Von Firma Klose bleibt nichts übrig

Gestern und heute Versteigerung in Allenbach:

Gestern 300 in- und ausländische Interessenten bei Auktion / Bis 28. März alles demontiert

mir Allenbach. Das unwiderruflich letzte Kapitel der insolventen Firma Klose Antriebstechnik ist angebrochen, gestern startete die Versteigerung des beweglichen Inventars - vom PC bis zur CNC-Maschine. Profi-Auktionator Manfred Opp aus Düsseldorf brachte die ersten 799 Positionen unters fachkundige »Volk«, heute folgen die Gebrauchtartikel 800 bis 1600.

Spätestens am 28. März sollen die Hallen und Büros an der Brunnenstraße besenrein sein. Bis dahin müssen die Käufer ihr Ersteigertes abgeholt und demontiert haben. Selbst muss das keiner der neuen Besitzer tun, der Auktionator hat gleich eine Fachfirma (dem Thyssen-Krupp-Konzern angegliedert) mitgebracht, die ebenfalls ein paar Euros verdienen will.

Auch sonst haben Opp und sein Team nichts dem Zufall überlassen, einen Catering-Service aus dem Rheinland mitten in der Halle auffahren lassen. Belegte Brötchen und Salate direkt an der Drehbank. Bestmögliche Verpflegung war gestern während der ersten sieben Auktionsstunden auch nötig, schließlich wollten um die 300 maschinenkundige Interessenten vor und während der Versteigerung verköstigt werden.

Manfred Opp, fast 70 Jahre jung und seit 25 Jahren im Auktionsgeschäft tätig, ließ sich von Brötchen und Kaffeetassen nicht beirren, hatte sein Publikum fest im Blick. Und im Griff natürlich auch, schon der erste Posten – eine Säulenbohrmaschine fand vier, fünf Interessenten, die den Preis deutlich in die Höhe trieben. 1600 e lautete schließlich das letzte Gebot.

Viele »alt Bekannte« erblickte Opp in den Reihen unter sich, wie er selbst bekundete. Eine Dame aus der Schweiz steigerte fleißig mit, für einen Amerikaner bot Opp Übersetzungen ins Englische an. Ja, und aus Polen waren ebenfalls zwei Interessenten angereist, wie Geschäftsführer Heinz-Gerd Paetz, der zweite Mann auf dem Versteigerungspodium, berichtete. Nicht zu vergessen die recht zahlreichen Siegerländer Industriellen bzw. deren Mitarbeiter; ein interessierter Hilchenbacher jedenfalls machte gleich im ersten Dutzend ein Schnäppchen.

Ganz billig gab Opp nur ein paar Kleinteile frei. Einen Maschinenschraubstock etwa. 10 e waren gefordert, ein Zurufer bot die Hälfte – und war in Nullkomma-nichts der neue Besitzer. Kommentar Opp: »Wir sind froh, dass wir das Teil los sind.«

Anders dürfte es sich bei den Großmaschinen verhalten, etwa einer modernen Nutenziehmaschine. 25000 e werde man, so schätzte Co-Chef Paetz gestern, schon erzielen. Recht beachtlich bei 150000 DM Kaufpreis vor zwei Jahren. Derart modernes Equipment findet sich nicht überall im Kloseschen Maschinenpark. Auch die CNC-Maschine ist schon zehn Jahre alt, hat kaum noch ein Zehntel der Ursprungswertes. Trotzdem zeigte sich Paetz zuversichtlich: »Wir haben zwar sehr viele alte Maschinen vorgefunden, aber auch sehr spezielle darunter, die heute so gar nicht mehr gebaut werden. Teils Modelle aus den 60er Jahren. Gute, begehrte Maschinen zumeist, und die erzielen immer ihre Preise.«

Zweimal 250000 e Umsatz erhoffen sich Opp, Paetz und die Mitarbeiter aus den beiden Auktionstagen. Je mehr desto besser fallen ihre eigenen Einnahmen aus, das Auktionshaus verdient prozentual an jedem Artikel mit. Vorab hat man einiges investiert: bundesweite Werbung in Fachzeitschriften und Tageszeitungen, 10000 Kataloge nebst Porto plus dem vor sechs Wochen in den Klose-Hallen begonnene Frühlingsputz. Alle 1600 Versteigerungsposten mussten für den gestrigen Tag X gründlich gesäubert werden.

Ach ja, ein kleines caritatives Bonbon hat der Auktionator heute zu bieten. Unter der Nummer 1284 bietet Opp heute seinem Publikum einen Amboss zum Ersteigern an. Wie bei vielen anderen Auktionen auch will er den Amboss-Erlös dem örtlichen Kindergarten spenden. Jedenfalls hat er es gestern öffentlich versprochen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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