VG Kirchen: SPD nominiert Bürgermeister-Kandidaten
Andreas Hundhausen will's wissen

Andreas Hundhausen hat sich als erster „aus der Deckung“ gewagt: Der 35-jährige Stadtbürgermeister von Kirchen würde gerne auch Verwaltungschef der Verbandsgemeinde werden (Archivbild).
  • Andreas Hundhausen hat sich als erster „aus der Deckung“ gewagt: Der 35-jährige Stadtbürgermeister von Kirchen würde gerne auch Verwaltungschef der Verbandsgemeinde werden (Archivbild).
  • Foto: Rainer Schmitt
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

sz/thor Kirchen. Als am 28. August 1986 der Film „Highlander“ in den Kinos anlief, musste Andreas Hundhausen noch draußen bleiben – er war schließlich gerade ein Jahr und drei Tage alt. 34 Jahre später hat ihn das legendäre Zitat des Fantasy-Spektakels allerdings endgültig eingeholt: „Es kann nur einen geben.“ Genau das werden die führenden Sozialdemokraten der Verbandsgemeinde Kirchen Anfang der Woche gedacht haben, als sie sich auf einen Bürgermeister-Kandidaten verständigt haben. Andreas Hundhausen soll sich am 6. Juni bei den Wählern um die Nachfolge von Maik Köhler bewerben. Das teilte die SPD am späten Mittwochabend per Presseinfo mit. Und in der Tat: Für die Genossen konnte es für diese Wahl wohl keinen anderen geben. Die Nominierung ist insofern keine Überraschung.

Einstimmiges Vorstandsvotum

Das Votum des Vorstands fiel demnach einstimmig aus. Angelika Buske, die Gemeindeverbandsvorsitzende und SPD-Fraktionschefin im Verbandsgemeinderat Kirchen, erklärt hierzu: „Andreas Hundhausen ist für das hauptamtliche Bürgermeisteramt ohne Zweifel der richtige Kandidat. Er hat als langjähriger Stadtbürgermeister von Kirchen bewiesen, wie parteiübergreifend und zum Wohle der Bürger vor Ort Kommunalpolitik gelingen kann. Bei der Wahl zum Verbandsgemeinderat vor knapp zwei Jahren hatte Andreas mit Abstand die meisten Stimmen parteiübergreifend erhalten. Ebenso hatte er ein sehr gutes Ergebnis bei der Landratswahl. Mit seinem Fachwissen und seiner Erfahrung wird er ganz sicher die Verbandsgemeindeverwaltung in den nächsten acht Jahren so besonnen führen wie sein Vorgänger.“

Hundhausen will Stadtbürgermeister bleiben

In der Tat kann der SPD-Mann von sich behaupten, ein fast freundschaftliches Verhältnis zu Maik Köhler gepflegt zu haben. Schon als er 2014 zum Stadtbürgermeister gewählt wurde, hatte er zwei politische Ziehväter: Neben Dr. Wolfram Johannes (SPD) war dies zweifellos auch sein Vorgänger Wolfgang Müller (CDU).
Hundhausen, der im Falle seines Wahlsiegs sein ehrenamtliches Stadtbürgermeisteramt in Kirchen fortsetzen möchte, freut sich laut Mitteilung auf den anstehenden, wenn auch besonderen Wahlkampf: „Sofern es das Infektionsgeschehen in den nächsten Wochen zulässt, möchte ich mit den Wählerinnen und Wählern persönlich ins Gespräch kommen. Leider macht das Coronavirus aber auch vor unserer Verbandsgemeinde keinen Halt, sodass es eine Mischung aus analogen und digitalen Formaten geben wird.“

Thema Digitalisierung steht oben auf der Liste

Der 35-Jährige hat dabei schon konkrete Pläne: „Das Thema Digitalisierung wird in den nächsten Jahren ganz oben auf der Agenda stehen.“ Neben der digitalen Transformation sollen nach Meinung von Hundhausen, der auch Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion und des SPD-Kreisverbandes ist, die Themenfelder Umwelt und Klimaschutz, Schulen, Wirtschaft, Wohnraummanagement sowie Tourismus verstärkt in den Fokus gerückt werden.
„Als Vorgesetzter von über 100 Beschäftigten in den drei städtischen Kindertagesstätten und dem Kirchener Bauhof zeigt Andreas Hundhausen, dass er Führungskompetenz besitzt. Durch seinen Sitz im Verbandsgemeinderat ist er mit dem aktuellen Geschehen in der Verbandsgemeinde befasst. Er hat daher die besten Voraussetzungen für das Amt des Bürgermeisters“, wird der Kirchener Anwalt Marcel Arnal, Mitglied des Verbandsgemeinde- und des Stadtrates Kirchen, zitiert.

Kandidatur aus CDU-Sicht ein echtes „Brett“

Hundhausen soll auf der Delegiertenversammlung am 9. April offiziell zum Bürgermeister-Kandidaten gewählt werden. Die Ortsbürgermeister von Brachbach und Friesenhagen, Steffen Kappes und Norbert Klaes, haben jedenfalls jetzt schon ihre Unterstützung zugesichert: „Andreas ist nah bei den Menschen, und er kann anpacken. Er ist einer von uns und einer für uns. Daher kann er ganz auf uns zählen.“
Bei der CDU – wo man sich dem Vernehmen nach in „guten Gesprächen“ mit potenziellen Bewerbern befindet – dürfte indes nicht jeder mit einer Kandidatur des Kircheners gerechnet haben. Viele in der Union waren bis zuletzt davon überzeugt, dass Hundhausen eher ein Mandat im Land- oder sogar Bundestag anstrebt. Nunmehr wissen die Strategen in der CDU endgültig: Das Rathaus in Kirchen zu behalten, wird alles andere als ein Spaziergang. Die Kandidatur Hundhausens ist ein echtes „Brett“ – was in der Konsequenz bedeutet: Wer auch immer von der CDU ins Rennen geschickt wird, hat ebenfalls beste Chancen, muss aber damit rechnen, auch als zweiter Sieger über die Ziellinie zu gehen. Auch hier gilt: Es kann nur einen geben.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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