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Kulturkonzept für Hilchenbach
Vorhang soll sich endlich heben

Der Hilchenbacher Kulturausschuss debattierte lang – und „bestellte“ am Montagabend ein stadtweites Kulturkonzept, bei dem der Kulturelle Marktplatz Dahlbruch Prioriät hat. Foto: Jan Schäfer
  • Der Hilchenbacher Kulturausschuss debattierte lang – und „bestellte“ am Montagabend ein stadtweites Kulturkonzept, bei dem der Kulturelle Marktplatz Dahlbruch Prioriät hat. Foto: Jan Schäfer
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js Dahlbruch/Hilchenbach. Schwer ist die Geburt, die aus dem in die Jahre gekommenen kommunalen Gebäudekomplex am Bernhard-Weiss-Platz den Kulturellen Marktplatz Dahlbruch (KMD) machen soll. Auch wenn der Bauantrag nunmehr vorliegt, auch wenn die sichtbaren Arbeiten im ersten Quartal des neuen Jahres beginnen sollen: Bei der inhaltlichen Ausgestaltung des Großprojekts hinkt die Stadt Hilchenbach hinterher. Das wurde am Montag im Kulturausschuss deutlich, als Verwaltung und Politik um die Ausrichtung eines kommunalen Kulturkonzepts rangen. Schon wieder.

Bereits im Frühjahr hatte sich die Politik dafür ausgesprochen, ein solches Konzept auf den Weg zu bringen. Beschlussreif war das, was die Verwaltung dem Ausschuss nun vorlegte, aber noch nicht.

js Dahlbruch/Hilchenbach. Schwer ist die Geburt, die aus dem in die Jahre gekommenen kommunalen Gebäudekomplex am Bernhard-Weiss-Platz den Kulturellen Marktplatz Dahlbruch (KMD) machen soll. Auch wenn der Bauantrag nunmehr vorliegt, auch wenn die sichtbaren Arbeiten im ersten Quartal des neuen Jahres beginnen sollen: Bei der inhaltlichen Ausgestaltung des Großprojekts hinkt die Stadt Hilchenbach hinterher. Das wurde am Montag im Kulturausschuss deutlich, als Verwaltung und Politik um die Ausrichtung eines kommunalen Kulturkonzepts rangen. Schon wieder.

Bereits im Frühjahr hatte sich die Politik dafür ausgesprochen, ein solches Konzept auf den Weg zu bringen. Beschlussreif war das, was die Verwaltung dem Ausschuss nun vorlegte, aber noch nicht. Vielmehr ging es um die grundsätzliche Frage, wohin die Kulturentwicklungsplanung steuern soll. Vorschlag von Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Klein und seiner Mitarbeiterin Jutta Behren-Sarkodieh war es, nicht auf ein interkommunales Konzept zu setzen. Ein solches sei zwar förderfähig, Beispiele aus dem Sauerland etwa zeigten aber auch deutlich, dass sie nicht sonderlich in die Tiefe gehen könnten. Potenzielle Kandidaten für eine Zusammenarbeit wären aus Hilchenbacher Sicht Netphen und Erndtebrück – die „naheliegende“ Stadt Kreuztal kam nicht zur Sprache, sie war bekanntlich seinerzeit aus dem Gebrüder-Busch-Kreis ausgetreten. „Unseres Erachtens wäre eine auf Hilchenbach ausgerichtete Kulturentwicklungsplanung gewinnbringender“, befand Klein. Um ein Kulturkonzept von externen Experten erstellen zu lassen, müssten je nach personellem Eigenanteil zwischen 5000 und 30 000 Euro aufgebracht werden.

Eine interkommunale Zusammenarbeit fände sie jedoch durchaus „charmant“, meinte Katrin Fey (Linke). Auch Ulrich Bensberg (UWG) fand die Einbeziehung der umliegenden Kommunen wichtig. Der KMD müsse einen Platz über die Stadtgrenzen hinaus finden. „Das Umfeld wird natürlich mit beleuchtet“, erklärte Hans-Jürgen Klein.

"Kulturellen Marktplatz nach vorn bringen"

„Wir müssen endlich den Kulturellen Marktplatz nach vorn bringen“, ärgerte sich Olaf Kemper (CDU) darüber, dass die Verwaltung nun ein stadtweites Kulturkonzept in den Fokus nehme und nicht die von ihm geforderte Personalie. Kemper hatte im Oktober appelliert, dem KMD ein „Gesicht“ zu geben – also einen Kulturmanager oder -kurator zu installieren. Gerade nach dem „PR-Desaster mit der Jugend“ sei dies dringend notwendig. Die Weiterentwicklung zu einem Kulturkonzept sei gut, meinte Markus Köppen (SPD). Die Stadt müsse aber an die zeitliche Schiene denken. Für den KMD müsse jetzt endlich etwas Greifbares geschehen.

Martin Debus (SPD) wunderte sich über den Beschlussvorschlag der Verwaltung, der seiner Meinung nach genau dem bereits abgearbeiteten aus der Aprilsitzung entsprach. Hans-Jürgen Klein erwiderte, dass nun mehr Informationen über den Kostenrahmen und Fördermöglichkeiten vorlägen. Mit der (bislang unbekannten) Person, die Olaf Kemper im Oktober konkret vorgeschlagen habe, seien bislang noch keine Gespräche erfolgt. Für die Erstellung eines Kulturkonzepts aber, so heißt es in der Vorlage, sei sie ohnehin nicht geeignet. Es gehe ihm nicht um die Person, so Kemper, sondern um deren Funktion.

"Zwei Jahre verloren"

„Nun rächt es sich, dass wir zwei Jahre verloren haben“, sagte Dr. Peter Neuhaus (Grüne). Die Verwaltung habe stets propagiert, dass erst gebaut werden solle, bevor der KMD mit Inhalt gefüllt werde. Schon im Dezember 2017 sei ein „betriebswirtschaftliches und künstlerisches“ Konzept für den KMD beantragt worden. Christian Gerhard (CDU) schlug einen Kompromiss vor: Der Name Kultureller Marktplatz sage doch bereits, dass er im Zentrum stehen müsse. Daher solle ein Kulturkonzept „ausgehend vom“ KMD erstellt werden.

Hans-Jürgen Klein wandte ein, dass aus dem seinerzeit für Dahlbruch geforderten Konzept eine auf die Gesamtkommune ausgedehnte Strategieplanung erwachsen sei. Wenn die Politik dies nun wieder eingrenze, „dann hätten wir zwei Jahre lang nicht viel vorangebracht“. „Wir sollten uns jetzt strategisch auf den Weg machen“, riet Bürgermeister Holger Menzel. Die Entscheidung über die Person eines Kurators solle nächstes Jahr getroffen werden. Er habe „keine Sorge, dass die Gebäude verstauben werden“.

Unterm Strich fand sich eine Mehrheit für einen auf Anregungen von Peter Neuhaus und Hendrik Bald (UWG) modifizierten Beschlussvorschlag: Die Stadt soll ein künstlerisches, betriebswirtschaftliches Kulturkonzept in Auftrag geben und dafür 30 000 Euro im Haushalt 2020 vorsehen. Keine Zustimmung gaben Martin Debus und Katrin Fey.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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