„Alternative“ zu Moskau

Der Kirchenchor St. Matthias Niederschelderhütte-Birken lud am Samstag zum Gospelkonzert – und begeisterte mit seinen Gästen das Publikum.  Foto: suk
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suk Niederschelderhütte. Beschwingt ging es am Samstag in der kath. Kirche St. Matthias in Niederschelderhütte zu. Unter dem Motto „O Happy Day … Gospels, Spirituals und mehr …“ hatte der Kirchenchor St. Matthias Niederschelderhütte-Birken zum Konzert geladen. Chorleiter Matthias Merzhäuser war sichtlich erfreut darüber, dass die Kirchenbänke voll besetzt waren und lobte die Anwesenden für die Entscheidung, dass sie dieses Konzert der „Gegenveranstaltung“ in Moskau vorgezogen hätten. Wie sich schnell herausstellte, war das zweifellos die richtige Wahl. Denn was das Publikum hier geboten bekam, konnte sich wahrlich hören lassen. Neben dem gastgebenden Chor wirkten auch der junge Chor Taktvoll aus Oberschelden und die Chorgemeinschaft Ökumenischer Singkreis Herdorf und Neuer Chor Daaden mit.

Zunächst stimmte Rene Kötting am Klavier die Konzertbesucher auf den Abend ein. Temporeich und gekonnt spielte der 17-jährige Gymnasiast aus Niederschelderhütte „Music“ von John Miles und hatte damit das passende Stück für den Konzertbeginn gewählt: Immerhin verband alle Mitwirkenden die große Liebe zur Musik, von der dieses Stück ja erzählt. Die engagiert vorgetragenen Lieder vermittelten dies immer wieder. Der Kirchenchor begeisterte mit dem gefühlvoll vorgetragenen „Morning Has Broken“, das aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts stammt, aber in den 70ern durch Cat Stevens, heute Yusuf Islam, ein Welthit wurde.

„Prayse Ye The Lord“ war ebenfalls ein getragenes Stück, das von den rund 25 Sängerinnen und Sängern mit großer Ausdruckskraft dargeboten wurde. Hier, wie bei vielen anderen Stücken auch, wurde der Chor von Michael Bertelmann souverän am Klavier begleitet.

Kaum ein Fuß blieb wohl still, als der Kirchenchor die beiden afrikanischen Lieder „Siyahamba“ und „Wama Ajelile“ zum Besten gab. Zur Untermalung durch verschiedene Percussion-Instrumente verstanden es die Sänger hervorragend, die ganze Freude, die in den Liedern steckt, zum Ausdruck zu bringen. Zwischen den Chorblöcken begeisterte Michael Bertelmann mit modernen Klavierimprovisationen.

Erst seit rund drei Jahren gibt es den Chor Taktvoll. Viele der Mitglieder haben früher in einem CVJM-Jugendchor gesungen und sich nun nach einigen Jahren wieder zu einem Chor formiert. Abwechselnd wurden sie von Renate Brenner und Holger Engelbert dirigiert, während der jeweils andere den Chor am Klavier begleitete. Christian Schneider am Schlagzeug komplettierte die Instrumentalbesetzung. Mit sichtlich großer Freude sangen die rund 30 Sängerinnen und Sänger vor allem Stücke aus der noch recht jungen, aber sehr populären skandinavischen Gospelszene. Stücke wie „You Are The Light“ von Tore W. Aas oder „When We Believe“ von Lasse Axelsson hatten echten Ohrwurmcharakter. Ein besonderer Glanzpunkt war „Jesus In The Light“, das der Chor a cappella sang. Hier kam die stimmliche Qualität des Chores erst richtig zur Geltung – ein wahrer Ohrenschmaus!Auch die Chorgemeinschaft der Sänger aus Herdorf und Daaden hatte einige Stücke der besagten skandinavischen Gospelszene im Gepäck. Die getragenen Songs „God So Loved The World“ und „Reaching Heaven With Our Song“ stammen ebenso aus der Feder von Tore W. Aas wie „My Tribute“. Hier sang Kristin Knautz den gefühlvollen Solopart überaus gekonnt und ausdrucksstark. Bekannte Gospels wie „Down By The Riverside“, „Amen“ oder „This Little Light Of Mine“ waren im „Traditional Gospel Medley“ vereint, das die Chorgemeinschaft temporeich und kraftvoll zum Besten brachte. Peter Schlosser setzte dabei mit stimmgewaltigen Soloeinlagen besondere Akzente. Den musikalischen Spannungsbogen, von dem das traditionelle Stück „Halleluja, Salvation And Glory“ lebt, setzte der Chor ebenfalls hervorragend um.Bevor der Kirchenchor St. Matthias den letzten Liedblock anstimmte, waren alle Anwesenden zum Mitsingen aufgerufen. Während jeweils ein Sänger aus den drei Chören die Strophen von „Swing Low“ sang, erklang der bekannte Refrain aus hunderten Kehlen und erfüllte die Kirche bis in die hintersten Winkel. Unter anderem mit „All Night, All Day“ und dem wunderschön getragenen Irischen Segenswunsch von James E. Moore begeisterte am Ende noch einmal der gastgebende Kirchenchor und wurde zum krönenden Abschluss dem Konzertmotto auch buchstäblich gerecht, mit dem Gospel „Oh Happy Day“ und einem enthusiastischen Solo von Wolfgang Kötting. Der begeisterte Applaus am Ende stellte dann auch ein klares Votum dar: „Niederschelderhütte: Twelve Points!“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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