Tief empfundenes Spiel

Die Pianistin Marianna Shirinyan, Buschpreisträgerin von 2006, interpretierte Mozarts Klavierkonzert Nr. 21 C-Dur. Das Publikum liebte sie dafür.  Foto: aww
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aww Dahlbruch. Marianna Shirinyan hätte an diesem Abend spielen können, was sie wollte – das Publikum hätte sie gewiss in jedem Fall geliebt. Da bedurfte es eigentlich gar nicht eines so populären Werks wie Mozarts Klavierkonzert Nr. 21 C-Dur, KV 467. Und doch: Was gibt es für den Zuhörer Schöneres, als wenn Vertrautes, meisterhaft Komponiertes und kongenial Interpretiertes zusammentreffen? Dieses, wie Philharmonie-Intendant und Moderator Gernot Wojnarowicz bemerkte, berühmteste der insgesamt 21 Klavierkonzerte Mozarts bescherte dem Publikum am Donnerstag im ordentlich besuchten Gebrüder-Busch-Theater in Dahlbruch einen musikalischen Abend von außerordentlicher Klasse. Der rauschende, lange Beifall für Marianna Shirinyan – die Buschpreisträgerin 2006 bedankte sich mit einem anspruchsvollen Prélude von Rachmaninow als Dreingabe – sprach Bände.

In den heiter-verspielten, flotten Ecksätzen (Allegro und Allegro vivace assai) begeisterte die gebürtige Armenierin mit großartiger Technik, meisterte rasant-virtuose Läufe punktgenau, akzentuiert und deutlich – da verwischte nichts, da stand jeder Ton für sich. Und auch im berühmten Andante, jenem lyrischen „Ohrwurm“, gefiel sie mit klarer, strukturgebender Interpretation. Nicht nur hier harmonierten Solistin und Philharmonie Südwestfalen unter der Leitung von Chefdirigent Russell N. Harris traumwandlerisch. Eine Darbietung, die Emotionen auslöste, die ihre Quelle im sichtbar und hörbar tief empfundenen Spiel der Pianistin hatten.

Eingeleitet hatte das Hilchenbacher Orchester das vom Gebrüder-Busch-Kreis veranstaltete Konzert mit Carl Maria von Webers Jubel-Ouvertüre op. 59, einem lebhaften, „positiven“ Werk, das mit seinem schwelgerischen, volltönenden Wohlklang einerseits und seiner Virtuosität andererseits – die Philharmoniker glänzten mit beeindruckender Synchronität in den schnellen Passagen – gut geeignet war, auf Mozart vorzubereiten.

Ein gefälliges, spannendes und abwechslungs- wie kontrastreiches Stück bilden die „Courtly Dances“ (op. 53 a) aus Benjamin Brittens Oper „Gloriana“. Die eingängigen Melodien der vom Komponisten selbst zusammengestellten Tanzsuite machten einfach Freude, und die farbenfrohe Instrumentierung, die mal die Streicher, mal die Bläser ins Blickfeld rückte und das Schlagwerk gut in Szene setzte, bot den Hörern vielfältig-schöne Klangfarben.

Feurig, lebhaft und mit viel Esprit beschlossen Harris und Co. den Abend mit Haydns C-Dur-Sinfonie Nr. 82 (Beiname: „Der Bär“), die keinen langsamen Satz hat, dafür zwei mitreißende Vivace assai, die ein zart-heiteres Allegretto und ein festliches Minuetto einrahmen. Diese Musik weckte Lebensgeister. Jede Sekunde des Beifalls für das Orchester, das wie aus einem Guss agierte, war verdient – und die Zugabe ein Muss.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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