Zwischen zwei Welten

Im Kunstsommer gewährt Amir Amiraraghi heute und morgen einen Einblick in sein Atelier. Der Holzschnitzer stammt aus dem Iran und lebt seit mehreren Jahren in Müsen.  Foto: la
  • Im Kunstsommer gewährt Amir Amiraraghi heute und morgen einen Einblick in sein Atelier. Der Holzschnitzer stammt aus dem Iran und lebt seit mehreren Jahren in Müsen. Foto: la
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

la Müsen. „Geometrische Kompositionen, Blumenelemente und dann im 19. Jahrhundert Themen, in denen Tiere und Menschen im Mittelpunkt stehen, zuweilen vom Abendland inspiriert“, so umschreibt Amir Amiraraghi die Kunst des Irans selbst. Der in Teheran geborene Künstler und Fotograf stellt erstmals im Rahmen des Kunstsommers seine meist großformatigen Holz-Schnitzereien heute und morgen in seiner Galerie und im Atelier in Müsen aus. Es sind meist farbenfrohe Motive, wie die beiden Papageien, die einander zärtlich zugetan sind, oder die Erinnerung an Bamm, jene Stadt, die von einem schweren Erdbeben fast zerstört wurde. Rosen ranken entlang des Bildes, während das runde Mosaik wie ein Stern in dunkler Nacht leuchtet. Amir Amiraraghi: „Das Mosaik soll an meine Heimat und an Bamm erinnern, und die Rosen sind Blumen, die Gott geschaffen hat. In diesem Bild treffen der Islam und das Christentum aufeinander.“ Die Kunst des Holzschnitzens hat der 48-Jährige, der 1986 mit seiner Frau und Tochter nach Deutschland kam, von seinem Onkel gelernt. Amir Amiraraghi: „Er hat mich entscheidend geprägt.“

Nach dem Abitur studierte er Kunst, bis die Universitäten nach der Islamischen Revolution geschlossen wurden. Er kehrte seiner Heimat den Rücken, wurde Diätassistent an der Reha-Klinik in Hilchenbach und beschäftigte sich wieder nebenberuflich mit der Kunst, bis er 2004 das ehemalige Goldschmiede-Geschäft an der Müsener Straße erwarb, es restaurierte und hier seine Galerie und sein Fotostudio eröffnete. Doch die Kunst blieb immer im Mittelpunkt seines Schaffens und fand Liebhaber. Mittlerweile mit Arbeiten in Kanada, USA, Spanien, Japan und Dubai vertreten, steht seine letzte große Arbeit von 22 qm in Paris. Nach einer Ausstellung im Gebrüder-Busch-Theater stellt er sich nun im Kunstsommer vor. Amir Amiraraghi: ,,Ich fühle mich geehrt. Der Weg dahin, war nicht einfach.“ „Woodwork“ nennt der Müsener, der Mitglied im Kunstverein Siegen und im iranischen Kulturverein „Ferdosi“ ist, seine Atelier-Ausstellung. Das Baummotiv kehrt auch in einer großflächigen Relief-Arbeit zurück, die sich mit dem Land beschäftigt, in dem Amiraraghi jetzt lebt: Deutschland. Und das sind nun einmal Wald, wie rund um Hilchenbach, Industrie-Landschaft, Autobahn und die Wiedervereinigung, symbolisiert durch Menschen vor dem Brandenburger Tor, die aufeinander zugehen und sich in die Arme fallen. Eine Situation, die jetzt 20 Jahre her ist, aber von ihrer Bedeutung nichts verloren hat. Und daher passt auch der Titel des Holzreliefs: „Das alles ist Deutschland. Das alles sind wir.“

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.