Allerlei Neues im Frühling

Auch das Jugendorchester des Musikvereins Wehbach trat zum ersten Mal unter der Leitung von Frank Zelmer auf.  Foto: just
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just Wehbach. Gleich drei Premieren gab es beim diesjährigen Konzert des Musikvereins Wehbach. Vorsitzender Thorsten Grahl kündigte zum ersten Mal das Orchester unter der Leitung von Frank Zelmer an, das sich in den Anfängen befindende Jugendorchester trat ebenso unter Zelmer auf, und der Musikverein hat seine lange Tradition gebrochen und dieses Jahr acht Wochen später zum allerersten Frühjahrskonzert überhaupt geladen.

Gleich zu Beginn schufen die Musiker mit „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss eine Stimmung, die mysteriös und feierlich zugleich war. Mit der Ouvertüre zur Oper „Regina“ von Rossini zeigte sich das Orchester als variabel und abwechslungsreich. Beschwingte tänzerische Melodien lösten schwerfällige Blechpassagen nahtlos ab, so dass der Inhalt dieser etwas ungewöhnlichen Tondichtung gut nachzuvollziehen war. Die Oper, welche oft als romantisch-politische Freiheitsoper bezeichnet wird, handelt von streikenden Arbeitern im 19. Jahrhundert.

Kontrastreich und überraschend modern zeigte sich der Musikverein ebenfalls, war man doch im Allgemeinen mehr traditionelle Musik gewöhnt. Die rund 45 Musikerinnen und Musiker nahmen das Publikum bei „Frank Sinatra in Concert“ mit auf eine amerikanische Reise, voll Glamour, Show und Entertainment. Melodien, melancholisch und charakterstark zugleich, begeisterten die Zuhörer. Einen hohen Wiedererkennungswert hatten nicht nur die Klassiker „New York, New York“ oder „Strangers In The Night“. Von Amerika nach Paris führte die musikalische Reise mit Jacques Offenbach, mit einem Medley seiner bekanntesten Werke. Offenbachs einzige Oper, „Hoffmanns Erzählungen“, aber auch der weltbekannte „Can Can“ wurden spielerisch intoniert, das gute Zusammenspiel von Holzregister und der tiefen Blechkraft vermittelte puren Spaß an der Musik. Besonders schwungvoll gestaltete sich das Pariser Leben, eine Operette von Offenbach, die vom Laster und der Liebe zur französischen Hauptstadt und zu deren Einwohnern erzählt. Walzerklänge und die Anfangsakkorde der französischen Marseillaise passten gut zusammen.

Mit „Big Spender“ kündigte die charmante Moderatorin Karin Hegels einen Klassiker der Big-Band-Musik an. Ursprünglich für ein Musical komponiert, inszenierten die Wehbacher damit ihre eigene Show. Bei Lichteffekten und einer lockerleichten Atmosphäre konnte vor allem das tiefe Blech mal so richtig Gas geben. Glissandoübergänge von den Posaunen taten ihr Übriges hinzu. Für die Fans der traditionellen Marschmusik gehörte auch der zünftige Militärmarsch „Jubelklänge“ von Ernst Robert Uebel dazu.

Nach der Pause eroberten die Jugendlichen die Bühne und präsentierten sich mit einem festen Musikerstamm von 14 Personen unter der ebenfalls neuen Leitung von Frank Zelmer. Moderatorin Lisa Wäschenbach verriet dem Publikum, dass den Jugendlichen die Probenarbeit großen Spaß mache. Bei der eigens für Jugendorchester geschriebenen Komposition „Zauberland“ von Kurt Gäble erklangen märchenhafte Passagen in einem ruhigen Wechselspiel von Melodie und Begleitung. Jedem bekannt war die gefühlvolle Ballade „Can You Feel The Love Tonight“ aus dem Musical „Der König der Löwen“ von Sir Elton John. Mit „Hello, Dolly“ verabschiedete sich der Nachwuchs und warb schon jetzt für das Frühjahrskonzert 2010.Eingeführt von Rolf Polichnei luden die Erwachsenen mit der Titelmusik aus der gleichnamigen Fernsehshow „Musik ist Trumpf“ zum bunten Entertainment. Nach dem schwungvollen Opener aus den 70er Jahren erklangen bei „Highland Cathedral“ besinnliche, fast schon sakrale Klänge, die die Landschaft Schottlands in Anlehnung an typische Dudelsackklänge beschreiben.Stolz kann nicht nur Dirigent Frank Zelmer auf seine Truppe sein, sondern auch Jörg Wellnitz, der erst im vergangenen Jahr den Taktstock abgegeben und nun bei den Klarinetten seinen Platz im Verein gefunden hat. Bei dem Werk „76 Trombones“ mussten die Musiker allerdings etwas abspecken, wären doch laut Titel mehrere Dutzend Posaunisten erforderlich. Aber auch die anwesenden sieben Posaunen meisterten dieses unkonventionelle Solostück mit Bravour. Eingebunden in ein Ratespiel wurde das Publikum bei „TV-Kultabend“. In dem Medley konnten die Gäste neben der „Lindenstraße“, der „Schwarzwaldklinik“ auch das „Aktuelle Sportstudio“ und die „Tagesschau“ verfolgen.Als besonderes Glanzlicht erwies sich die Musicaldarbietung aus „Elisabeth“, in der Solistin Maria Schmitz eindrucksvoll die Ballade „Ich gehör nur mir“ interpretierte. Die studierte Sängerin aus Aachen war die perfekte Ergänzung zum Orchester, das mit eher leisen und begleitenden Passagen im Hintergrund blieb. Groß und mächtig sagten die Wehbacher mit dem „Abschied der Gladiatoren“ Adieu. Im Anschluss an das Konzert fand noch eine lange Partynacht des Vfl Wehbach mit DJ Hansi statt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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