Keine automatische Wahlkampfhilfe für Bürgermeister
UWG verspricht Politik „mit Biss“

Rainer Müller, Ulrich Bensberg, Andreas Bolduan, Renate Becker (v. l.) und ihre UWG-Kollegen möchten „mit Biss“ für die Hilchenbacher Bürger da sein.  Foto: Jan Schäfer
  • Rainer Müller, Ulrich Bensberg, Andreas Bolduan, Renate Becker (v. l.) und ihre UWG-Kollegen möchten „mit Biss“ für die Hilchenbacher Bürger da sein. Foto: Jan Schäfer
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js Hilchenbach. Die Hilchenbacher Unabhängigen haben einen ihrer Mitstreiter verloren. Ratsmitglied André Helmes aus Helberhausen hat angekündigt, die Fraktion zu verlassen; sein Amt als UWG-Vorsitzender hat er bereits abgegeben – der Umgang seiner Fraktionskollegen mit dem Hilchenbacher „Bilderstreit“ hatte ihn enttäuscht, zu sehr fühlte er das Thema von der Wählergemeinschaft „glattgebügelt“ (die SZ berichtete).

„Wir hatten gehofft, dass wir noch eine gemeinsame Lösung finden“, erklärte Andreas Bolduan, der als bisheriger Stellvertreter in die Bresche springt und gemeinsam mit seinen Fraktionskollegen Heinz Jürgen Völkel, Ulrich Bensberg, Rainer Müller und Renate Becker zu einem Pressegespräch geladen hatte. Das Thema sei aus ihrer Sicht noch nicht zu Ende diskutiert gewesen, als sie in der Zeitung von Helmes Abkehr gelesen hätten. Nun also wird die UWG sich mit sieben Sitzen im Hilchenbacher Rat begnügen. Bewusst seien sie nicht auf einem Konfrontationskurs unterwegs, kommentierte Ulrich Bensberg den Grund für das Zerwürfnis. In der Politik müsse es darum gehen, Kompromisse einzugehen.

Weg von Personalfragen, hin zu den Inhalten. In Klausurtagungen haben die Unabhängigen herausgearbeitet, welche Themenschwerpunkte es aus ihrer Sicht in Hilchenbach zu beackern gilt. In einem Flyer haben sie diese zusammengetragen unter dem neuen Motto „Für aktive Ortspolitik mit Biss. UWG – von Bürgern für Bürger“. Dorfentwicklung, Infrastruktur, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung, Familienfreundlichkeit, politische Kultur, Anerkennung für das Ehrenamt, Bestattungskultur: So lauten die Überschriften des Faltblattes, das die parteiungebundenen Kommunalpolitiker jetzt an Infoständen als Diskussionsgrundlage mit den Bürgern vor Ort nutzen möchten.

„Wir sind nicht zufrieden mit der aktuellen Situation“, sprach Andreas Bolduan den „Kulturellen Marktplatz Dahlbruch“ (KMD) an, den er und seine Kollegen lieber Kultur-, Sport-, und Freizeitzentrum nennen. Die UWG sei gegen den Tausch der Bauabschnitte gewesen. „Die Turnhalle hätte man später bauen müssen“, meint Ulrich Bensberg. Zunächst hätte, wie anfangs geplant, der zweite Kinosaal samt Gastronomie angepackt werden müssen. „Uns wurde es so verkauft, dass es wegen der Technik sinnvoll sei“, ärgert sich Fraktionschef Heinz Jürgen Völkel. Die Auswirkungen, die nun damit verbunden seien, „hätten wir nicht erwartet“. Wie berichtet, wurde der Baustart abermals verschoben, da die neue Kostenberechnung deutlich über der alten liegt. „Das ist ein Rückschlag.“ Wichtig sei aber neben dem Baulichen, dem KMD eine vernünftige Vermarktung angedeihen zu lassen. „Wir brauchen kompetente Beratung“, erklärte Bensberg. Er hofft auf Unterstützung erfahrener „Kultur-Macher“ aus der Region. Insgesamt müsse die Stadt Hilchenbach ihren Platz in der Kulturlandschaft des Kreises finden und festigen. Koordination sei nötig.

Dass Bürgermeister Holger Menzel kürzlich den Ältestenrat abgesagt habe, sei ein Fehler gewesen. Ohnehin stehe es um die Kommunikation mit dem Rathauschef nicht zum Besten, bedauerte Bensberg. Wie sich die UWG im kommenden Jahr im Kommunalwahlkampf positionieren werde, sei noch offen. Aber nein, eine „automatische Unterstützung“ für den amtierenden Bürgermeister – der auch von der UWG „geholt“ worden war – gebe es nicht. Der Rat sei aber auch gefordert, eigene Initiativen zu bringen und nicht nur auf Verwaltungsvorlagen zu warten. „Wir müssen aktiver werden“, betonte Bensberg. Das gelte auch für die Bürger insgesamt, ergänzte Renate Becker. „Wir müssen die Hilchenbacher beim Schopfe packen.“ Wenn es ein Angebot gebe, müsse es auch genutzt werden, damit es bestehen bleibe. Zum Theater- und Kinobesuch müsse man nicht immer nach Siegen fahren.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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