Ärger in Niederfischbach: In der Kräm »kocht es«

Anlieger wollen zwar Kanalarbeiten, aber keinen Straßenausbau/Rat entscheidet am Montag

goeb Niederfischbach. Es geht um viel Geld. Würde die Straße In der Kräm in Niederfischbach »ausgebaut«, wäre zum Beispiel Anlieger Günter Richter mit 13244 Euro dabei. »Im Durchschnitt sind es 6000 Euro«, berichtet Peter Muhm, ebenfall Anwohner In der Kräm. Drei Dutzend Häuser stehen hier, ein wenig abgelegen vom Hauptort. Die Straße In der Kräm verbindet drei Dutzend Häuser wie ein unregelmäßig runder Kreis mit einem Zipfel dran. Ein wenig über drei Meter wird sie breit sein, man erkennt einige Schlaglöcher, aber es gibt schlechtere Straßen in der Verbandsgemeinde.

Weiter unten hat ein Bagger auf etwa 30 Meter Länge einen tiefen Graben ausgeschachtet, und Arbeiter haben darin einen Kanal verlegt. Von der ursprünglichen Straße ist nichts mehr zu sehen. Seit einigen Tagen buddelt man hier, und spätestens seit Anfang des Monats, als man dort die Baustelle einrichtete, wächst bei den Nachbarn der Zorn.

»Was uns sauer aufstößt«, lässt sich Peter Muhm ein, »ist zum einen die Kurzfristigkeit dieser Sache«. Alle stimmen ihm zu. Von den 43 Unterzeichnenden, die im Mai 2003 eine eindeutige Petition im Gemeindebüro abgegeben haben, dürfte ein Großteil vertreten sein. Man drängt sich im Untergeschoss des Hauses von Theo Klein. Der wettert: »In den 35 Jahren, in denen ich Mitglied des Rates war, hat es das nicht gegeben, dass sich eine Gemeinde gegen ihre Bürger stellt.«

Denn die »Krämer« fühlen sich verladen. Zwar haben sie nichts gegen die Neuverlegung von Kanal und Wasser, die müsse sein, doch haben sie in ihrer Petition dargelegt: »Wir sind ausdrücklich gegen einen ,Ausbau’ der Straßen im Ortsteil In der Kräm im Zusammenhang mit dieser Baumaßnahme«. Will sagen: Nach Verlegen der Rohre haben die Verbandsgemeindewerke den Verkehrsweg in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. Die gezahlten Gebühren, wird argumentiert, seien eine Mischkalkulation, insofern seien von den Verbänden auch die Kosten zu tragen. Sie fordern eine Gleichbehandlung mit gleichen Bauvorhaben in anderen Ortsteilen, wie Hahnhof, Hüttseifen und Bergstraße.

»Geschenk der Rechnung« gemacht

Auf das Schreiben habe die Ortsgemeinde nicht reagiert, berichten die Anwohner. Stattdessen sei ihnen jetzt, am 23. September, auf einer zweiten Anliegerversammlung »das Geschenk der Rechnung« präsentiert worden. Entsprechend dicke Luft habe geherrscht.

Statt eines »Ausbaus«, der die Anlieger mit 64 Prozent an den Kosten beteiligen würde, fordern die Niederfischbacher eine kostenneutrale »Wiederherstellung«. In der März-Anliegerversammlung habe ihnen Ortsbürgermeister Matthias Otterbach wörtlich zugesichert: »Wenn die Anlieger eine Wiederherstellung wollen, dann werden sie eine Wiederherstellung bekommen.« Theo Klein: »Und jetzt will er es nicht gesagt haben.«

Dass am kommenden Montag ein Ratsbeschluss über einen »Ausbau« gefasst werden soll, »nachdem man dafür bereits alle Aufträge vergeben hat«, stört das Demokratieverständnis der Einwohner. »In der Versammlung ist jedenfalls mit uns zu rechnen.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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