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Dagmar Gierse aus Mudersbach
Fantasy-Roman spielt mit nordischer Mythologie

Dagmar Gierse aus Mudersbach nennt das Schreiben ein unverzichtbares Element in ihrem Leben. Jetzt arbeitet sie an einem Fantasy-Roman.
  • Dagmar Gierse aus Mudersbach nennt das Schreiben ein unverzichtbares Element in ihrem Leben. Jetzt arbeitet sie an einem Fantasy-Roman.
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  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

pebe Mudersbach. Schreiben ist für Dagmar Gierse fast ein Dauerzustand. Ein Endloskaffee, der immer wacher macht und immer neugieriger. „Ich habe im Lauf der Zeit gelernt, immer und überallhin Schreibmaterial mitzunehmen. Man weiß nie, was es zu notieren gibt“, sagt die 58-Jährige. Denn eigentlich, überlegt sie, gibt es immer etwas zu notieren, sei es das zufällige Gespräch mit Unbekannten oder die Gedanken, die ihr kamen, als ihr Wagen auf der Autobahn schlappmachte und sie auf den Pannendienst warten musste. „Ich war froh, als ich ein Blatt Papier fand, dessen Rückseite frei war.“
Wie schreibt man "professionell"?Dass daraus mehr werden kann als eine private Sammlung von Notizen, hat sie in den vergangenen Jahren mit Beiträgen (in Anthologien, 2016 auch in der SZ) gezeigt.

pebe Mudersbach. Schreiben ist für Dagmar Gierse fast ein Dauerzustand. Ein Endloskaffee, der immer wacher macht und immer neugieriger. „Ich habe im Lauf der Zeit gelernt, immer und überallhin Schreibmaterial mitzunehmen. Man weiß nie, was es zu notieren gibt“, sagt die 58-Jährige. Denn eigentlich, überlegt sie, gibt es immer etwas zu notieren, sei es das zufällige Gespräch mit Unbekannten oder die Gedanken, die ihr kamen, als ihr Wagen auf der Autobahn schlappmachte und sie auf den Pannendienst warten musste. „Ich war froh, als ich ein Blatt Papier fand, dessen Rückseite frei war.“

Wie schreibt man "professionell"?

Dass daraus mehr werden kann als eine private Sammlung von Notizen, hat sie in den vergangenen Jahren mit Beiträgen (in Anthologien, 2016 auch in der SZ) gezeigt. Nun arbeitet sie an einem großen Fantasy-Roman. Die SZ sprach mit der in Mudersbach lebenden Geologin und Ausbildungsberaterin über dieses Vorhaben, über ihren Antrieb zu schreiben und den Reiz des Nichtalltäglichen.
„Ich habe schon mit elf, zwölf Jahren erste Geschichten geschrieben“, erzählt sie. Lange sei das Schreiben aber etwas sehr Privates gewesen. Vor zehn Jahren habe sie gemerkt, dass sie mehr übers „professionelle“ Schreiben wissen wollte: Wie schreibt man einen Plot (also das Handlungsgerüst einer Geschichte), wie findet man einen eigenen Stil?

"Mord im Stöffel" in einem Monat geschrieben

Sie lernte in einer Schreibschule das Handwerkszeug – „das war der Beginn des ernsthaften Schreibens“. Wobei „ernsthaft“ durchaus auch „mit Spaß“ bedeutet: „Ich fand im Internet das Projekt ,National Novel Writing Month’, bei dem es darum geht, innerhalb eines Monats einen ganzen Roman zu schreiben.“ Das schaffte Dagmar Gierse locker: „Mord im Stöffel“ heißt das Resultat, das aber noch nicht veröffentlicht ist. Schauplatz ist das alte Basaltabbaugebiet „Stöffel“, heute ein wildromantischer Erlebnispark, im Westerwald. „Das hat Riesenspaß gemacht.“

Titel "Dominum Terrae" ist von Gierse

2019 dann nahm sie an einer Ausschreibung für eine Anthologie von Geistergeschichten teil – und wurde mit ihrem Beitrag „Ein Hauch von Lavendel“ aufgenommen in die Geschichtensammlung „Dr Nachthösligeist“. Parallel dazu arbeitete sie an einer Geschichte für eine Science-Fiction-Anthologie. Vorgabe: drei Elemente, die in jeder Geschichte auftauchen mussten. Thema: die Folge des ökologischen Missbrauchs der Welt. Der gewichtige Band „Dominium Terrae“ erschien in diesem Jahr. „Dass der Titel meiner Geschichte auch zum Buchtitel wurde, freut mich ganz besonders“, sagt sie.

