SZ

Telefon ist seit Anfang Dezember tot
Abgeschnitten in Äpfelbach

Im Haus von Karlheinz Kötting ist 1968 der erste private Telefonanschluss von Äpfelbach freigeschaltet worden. Jetzt liegen er und seine Tochter Andrea Pfeifer mit der Telekom im Clinch: Seit Anfang Dezember ist der Anschluss tot.
  • Im Haus von Karlheinz Kötting ist 1968 der erste private Telefonanschluss von Äpfelbach freigeschaltet worden. Jetzt liegen er und seine Tochter Andrea Pfeifer mit der Telekom im Clinch: Seit Anfang Dezember ist der Anschluss tot.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

damo Kirchen/Äpfelbach. Karlheinz Kötting ist das, was man einen treuen Kunden nennt: „Ich hatte den ersten privaten Telefonanschluss in Äpfelbach.“ 1968 war das, erinnert sich der 87-Jährige. Nach wie vor lebt er in dem kleinen Weiler zwischen Katzwinkel und Friesenhagen, und auch sein Telefonanschluss ist noch immer derselbe: Die Rufnummer ist geblieben, einen Router gibt’s bei Karlheinz Kötting und seine Frau Herlinde nicht, und noch immer ist der Dienstleister die Telekom. Allerdings verrichtet die ihren Dienst seit einigen Wochen nicht mehr.
Anfang Dezember ist das Telefon ausgefallen. Erst hatten die Köttings noch vermutet, lediglich das Gerät sei kaputt – aber als auch das neue Telefon stumm blieb, war klar: „Da stimmt was mit der Leitung nicht.

damo Kirchen/Äpfelbach. Karlheinz Kötting ist das, was man einen treuen Kunden nennt: „Ich hatte den ersten privaten Telefonanschluss in Äpfelbach.“ 1968 war das, erinnert sich der 87-Jährige. Nach wie vor lebt er in dem kleinen Weiler zwischen Katzwinkel und Friesenhagen, und auch sein Telefonanschluss ist noch immer derselbe: Die Rufnummer ist geblieben, einen Router gibt’s bei Karlheinz Kötting und seine Frau Herlinde nicht, und noch immer ist der Dienstleister die Telekom. Allerdings verrichtet die ihren Dienst seit einigen Wochen nicht mehr.
Anfang Dezember ist das Telefon ausgefallen. Erst hatten die Köttings noch vermutet, lediglich das Gerät sei kaputt – aber als auch das neue Telefon stumm blieb, war klar: „Da stimmt was mit der Leitung nicht.“ Für die Köttings ist das nicht neu: „Früher ging die Leitung noch durch den Hochwald. Da sind oft schon mal Äste drauf gefallen, und dann war das Telefon tot“, berichtet Herlinde Kötting. Seit die Telekom ihre Leitung verbuddelt hat, ist dieses Problem aber gelöst.

Wir sind abgeschnitten.
Herlinde Kötting
84-Jährige aus Äpfelbach

Gefangen in Callcenter-Warteschleifen

Und trotzdem hakt’s derzeit irgendwo im Leitungsnetz: Die Tochter der Eheleute, Andrea Pfeifer, hat sich Anfang Dezember durch die Callcenter-Warteschleifen gekämpft, und nur wenige Tage später rückte ein Techniker an. „Er hat uns dann mitgeteilt, dass das Problem außerhalb des Hauses liegt und dass ein Monteur kommen würde“, erklärt Andrea Pfeifer. Zu diesem Zeitpunkt waren sie und ihre Eltern noch optimistisch, dass das Problem bald gelöst sein würde. Aber weit gefehlt.

Mitteilung der Telekom war schlicht falsch

Zum einen zog es sich wie Kaugummi, bis der angekündigte Monteur in Äpfelbach eintraf – und zum anderen war nur die Telekom anschließend zufrieden. Das Kommunikationsunternehmen jedenfalls hat Andrea Pfeifer am 21. Dezember per SMS mitgeteilt, dass die Störung behoben und das Telefon wieder funktionsfähig sei. „Meine Eltern haben sich über die Nachricht riesig gefreut“, berichtet sie im Gespräch mit der SZ – schließlich stehen gerade in der Weihnachtszeit viele Telefonate mit Verwandten und Bekannten an. Umso ärgerlicher, dass die Mitteilung der Telekom schlicht falsch war: Das Telefon der Köttings blieb weiter stumm.

Zwei Termine mit dem Monteur geplatzt

Also nahm sich Andrea Pfeifer abermals des Problems an – mittlerweile weiß sie genau, zu welcher Tages- und Nachtzeit man das Callcenter erreicht, ohne eine halbe Stunde in der Warteschleife geparkt zu werden. Aber auch wenn die Mitarbeiter in den Callcentern in Saarbrücken, Leipzig und Überall allesamt freundlich gewesen seien: „Geholfen hat’s noch nicht.“ Zwei fest zugesagte Termine mit dem Monteur seien geplatzt, berichten die Köttings – ohne Erklärung, ohne Absage, ohne Entschuldigung.
Also bleibt’s im Hörer weiter stumm – sehr zum Leidwesen der Köttings. „Ein Telefon gehört zum Leben dazu, ohne fühlt man sich verlassen“, sagt Karlheinz Kötting, und seine Frau pflichtet ihm bei: „Wir sind abgeschnitten.“ Zum Glück wohnt die Familie ihrer Tochter im Haus – ansonsten könnte es zum Beispiel bei einem medizinischen Notfall in dem kleinen Weiler echt kritisch werden.

Telekom in „tiefergehender Recherche“

Jetzt hoffen die Köttings, dass sich die Telekom bald rührt – denn nachdem schon die Weihnachtstelefonate ersatzlos ausgefallen sind, rückt der nächste wichtige Termin näher: Karlheinz Kötting wird in der kommenden Woche 88 Jahre alt – da wäre es doch schön, wenn die Gratulanten ihn telefonisch erreichen würden.
Noch besteht Hoffnung: Die Telekom hat am Montag prompt auf die Anfrage der SZ reagiert. „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für Familie Kötting sehr. Es liegt ein Defekt an der oberirdischen Linie vor“, teilt der Konzern mit, „wir befinden uns in der tiefergehenden Recherche.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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