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Asphalt im Wald
Wo sollen „alltagstaugliche Radrouten“ verlaufen?

Der rote Pfeil weist Radlern den Weg durch die Wiesen oberhalb von Vormwald. Die Autos fahren über die B 508, die an der linken Talseite verläuft, wo im Bild die Häuser zu sehen sind. Die Frage, ob die künftige Radroute an der Straße verläuft oder Wiesen und Wald quert, ist noch nicht beantwortet.
  • Der rote Pfeil weist Radlern den Weg durch die Wiesen oberhalb von Vormwald. Die Autos fahren über die B 508, die an der linken Talseite verläuft, wo im Bild die Häuser zu sehen sind. Die Frage, ob die künftige Radroute an der Straße verläuft oder Wiesen und Wald quert, ist noch nicht beantwortet.
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ihm Grund/Vormwald. Drei Radwege-Verbindungen will die Stadt Hilchenbach zügig angehen – um Ortsteile miteinander zu verbinden, aber auch, weil diese Strecken überörtliche Bedeutung haben. Das berichtete Kerstin Broh, bei der Stadtverwaltung zuständig für Tourismus und Wirtschaftsförderung, jetzt dem Infrastrukturausschuss.
Es geht um:
►die Verbindung zwischen Vormwald und dem Zollposten (für den Autoverkehr verläuft hier die Bundesstraße 508),
►die Verbindung zwischen Grund und dem Gewerbegebiet Insbachtal (die Autos fahren hier über die K31),
►die Verbindung zwischen Hilchenbach (Fachklinik) und Helberhausen (hier verläuft die Landesstraße 713).

Drei Strecken mit drei unterschiedlichen Kategorien von Straßenverbindungen.

ihm Grund/Vormwald. Drei Radwege-Verbindungen will die Stadt Hilchenbach zügig angehen – um Ortsteile miteinander zu verbinden, aber auch, weil diese Strecken überörtliche Bedeutung haben. Das berichtete Kerstin Broh, bei der Stadtverwaltung zuständig für Tourismus und Wirtschaftsförderung, jetzt dem Infrastrukturausschuss.

Es geht um:

►die Verbindung zwischen Vormwald und dem Zollposten (für den Autoverkehr verläuft hier die Bundesstraße 508),
►die Verbindung zwischen Grund und dem Gewerbegebiet Insbachtal (die Autos fahren hier über die K31),
►die Verbindung zwischen Hilchenbach (Fachklinik) und Helberhausen (hier verläuft die Landesstraße 713).

Drei Strecken mit drei unterschiedlichen Kategorien von Straßenverbindungen. Wenn Radwege an Bundes- und Landstraßen gebaut werden, liegt die Kostenpflicht (die sogenannte Straßenbaulast) beim Landesbetrieb Straßen NRW, bei Kreisstraßen ist der Kreis Siegen-Wittgenstein der Finanzierer. Beim Gemeindestraßen muss die Kommune sich die Kosten ans Bein binden.

Radwegekonzept  mit über 1416 Maßnahmen 

Markus Menn, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Klimaschutz und Mobilität beim Kreis Siegen-Wittgenstein, weiß, dass die Kosten für klamme Gemeinden eine große Hürde sind. Das Radwegekonzept des Kreises mit über 1416 Maßnahmen kalkuliert immerhin mit 335 Millionen Euro. Menn: „Das wird nicht in ein oder zwei Jahren realisiert, und außerdem gibt es ja Fördermittel.“
Wo genau aber sollen die Radverbindungen verlaufen, zu denen die Hilchenbacher bereits Gespräche mit Straßen NRW und dem Kreis führen? Der Grunder Ortsvorsteher Martin Born packte gleich den Stier bei den Hörnern: „Es gibt ja den Wiesenrandweg zwischen Grund und Allenbach, da fahren viele her. Oder soll die Strecke an der K31 entlangführen?“ Kerstin Broh erklärte, dass man zu dem Schluss gekommen sei, dass es nicht sinnvoll sei, beide Strecken gleichzeitig radfahrtauglich zu machen. „Der Wiesenrandweg ist schöner. Wenn man den nimmt, würde man aber keinen Radweg an der K31 bauen.“ Die gerade sanierte Kreisstraße müsste für einen Radweg baulich verändert werden, denn die derzeitige Breite reicht gerade mal für zwei Autos.

Drei KategorienDie geplanten Routen des Radwegekonzepts Siegen-Wittgenstein sind in drei Kategorien aufgeteilt: ►Radpendlerrouten, die ein hohes Nutzerpotenzial versprechen und nach höchsten Standards ausgebaut werden sollen, ►Hauptrouten, die ohne Umwege direkt an Hauptstraßen entlangführen sollen, ►Nebenrouten mit geringer Pkw-Verkehrsdichte, zum Teil auch touristische Wege, die auch Umwege in Kauf nehmen.

Ziel sind alltagstaugliche Radwege

Befürwortet der Kreis den Wiesenrandweg? Markus Menn legt sich nicht fest: „So weit sind wir noch nicht. Wir haben die Trassen ja im Konzept nicht festgeschrieben. Was realisierbar ist, hängt auch vom Grunderwerb ab.“ Ziel seien „alltagstaugliche Radwege“. Also Wege, auf denen man eine schnelle und komfortable Verbindung bekommt. „Man kann Radwege an vorhandenen Straßen bauen, aber auch Wirtschaftswege einbinden. Da muss man das Rad nicht neu erfinden.“

Das Radwegekonzept weist darauf hin, dass Hauptstrecken sogar einen Winterdienst brauchen und angemessen beleuchtet sein müssen. Der Premiumstandard ist natürlich nicht für alle kleineren Wege machbar, aber Asphalt sollte es schon sein.

Schotter und Schlamm sind kein Vergnügen

Johannes Pickert vom Büro „planersocietät“, das das Konzept erarbeitet hat, räumt ein, dass man mitunter auch Zielkonflikte heraufbeschwört. Der Weg zwischen Grund und Allenbach ist nämlich auch ein beliebter Wanderweg. Ob die Wanderer in den Wiesenauen ein Asphaltband mögen werden, muss sich wohl erst noch zeigen. Naturschutzfachliche Prüfungen müssten in solchen Fällen auch noch erfolgen.

Für den Radweg zwischen Vormwald und dem Zollposten gilt das auch. Als Teil der Verbindung zwischen Hilchenbach und Erndtebrück ist er im Konzept sogar als Radpendler-Route kategorisiert. Der derzeit ausgeschilderte Radweg führt hinterm alten Dorf Vormwald durch die Wiesen und dann steil hinauf durch den Wald zum Zollposten. Schotter und Schlamm machen das Fahren nicht zum Vergnügen. Asphalt würde zwar nicht die Steigung abflachen, aber doch den Weg auch für Radler ohne Stollenbereifung fahrbar machen.

Alternative: beidseitig Radfahrstreifen an die Bundesstraße andocken. Für die kurvige Strecke hinauf zum Zollposten ist das wohl kaum realistisch.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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