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Ein "aufregender Tag"
550 DRK-Klinik-Mitarbeiter lassen sich impfen

Piks auf Piks: 550  Mitarbeiter des DRK-Krankenhauses in Kirchen ließen sich am Mittwoch  impfen.
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  • Piks auf Piks: 550 Mitarbeiter des DRK-Krankenhauses in Kirchen ließen sich am Mittwoch impfen.
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thor Kirchen. Um 13.45 Uhr ist er da, der Lkw, auf den schon seit Stunden gewartet wird. Das Ausladen geht schnell, die letzten Checks laufen – und bereits um 15 Uhr nähert sich die erste Nadel einem entblößten Oberarm. Dann folgt Piks auf Piks. Es geht extrem wuselig zu, aber nie hektisch.
So präsentierte sich am Donnerstagnachmittag die Situation auf der 1. Etage des Kirchener DRK-Krankenhauses. Als erste Klinik in der Region werden hier die Mitarbeiter in großem Stil gegen eine Covid-19-Erkrankung geimpft. Die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen folgen ab dem 18. Januar (dort war der Fokus zunächst auf die Altenheime gerichtet worden).
Für Michaela Meinhardt jedenfalls ist es ein „aufregender Tag“.

thor Kirchen. Um 13.45 Uhr ist er da, der Lkw, auf den schon seit Stunden gewartet wird. Das Ausladen geht schnell, die letzten Checks laufen – und bereits um 15 Uhr nähert sich die erste Nadel einem entblößten Oberarm. Dann folgt Piks auf Piks. Es geht extrem wuselig zu, aber nie hektisch.
So präsentierte sich am Donnerstagnachmittag die Situation auf der 1. Etage des Kirchener DRK-Krankenhauses. Als erste Klinik in der Region werden hier die Mitarbeiter in großem Stil gegen eine Covid-19-Erkrankung geimpft. Die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen folgen ab dem 18. Januar (dort war der Fokus zunächst auf die Altenheime gerichtet worden).
Für Michaela Meinhardt jedenfalls ist es ein „aufregender Tag“. Die Pflegedirektorin hat als Impfkoordinatorin diese Massen-Impfung maßgeblich vorbereitet. 550 Impfdosen hatte das Kirchener Krankenhaus nach einer Abfrage in der Belegschaft bestellt, 500 sind geliefert worden (der Rest soll schnellstmöglich folgen). Meinhardt ist stolz, dass sich von den rund 730 Mitarbeitern so viele angemeldet haben, querbeet aus allen Abteilungen, sie spricht von einer Quote von 75 Prozent: „Das ist wirklich ein sehr hohes Impfinteresse.“ Niemand sei gedrängt oder gar gezwungen worden, sich das Vakzin verabreichen zu lassen: „Alles geschieht absolut freiwillig, es entscheidet jeder für sich.“ Dabei hatten zuletzt die verhaltenen Reaktionen von Pflegekräften auf eine Impfung bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

„Wir haben immer einen Ansprechpartner gehabt“

Vor einer Woche war das Krankenhaus vom Gesundheitsministerium in Mainz darauf hingewiesen worden, dass sich interessierte Einrichtungen für derartige Impfungen anmelden können – wenn sie diese denn selbst organisieren und durchführen. Und siehe da, es gibt nicht nur Kritik an der rheinland-pfälzischen Impfstrategie. „Das ist sehr gut vorbereitet worden vom Land“, sagt die Pflegedirektorin. „Wir haben immer einen Ansprechpartner gehabt.“
Gleichwohl sei der Aufwand enorm gewesen. „Ich hatte aber auch ein ganz starkes Team um mich herum“, will Meinhardt das Lob nicht nur an die Politik richten.
Schon vor der Info aus Mainz hatte die Klinik insofern Vorarbeit geleistet, als dass die Impfbereitschaft im Haus abgefragt wurde. Jeder, der mitmachen wollte, musste sich registrieren lassen.
Auf der Inneren ist für die Aktion eine eigene „Impfstraße“ eingerichtet worden. An sechs Stationen werden Aufklärungsgespräche durch Ärzte aller Fachrichtungen geführt und anschließend die Spritzen gesetzt. Aus sämtlichen Abteilungen kommt dafür Unterstützung. Ob nun Betriebsratsvorsitzender Eberhard Bruch oder Ursula Brühl, die stellv. Leiterin der Krankenpflegeschule, – alle zeigen, dass sie die Praxis nicht verlernt haben. So ist auch sichergestellt, dass die normale Arbeit auf den Stationen reibungslos weiterlaufen kann.
Die Reihenfolge ist durch die Priorisierung des Landes festgelegt: Zuerst werden jene Mitarbeiter geimpft, bei denen die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, mit einem infizierten Patienten in Kontakt zu kommen. Geliefert wurde am Donnerstag übrigens der erst vor einer Woche zugelassene Impfstoff von Moderna, gerechnet hatte man in Kirchen eigentlich mit dem von Biontech. „Wir wussten aber, dass wir darauf keinen Einfluss haben“, sagt Meinhardt. Letztlich wird damit aber sogar die Handhabung erleichtert, benötigt das Moderna-Mittel doch nicht solch extrem niedrige Temperaturen und kann daher im Kühlschrank gelagert werden.

„Nachrücker-Liste“ für alle

Die Impfkoordinatorin geht davon aus, dass die Aktion mehrere Tage dauern wird. In drei bis vier Wochen wird den Mitarbeitern dann die zweite Dosis verabreicht.
Mittlerweile gibt es auch eine „Nachrücker-Liste“ für alle, die am Anfang noch gezögert haben. Die Motive für die Zurückhaltung gerade in einem Krankenhaus kann Meinhardt nur erahnen: „Jeder wird seinen persönlichen Grund haben. Ich denke aber, für viele ist es die Angst vor dem Fremden.“
Um es nochmals zu betonen: Es ist eine Impfung ausschließlich für registriertes Krankenhaus-Personal. Niemand sollte über einen spontanen Besuch auf der 1. Etage nachdenken, weil ihm der Weg zum Impfzentrum in Wissen vielleicht zu weit ist. Immerhin hat das Land versprochen, dass es bei der Terminvergabe bald ähnlich gut klappen soll wie bei der Unterstützung der Krankenhäuser.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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