Krankenhaus-Standort: MdL Höfer kritisiert Hachenburg
„Altenkirchen stärker einbinden“

Leere Betten sollen in dem neuen Krankenhaus die Ausnahme bleiben. Die Frage ist nur, wo dieses gebaut werden soll.
  • Leere Betten sollen in dem neuen Krankenhaus die Ausnahme bleiben. Die Frage ist nur, wo dieses gebaut werden soll.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Thorsten Stahl (Redakteur)

sz Kreis Altenkirchen. Der Landtagsabgeordnete Heijo Höfer spricht sich für einen neuen Krankenhausstandort am Bahnhof Ingelbach aus. Berücksichtige man alle Faktoren, sei dies die eindeutig beste Wahl für den neuen Krankenhausstandort Altenkirchen-Hachenburg, erklärt der SPD-Politiker in einer am Freitag verschickten Pressemitteilung.

Höfer sieht einen Neubau, der die beiden bisher getrennten Standorte vereinigt, grundsätzlich positiv. Die öffentlichen und politischen Diskussionen hätten jedoch gezeigt, dass für den vom Bremer BAB-Institut knapp favorisierten Standort an der B413/414 am Stadtrand von Hachenburg keine Akzeptanz im AK-Land vorhanden sei.

Rein inhaltlich sei zu beanstanden, dass dieser Standort im Gegensatz zum Bahnhof Ingelbach oder dem alternativen Standort bei Hattert keinen Bahnhaltepunkt habe. Zu hoffen, dass ein solcher Haltepunkt in Zukunft noch eingerichtet werden könne, bezeichnet Heijo Höfer als „pures Hachenburger Wunschdenken“. Der frühere Altenkirchener Stadt- und VG-Bürgermeister sieht dies als Indiz dafür, dass die Federführung beim bisherigen Verfahren zu stark in Hachenburger Händen liege.

Der SPD-Politiker fordert eine gleichberechtigte Einbindung des Altenkirchener Rathauses in die Standortauswahl. Schließlich suche man einen Neubaustandort für beide vorhandenen Krankenhäuser. „Unsere Bevölkerung beklagt ein intransparentes und einseitig die Stadt Hachenburg bevorzugendes Verfahren. Manche unglückliche Aussage aus Hachenburg könne man nur als Kirchturmdenken bezeichnen“, meint Höfer.

Das Argument der Gutachter, der Standort bei Hachenburg könne besser die Potenziale aus den Räumen Dierdorf/Selters/Westerburg akquirieren, sei politisch nicht akzeptabel, heißt es weiter. Ein Krankenhaus, das auf das Ausbluten anderer Krankenhäuser als wesentliche Einnahmequelle setze, sei keine vertrauensvolle Einrichtung und hinterlasse im Erfolgsfalle woanders „weiße Flecken“ in der ärztlichen Versorgung. Außerdem hält Höfer es für zweifelhaft, ob unter diesen Voraussetzungen die Erschließung des Bereichs Flammersfeld gelingen werde. Dort sei durch die anstehende Fusion der beiden Verbandsgemeinden Altenkirchen und Flammersfeld ein großes „natürliches“ Patientenvorkommen vorhanden. Dieses Potenzial könne aber nur mobilisiert werden, wenn das neue Krankenhaus geografisch deutlich näher ans Altenkirchener Stadtgebiet rücken würde. Dass zudem der gesamte Raum Wissen in dem Gutachten nicht ausreichend gewürdigt werde, ist für Höfer ein weiterer Kritikpunkt.

„Eine breite gesellschaftliche Akzeptanz des neuen Standorts ist eine wesentliche Voraussetzung für einen späteren wirtschaftlich gelingenden und medizinisch hochwertigen Betrieb. Sie kann nur erreicht werden, wenn alle Bevölkerungsteile das Gefühl haben, der Neubau sei „ihr neues Krankenhaus“, so Höfers klare Meinung, die er nach eigener Aussage auch in Briefen gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden der DRK-Trägergesellschaft Süd-West,  Rainer Kaul, und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler zum Ausdruck gebracht habe.

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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