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Vivi Vassileva und Lucas Campara Diniz
Mythen und Musik aus der Flasche

Feurige Veranstaltung: Vivi Vassileva und Lucas Campara Diniz bringen brasilianische Klänge ins Siegerland.
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tik Kirchen. Es war ein Abend voller ungewöhnlicher Klänge, die man beim Kammermusikkonzert der Musikgemeinde Betzdorf-Kirchen zu hören bekam. Ungewöhnlich ist auch die Kombination von Gitarre und Vibraphon im Bereich der Kammermusik: Sie ist sogar einzigartig. „Zuerst fragt man sich natürlich, wie passen diese beiden Instrumente zusammen“, geben die Musiker Vivi Vassileva und Lucas Campara Diniz zu. „Wir haben aber schnell gemerkt, dass sich beide im Grunde sehr ähnlich sind.“ Programm heißt "Crossroads on Fire"„Crossroads on Fire“ heißt das Programm des Duos, das am Freitagabend in der evangelischen Kirche in Kirchen zu hören war. „Crossroads“ also Wegkreuzungen, finden sich immer dort, wo Wege aus verschiedenen Richtungen aufeinandertreffen.

tik Kirchen. Es war ein Abend voller ungewöhnlicher Klänge, die man beim Kammermusikkonzert der Musikgemeinde Betzdorf-Kirchen zu hören bekam. Ungewöhnlich ist auch die Kombination von Gitarre und Vibraphon im Bereich der Kammermusik: Sie ist sogar einzigartig.

„Zuerst fragt man sich natürlich, wie passen diese beiden Instrumente zusammen“,

geben die Musiker Vivi Vassileva und Lucas Campara Diniz zu.

„Wir haben aber schnell gemerkt, dass sich beide im Grunde sehr ähnlich sind.“

Programm heißt "Crossroads on Fire"

„Crossroads on Fire“ heißt das Programm des Duos, das am Freitagabend in der evangelischen Kirche in Kirchen zu hören war. „Crossroads“ also Wegkreuzungen, finden sich immer dort, wo Wege aus verschiedenen Richtungen aufeinandertreffen. Der Titel war treffend, denn es waren nicht nur Werke von Bach und Piazzolla zu hören, sondern ebenso eine Eigenkomposition des Gitarristen Diniz. Damit nicht genug, auch die Instrumente waren manchmal sehr ungewöhnlich: Die Percussion-Künstlerin Vassileva performte ein Stück nur mit Plastikflaschen.

Brasilianischer Einfluss spürbar

Es gehe darum „in dieser kalten Kirche ein brasilianisches Feuer zu entzünden, das uns alle aufwärmt“, so Vassileva. Eine Anspielung auf die Heimat des Gitarristen Diniz.

 Lucas Campara Diniz bringt brasilianische Einflüsse ins Repertoire des Duos.
  • Lucas Campara Diniz bringt brasilianische Einflüsse ins Repertoire des Duos.
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Dessen Einfluss merkte man auch bei den beiden Werken, die das Duo in Kooperation mit dem Wiener Konzerthaus in Auftrag gegeben hat und die es in dieser Kombination noch nie gab: Die „Sonate für Vibraphon und Gitarre“ beginnt melancholisch, untermalt von den zart schwingenden Tönen des Vibraphons, wird dann aber schneller und ungemein wild. Vassileva benutzt dabei auch die Holzenden der Schläger, kurze, metallische Töne fließen so immer wieder in den Rhythmus mit ein.

 Vivi Vassileva  geht mir Schlagwerk kreativ um.
  • Vivi Vassileva geht mir Schlagwerk kreativ um.
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Musik macht Legenden lebendig

Einen besonderen Bezug zur Heimat von Diniz hat auch das Werk „Tres Lendas Brasileiras“, drei brasilianische Legenden. Musikalisch erzählen die beiden zunächst die Geschichte der Sagengestalt Curupira, die im Regenwald lebt und mit ihren umgedrehten Füßen falsche Fußspuren setzt. Und tatsächlich entführen einen die kurzen Flötentöne und das Rauschen des Regenrohrs hinaus aus dem tristen Aprilwetter, hinein in die feuchten Tiefen des Urwalds.
Der zweite Satz ist der Hexe Cuca gewidmet. Sie ist ähnlich wie das Sandmännchen, erklärt Vassileva, jedoch mit dem kleinen Unterschied dass sie einen Krokodilkopf besitzt, mit dem sie unliebsame Kinder verspeist.
Viel Zeit zum müde werden blieb dem Publikum dabei nicht, denn beim letzten Satz, der die Geschichte der Schlange Boitata erzählt, ist Mitmachen gefragt. Der Legende nach verwandelt sich die Schlange bei Regen in Feuer. Verantwortlich für die Transformation sind die Zuschauer. Durch Schnipsen und Fußgetrampel müssen sie den Donner und den Regen simulieren.

Stehende Ovationen zum Schluss

Am Ende gab es nicht bloß stehende Ovationen und viel Applaus, sondern auch buchstäblich donnerndes Fußgetrampel.
Timo Kalbitzer

Autor:

Redaktion Kultur

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