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Wohngebiet in Mudersbach unter Höchstspannung
Amprion beginnt mit Leitungsbau mitten durch die Stroth

Vertreter der Ortsgemeinde sowie der Firmen Amprion und Spie stellten Einzelheiten der anstehenden Arbeiten vor.
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thor Mudersbach. Der Bau der neuen 380-kV-Höchstspannungsleitung steht im Kreis Altenkirchen vor seiner letzten und vermutlich sogar anspruchsvollsten Etappe – und damit ist nicht unbedingt die Trasse im Giebelwald von Mudersbach bis zur Lurzenbach gemeint. Mit zum Abschnitt D gehört auch der Abzweig nach Eiserfeld, der es aus vielerlei Gründen „in sich hat“. Denn hier sind nicht Rehe, Wildschweine und höchstens noch Spaziergänger und Mountainbiker aufmerksame Beobachter des Baufortschritts, sondern Anwohner. Viele Anwohner. Vom Schieferwald zwischen Mudersbach und Niederschelderhütte spannt sich die Leitung über das Siegtal, zerschneidet das Baugebiet „Stroth“ und trifft oberhalb von Birken auf NRW-Gebiet, wo der Lückenschluss zum Umspannwerk in Eiserfeld ansteht.

thor Mudersbach. Der Bau der neuen 380-kV-Höchstspannungsleitung steht im Kreis Altenkirchen vor seiner letzten und vermutlich sogar anspruchsvollsten Etappe – und damit ist nicht unbedingt die Trasse im Giebelwald von Mudersbach bis zur Lurzenbach gemeint. Mit zum Abschnitt D gehört auch der Abzweig nach Eiserfeld, der es aus vielerlei Gründen „in sich hat“. Denn hier sind nicht Rehe, Wildschweine und höchstens noch Spaziergänger und Mountainbiker aufmerksame Beobachter des Baufortschritts, sondern Anwohner. Viele Anwohner. Vom Schieferwald zwischen Mudersbach und Niederschelderhütte spannt sich die Leitung über das Siegtal, zerschneidet das Baugebiet „Stroth“ und trifft oberhalb von Birken auf NRW-Gebiet, wo der Lückenschluss zum Umspannwerk in Eiserfeld ansteht. Keine Frage: Arbeiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit sehen anders aus.

Amprion will die Öffentlichkeit informieren

Daher hat sich Amprion vorgenommen, genau diese umfassend zu informieren, auch um sich nicht der gleichen Kritik wie zuletzt in Brachbach auszusetzen. So hat jeder Hausbesitzer einen Brief bekommen, in dem das Unternehmen die Auswirkungen des anstehenden Leitungsbaus skizziert. Ein Jahr lang müssen sich die Menschen in der Stroth und in Birken auf zusätzliche Belastungen einstellen. Das wurde am Dienstag auch nochmals bei einem Treffen der SZ mit den Verantwortlichen der Ortsgemeinde und der Firmen Amprion und Spie deutlich.

Polizeieinsatz auf Brachbacher Amprion-Baustelle

Derzeit stehen im Abschnitt D noch 52 Masten mit einer Höhe von rund 37 Metern. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, werden es nur noch 25 sein – dafür aber 30 Meter höher. Auf dem Abzweig von Mudersbach nach Eiserfeld sind nach Angaben von Amprion-Projektleiter Sascha Puchtinger 14 geplant (auf einer Streckenlänge von 3,9 km), im Giebelwald sind es elf auf 3,1 km. Im April werde man mit den Gründungsarbeiten und der Demontage beginnen.

