50 Jahre Jugendkapelle im Musikverein Lyra
LaBrassBanda entmufft die Dicke-Backen-Musik

Beim Auftritt von LaBrassBanda in Brachbach ging am Samstag die Luzie ab.
  • Beim Auftritt von LaBrassBanda in Brachbach ging am Samstag die Luzie ab.
  • Foto: Simone Jurisch
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

sib Brachbach. Wo andere schon längst aufgehört haben, fangen diese Burschen erst an. Es ist schier unglaublich, wie Menschen fast zwei Stunden lang ohne nennenswerte Pausen ihre Blasinstrumente in Höchstgeschwindigkeit spielen und dabei auch noch vollkommen unverkrampft und geschmeidig daherkommen. Zum 50-jährigen Jubiläum seiner Jugendkapelle, dem so genannten „Jukaläum“, hatte sich der Musikverein Lyra Brachbach mit den kernigen Burschen von LaBrassBanda nun wahrlich etwas ganz Besonderes gegönnt.

1000 Menschen genossen die bayerischen Urgesteine

Sieben Männer aus dem Chiemgau in Krachledernen und barfuß enterten am Samstagabend die Bühne im Festzelt am Feuerwehrhaus Brachbach. Rund 1000 zahlende Gäste wollten sich das nicht entgehen lassen und feierten mit dem sympathischen Septett eine gigantische Party. Ganz Profis, hatten die Künstler vorher mal beim Musikverein angefragt, wie viel Power sie denn so geben sollten, und erhielten offenbar die Antwort, die ihnen und dem Publikum am liebsten war. Es ist quasi unmöglich, sich der Dynamik, der Kraft und der zügellosen Tanzbarkeit von LaBrassBanda-Stücken zu entziehen, selbst wenn man die Band vorher gar nicht oder nur bruchstückhaft kannte. Diese bayerischen Urgesteine mit der modernen, frischen Weltoffenheit auf der Bühne explodieren zu sehen und zu hören, kann einfach nur gute Laune machen. Sie entmuffen die Dicke-Backen-Musik gehörig und begeistern damit junge Leute und ältere Semester gleichermaßen. Und selbst wenn man nicht selbst tanzen mochte – wer auf dem Riffelblech vom Absperrgitter vor der Bühne oder direkt dahinter stand, wurde durch die Vibrationen der anderen Tanzenden einfach mit hin- und hergeschüttelt.

Das Publikum war textsicher - auch in der Mundart

Obwohl der Sound perfekt abgemischt war, hatte das gemeine heimische Ohr ab und an so seine Schwierigkeiten, die bayerische Mundart zu verstehen, in der Sänger und Trompeter Stefan Dettl nicht nur sang und rappte, sondern auch zwischendurch parlierte. Aber wen kümmert’s? Die Hardcore-Fans waren eh textsicher, und der Rest erfreute sich einfach nur an dieser leidenschaftlichen und ungewöhnlichen Performance mit bayerischem Gypsy-Brass. Alle zusammen hatten folglich einfach nur eine Riesen-Gaudi.Man weiß nicht so genau, ob es ein technisches Problem gab, oder ob die wilde Bläser-Bande einfach generell auf intensiven Publikumskontakt aus ist, aber Fakt ist, dass sie alle zusammen irgendwann von der Bühne abrückten und einfach spielend mitten durch die Menschenmenge flanierten, sich dann irgendwo mittig niederließen und ein paar Minuten „unplugged“ ihre coole Mischung aus Volksmusik im Blut mit Ska, Punk und Reggae in den Genen auf die eifrig fotografierenden Fans niederprasseln ließen. So oder so, profimäßiger und liebenswerter geht es kaum.

Schon die Vorbands machten Gaudi

Im Schlepptau hatten LaBrassBanda zwei nicht minder bemerkenswerte Vorbands, die das Publikum sehr gekonnt in Stimmung brachten. Anfangs verwöhnte das Footprint Project aus Berlin und Potsdam mit seinem prickelnden Powerfunk und Flowerpunk auf genresprengende Weise die partywütigen Gäste. Danach setzten sich Caravãna Sun aus Australien mit frischen Songs gekonnt in Szene, die mit eingängigen Melodien ihres selbst so bezeichneten „world fuelled rebellious surf rock“ und Sonnyboy-Charme punkten konnten.

Autor:

Simone Jurisch (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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