Abwassergebühr steigt auf 2 Euro

Kirchener haben 65000 Kubikmeter Wasser gespart/Verbandsgemeinderat wälzt Kosten ab

ruth Kirchen. Rund 65000 Kubikmeter Wasser haben die Bürger der Verbandsgemeinde Kirchen gespart. Seit 1996 geht der Wasserverbrauch kontinuierlich zurück, von 1087000 auf 1022000 Kubikmeter. Das ist zu viel. Jetzt erhalten die Bürger dafür die Quittung: Die Schmutzwassergebühr steigt von 1,76 auf 2 Euro. Das beschloss der Verbandsgemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag.

FWG, FDP und Grüne dagegen

Genauer gesagt, die Mehrheitsfraktion der CDU stimmte mit ihren 20 Mandaten für die Erhöhung, FWG, FDP und Bündnisgrüne lehnten die Erhöhung ab. Es ist wie auch in der großen Politik paradox: Wer spart, wird bestraft.

Zwar führte der Kaufmännische Werkleiter Werner Schäfer zu seiner Verteidigung an, dass die Einrichtungen ja vorhanden seien und somit auch bezahlt werden müssten, sein Auto-Vergleich hinkte jedoch gewaltig: »Wenn Sie mit einem Auto keinen Kilometer oder 50000 Kilometer im Jahr fahren, die Anschaffungskosten, Haftpflichtkosten und Steuer sind in vollem Umfang zu zahlen.« Schäfer scheint zu vergessen, dass der Bürger sich ein Fahrzeug anschafft, um es auch zu benutzen. Werden die Rahmenbedingungen schlechter, geht er eben vom Gas, um ökologischer und sparsamer zu fahren. Nichts anderes haben die Bürger beim Wasserverbrauch gemacht.

SPD-Sprecher Dr. Berthold Mengel brachte die Sache auf den Punkt: »Es ist eine paradoxe Situation. Wenn die Leute wertvolles Trinkwasser sparen, müssen sie mehr bezahlen. Das kann nicht sein und stellt jede Sinnhaftigkeit auf den Kopf!« Er warf der Werkleitung vor, nicht ausreichend nach Einsparmöglichkeiten gesucht zu haben. »Wenn wir Geld brauchen, holen wir es uns einfach von den Bürgern. Diesem Automatismus stimmen wir nicht zu!«

Ulrich Merzhäuser (CDU) fand die Erhöhung zum jetzigen Zeitpunkt zumutbar, »sonst müssten wir nächstes Jahr mit dem Hammer kommen«. Helmut Ermert (SPD) plädierte dafür, zeitlich begrenzt höhere Verluste hinzunehmen und Investitionen zu strecken. »Es gibt nichts mehr zu strecken«, hielt ihm Bürgermeister Wolfgang Müller entgegen. Tobias Kappenstein (FWG) sprach sich dafür aus, die Erhöhung um ein Jahr zu verschieben, denn wieder einmal würden Familien mit Kindern von dieser Erhöhung besonders betroffen.

Heribert Meyer (FWG), fürchtet, dass damit noch mehr Kaufkraft bei den Bürgern abgeschöpft werde, und auch Alfred Köhler (Bündnis 90/Die Grünen) war gegen eine Erhöhung, denn »man kann den Familien jetzt nicht noch mehr zumuten.« Keine Gebührenerhöhung gibt es beim Wasserplan. Allerdings können sich die Bürger schon jetzt darauf einstellen, dass die nächste Gebührenrunde in Kürze eingeläutet wird. Bürgermeister Müller stellte klar, dass ein ausgeglichenes Ergebnis nur mit einer Kalkulation von 2,13 Euro je Kubikmeter erreicht werden könne. Nach der Anhebung errechne sich immer noch ein Jahresverlust von rund 129000 Euro.

Maßnahmen in Höhe von 2,9 Mill. Euro

Die Verbandsgemeinde muss in diesem Jahr gewaltige Investitionen schultern. Baumaßnahmen in Höhe von rund 2,9 Mill. Euro sind vorgesehen, der Großteil »wandert« ins neue Klärwerk nach Steeg. In das Neubaugebiet »Stroth« in Mudersbach investiert die Gemeinde 580000 Euro für die Wasserversorgung. Unterm Strich bleibt ein zu erwartender Jahresverlust von 44000 Euro.

Über 6,5 Mill. Euro wird die Verbandsgemeinde im Abwasserbereich investieren. Der Jahresverlust lag in diesem Jahr bei 225000 Euro und könne dank der Anhebung auf 129000 Euro begrenzt werden. »Geschieht dies nicht, werden Probleme nur in die Zukunft verlagert, ohne dass sich Dinge hin zum Positiven ändern werden«, so der Bürgermeister.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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