Interesse an nordischer Mythologie

Worin besteht für sie der Reiz des Schreibens? „Ich will nichts ,vermitteln’, sondern einfach eine schöne, spannende Geschichte erzählen.“ Bei der Fantasy als Genre neben dem Krimi bestehe der Reiz darin, dass „ganz normale Menschen plötzlich zum Beispiel in vergangene Mythen eintauchen“. Sie selbst, die seit 15 Jahren Norwegisch lernt, interessiert sich sehr für die nordische Mythologie – „die ist genauso differenziert und psychologisch interessant wie die griechische, nur wird sie nicht in der Schule vermittelt.“

Tolkien, "Harry Potter", Andreas Eschbach

Lesen gehört für Dagmar Gierse übrigens zum Schreiben dazu: „Ich habe immer unheimlich viel gelesen.“ Schon mit acht Jahren „knabberte“ sie sich durch Karl Mays „Unter Geiern“ und entdeckte, wie spannend und hinreißend stringentes Erzählen sein kann. Ihr Lieblingsautor? „J.R.R. Tolkien“, sagt sie spontan, „,Der Herr der Ringe’, da wird Sprache zur Kunst.“ Auch die unglaubliche Fabulierlust Tolkiens und seine akribische Arbeit an den erfundenen Welten begeistern sie.
Warum liebt sie gerade die Fantasy? „Es ist das Faszinierende einer Welt, die man nicht sehen kann“, antwortet sie, „es ist die Frage nach einer Welt, die sich hinter der Realität verbirgt“ – oder: verbergen könnte. Der Gedanke „Was wäre, wenn?“ mache einfach Spaß, meint sie und verweist auf „Harry Potter“, die Romane von Preston & Child oder Andreas Eschbach.

"Bin ein Recherche-Freak"

Fürs eigene Arbeiten braucht sie viel Ruhe: „Urlaub, Wohnwagen, Hütte, Sofa“ gibt sie Stichworte für die geeigneten Rückzugsorte. „Und ich bin ein Recherche-Freak“, sagt sie. Für eine neue Geschichte hat sie Stadtpläne, Straßenbahnfahrpläne, Wetterdaten und mehr aus einer Stadt gesammelt, Rahmendaten, die dann feststehen. Um ihren Figuren auf die Schliche zu kommen, schreibt sie übrigens auch schon mal deren Tagebücher – von Figur zu Figur anders, fremd, neu.

Nicola und der "Traumadler"

Und ihr neues Projekt? Das wird ein umfangreicher Fantasy-Roman, verrät sie. Nicola, Geologiestudentin mit nordischen Wurzeln, „stolpert“ über Artefakte aus der nordischen Götterwelt, die in ihrer Welt erscheinen und so den Verrat und die Machtkämpfe der alten mythischen Gestalten und damit auch eine Gefährdung der Welt in ihre Zeit tragen. Dass Nicola nicht ohne magische Hilfe zurechtkommen muss, versteht sich: Zu ihrem Begleiter wird ein „Traumadler“. Zeitlicher Hintergrund ist die Herrschaft Olavs des Heiligen (um 1000 n. Chr. in Norwegen).
Dazu passt, dass Dagmar Gierse im nächsten Jahr mit ihrem Mann im eigenen Campingbus drei Wochen durch Island touren will. Und da gibt es nun wahrhaftig mehr als genug Geister und Elfen. Sagen jedenfalls die Isländer …

Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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