Züge kollidierten am Bahnhof

Herbstübung der Freiwilligen Feuerwehr Hilchenbach

Dahlbruch. Ein spannendes Szenario konnten die »Zaungäste« am Samstagnachmittag am Bahnhof Dahlbruch beobachten. Fand doch dort die Herbstübung der gesamten Freiwilligen Feuerwehr Hilchenbach statt. Zehn Löschgruppen in fünf Zügen mit gut 100 Blauröcken waren im Einsatz, um die richtigen Maßnahmen nach einem Unfall auf den Schienen zu ergreifen. Ziele der Übung: Menschenrettung, Brandbekämpfung, Gefahrgutsicherung.

Die angenommene Ausgangslage: Ein Güterzug war mit einem Personenzug kollidiert. Daraufhin fing die Diesellok Feuer. Aus dem Personenzug waren zehn Personen zu retten. Die Mitglieder des Jugend-Rotkreuzes Hilchenbach mimten die Verletzten, die Schnelle Einsatzgruppe Nord des DRK unter Leitung von Martin Menn war mit sieben Mitarbeitern in drei Rettungswagen präsent, um die »Opfer« zu übernehmen und im Sammelzelt zu versorgen. Die »Verletzten« waren zuvor unter schwerem Atemschutz von Feuerwehrleuten aus den Waggons geborgen worden.

Verschärft wurde die Lage durch die Tatsache, dass der Güterzug Chemikalien von zunächst unbekannter Zusammensetzung geladen hatte. Anhand der an den Waggons befestigten Kontrollzettel und mit Hilfe der Gefahrgutexperten des Zuges I Hilchenbach in ihren Chemikalienschutzanzügen stellte sich heraus, dass es sich bei den Stoffen um Schwefelsäure und Natriumhydroxidlösung handelte.

Die Einsatzleitung während der gut einstündigen Übung hatten Stadtbrandmeister Karl-Eberhard Rapp sowie die Löschzugführer Martin Lau (Müsen) und Klaus Schweitzer (Hilchenbach). Nachdem die Floriansjünger aus Dahlbruch, Allenbach, Müsen und Hilchenbach als Erste am Einsatzort waren, wurden ihre Kameraden aus Helberhausen, Vormwald, Lützel, Grund, Oechelhausen und Ruckersfeld nachalarmiert. Die Wasserversorgung zur Brandbekämpfung wurde durch eine Förderstrecke vom Hydranten vor dem Bahnhofsgebäude bzw. vom Ferndorfbach sowie durch wasserführende Fahrzeugen sichergestellt.

Bevor jedoch überhaupt irgendetwas auf den Schienen geschehen konnte, mussten die Feuerwehrleute die Gleissperrung durch das Stellwerk Siegen abwarten, die ihnen über die Leitstelle mitgeteilt wurde. Bevor die Sperrung nicht erfolgt sei, dürften die Retter nichts unternehmen, das gelte auch für den Ernstfall, betonte der Stadtbrandmeister.

Mit Interesse verfolgte eine Abordnung der Bahn die Übung, darunter der Notfallmanager der DB-AG, Peter Becker. Auch Kreuztals Stadtbrandmeister Hartmund Flender, Hilchenbachs Bürgermeister Günter Schlabach und Feuerwehr-Sachbearbeiterin Susanne Kador beobachteten das Geschehen. Ebenfalls zugegen waren 1. Beigeordneter Udo Hoffmann und Ex-Kreisbrandmeister Armin Setzer. Lediglich das Wetter spielte nicht mit. Aus dem angenommenen regnerisch-trüben Herbstwetter mit Windböen wurde ein strahlender Altweiber-Sommernachmittag.

sib

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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