Lkw nutzen die Stroth in Mudersbach als Zufahrt

„Die Gründung selbst ist intensiv, da möchte ich nicht lügen“, sagte Olaf Bernhard (Spie) zur Geräuschkulisse. Seine Firma ist im Auftrag von Amprion in Mudersbach tätig. Überhaupt sei dieser Abschnitt durchaus anspruchsvoll, nicht unbedingt, weil Sieg, Bundesstraße und Eisenbahnstrecke überquert werden müssten, sondern vielmehr wegen der Topographie. In Niederschelden im Bereich des Drottentals wurden schon vor Monaten sehr aufwändig Serpentinen angelegt, um die Zufahrt zu den Masten sicherzustellen.
Seinerzeit hatte es in Birken Beschwerden gegeben, dass der gesamte Bauverkehr ausschließlich durch den Mudersbacher Ortsteil läuft. Diese Kritik hat die Ortsgemeinde aufgenommen und für die jetzt anstehenden Arbeiten die Einrichtung eines „Rundverkehrs“ erreicht. Das bedeutet, dass die Lkw die Stroth als Zufahrt nutzen und dann das Gebiet über die Löhrstraße wieder verlassen (mit einer Verbindung über den Backes). „Ich denke, wir werden die Lage damit deutlich entspannen“, meinte der 1. Beigeordnete Bernhard Steiner.

Amprion stellt intensive Bauphasen in Aussicht

Dennoch: In den Schreiben an die Anwohner weist Amprion ausdrücklich darauf hin, dass gelegentlich auch verkehrsrechtliche Maßnahmen wie Parkverbote erlassen werden müssen. Da nicht an allen Masten gleichzeitig gearbeitet werde, könne es ruhigere und intensivere Phasen geben. „Grundsätzlich planen wir die Straßen werktags zwischen 7 und 18 Uhr zu nutzen“, heißt es in dem Brief. Die neuen Leitungen werden übrigens nicht per Helikopter „verlegt“, vielmehr bedient man sich dafür bestehender Seile.
Die Planer gehen davon aus, dass die Arbeiten im kompletten Abschnitt im 2. Quartal 2022 beendet sein werden – wenn es keine unliebsamen Überraschungen gibt. Dazu könnten beispielsweise alte Schächte und Gruben gehören, die auf keiner alten Gangkarte verzeichnet sind und die auch im Vorfeld bei Probebohrungen nicht entdeckt wurden.
Die gesamte Höchstspannungsleitung von Dortmund-Kruckel nach Dauersberg soll übrigens erst 2025 und nicht, wie ursprünglich geplant, 2023 in Betrieb genommen werden, sagte Amprion-Sprecherin Mariella Raulf. Für einige Abschnitte fehlt bekanntlich noch ein Planfeststellungsbeschluss.

Umbau des Umspannwerks Eiserfeld genehmigt

Genehmigt ist mittlerweile auch der Umbau des Umspannwerks Eiserfeld (mit Installation eines 360-t-Trafos), wobei Bernhard Steiner beim Ortstermin nochmals keinen Hehl daraus machte, dass die Mudersbacher gerne einen komplett anderen Trassenverlauf gesehen hätten – mit Verlagerung des Umspannwerks an die A45. Seinerzeit vermisste man bei diesem Vorhaben die Unterstützung der Stadt Siegen. Die wiederum hatte im Planungsverfahren vorgeschlagen, die Umspannanlage nach Mudersbach zu verlegen (wo allerdings der Platz fehlte).

Im Zuge des Leitungsneubaus wird auch das Umspannwerk in Eiserfeld umgebaut. Dafür soll im nächsten Jahr ein 360 Tonnen schwerer Trafo installiert werden.
  • Im Zuge des Leitungsneubaus wird auch das Umspannwerk in Eiserfeld umgebaut. Dafür soll im nächsten Jahr ein 360 Tonnen schwerer Trafo installiert werden.
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Nunmehr hat man sich wohl mit dem Verbleib mitten in Eiserfeld abgefunden. „Die städtebauliche und nachbarschaftliche Situation ist insgesamt als Gemengelage zu bezeichnen“, so Christina Eckstein, Leiterin der Arbeitsgruppe Stadtentwicklung bei der Stadt Siegen. Die angrenzende Wohnbebauung bestehe zum Teil aus ehemaligen Werkswohnungen der RWE. In einem Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz seien alle rechtlichen Belange umfassend geprüft und die Umbaumaßnahmen als genehmigungsfähig eingestuft worden.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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