal Bretter geleimt, gepresst und in Form gesägt werden, das haben die Teilnehmer am ersten Tag schon erledigt. Alle haben sich für die Form „Twin Tip“ entschieden, die macht fast alles mit, auch sehr schnelle Fahrten bergab. Die dem Surfbrett ähnlichere Variante „Pintail“ ist dagegen eher fürs Cruisen in der Ebene geeignet.

Skaten ist im Mainstream angekommen

So verschieden die Bretter sind – mit der Zeit haben sich etliche Formen entwickelt –, aus so unterschiedlichen Lebenswelten kommen die Fahrer. Skaten ist längst nicht mehr Teil einer Subkultur, es ist im Mainstream angekommen, hat sich zum Trendsport entwickelt. Hiphop oder Punk sind keine Nischen-Genres mehr, der Skater-Look gilt als modisch. Entsprechend individuell gestalten die Jugendlichen in Hilchenbach auch die Unterseiten ihrer Boards.

Langsam anfangen und Helm nicht vergessen

Der zehnjährige Luca hat schon Schablonen vorbereitet, mit denen er seinen Namen „graffitimäßig“ auftragen will. Fabian hat sich für Figuren von der Zeichentrickserie „Adventure Time“ entschieden. Der 17-Jährige fährt normalerweise eher Skateboard. Sven Jung, der den Workshop mit begleitet, ist aber sicher: „Wer Skateboard fahren kann, der kann auch Longboard fahren.“ Zumindest sei es dann einfacher, fügt Sascha Rötz hinzu, andersherum sei das nicht unbedingt der Fall.
Absolute Anfänger sollten jedenfalls langsam starten und auch das Aufsteigen erst mal üben. „Wenn man auf Teer fällt, ist die Tapete ab, man hat sofort eine Schürfwunde“, weiß Rötz. Ein Helm sei seiner Meinung nach deshalb Pflicht. Gerade beim sogenannten Downhillboarden, also beim Bergabfahren – der Weltrekord unter entsprechenden Bedingungen liegt bei über 140 km/h. Das ist dann definitiv kein gemütliches Fahren mehr; Protektoren an Händen, Ellbogen und Knien sind also unablässig.

Achsen individuell einstellen

Sind die Boards bemalt, wird ein Glasfasertuch auf das Brett gelegt und mit Epoxidharz befestigt. Das sorgt für Stabilität. Je nachdem wie fortgeschritten der Fahrer ist, werden die Achsen eingestellt: Je sicherer der Stand, desto flexibler darf die Lenkung sein.

Immer mehr Mädchen skaten

Die meisten Teilnehmer des mehrtägigen Workshops, der von der Landesarbeitsgemeinschaft Kunst und Medien NRW gefördert wird, sind Neulinge, so auch das einzige Mädchen. Alyssa ist mit ihrem Freund hier und hat mit Skate- oder Longboards eigentlich nicht so viel am Hut. Aber das kann sich ja noch ändern. Das Interesse von Mädchen sei grundsätzlich jedenfalls da, sagt Sascha Rötz. Zum ursprünglichen Termin, der wegen Corona verschoben werden musste, hatten sich immerhin vier angemeldet. Klar, in Sachen Skaten – das ist auch im Hilchenbacher Dirtbikepark zu sehen –, ist an der weiblichen Front noch Luft nach oben. Aber wer weiß, wie viele bisher unentdeckte Naturtalente bald dank Workshops wie diesem auch auf dem eigenen Brett durch die Stadt surfen.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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