SZ

Tempo 30 am Baumschulweg gefordert
Anwohner sammeln Unterschriften

Werner Hof (l.) und Ralf Panthel sprechen für praktisch alle Nachbarn, wenn sie Tempo 30 auf dem Baumschulweg fordern.
  • Werner Hof (l.) und Ralf Panthel sprechen für praktisch alle Nachbarn, wenn sie Tempo 30 auf dem Baumschulweg fordern.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

damo Kirchen. Eigentlich taugt der Baumschulweg ganz und gar nicht als Durchgangsstraße zwischen Betzdorf und Siegen: Gerade der untere Teil der Straße ist alles andere als übersichtlich – viele Einfahrten, einige Kurven, eine Kuppe und Häuser, die bis an den Straßenrand reichen lassen unschwer erkennen, dass es sich um eine Wohnstraße handelt. Aber: Etliche Navis lotsen die Autofahrer trotzdem über den Baumschulweg, und auch viele Ortskundige nutzen die vermeintliche Abkürzung in Richtung Siegen. Das alles ist den Anliegern ein Dorn im Auge: Sie wollen eine Temporeduzierung.

damo Kirchen. Eigentlich taugt der Baumschulweg ganz und gar nicht als Durchgangsstraße zwischen Betzdorf und Siegen: Gerade der untere Teil der Straße ist alles andere als übersichtlich – viele Einfahrten, einige Kurven, eine Kuppe und Häuser, die bis an den Straßenrand reichen lassen unschwer erkennen, dass es sich um eine Wohnstraße handelt. Aber: Etliche Navis lotsen die Autofahrer trotzdem über den Baumschulweg, und auch viele Ortskundige nutzen die vermeintliche Abkürzung in Richtung Siegen. Das alles ist den Anliegern ein Dorn im Auge: Sie wollen eine Temporeduzierung.
Diese Forderung ist mit einem gewissen Nachdruck auf dem Schreibtisch des Kirchener Stadtbürgermeisters gelandet: Andreas Hundhausen hat mehr als 100 Unterschriften geliefert bekommen, die sich für Tempo 30 aussprechen. Und was an dieser Zahl erstaunt: Werner Hof und Ralf Panthel haben weit mehr Unterstützer bekommen, als zu erwarten war. Denn im fraglichen Teil des Baumschulwegs stehen keine zwei Dutzend Häuser.

Große Unterstützung aus der Nachbarschaft

Die stolze Zahl von 102 Unterschriften ist aber trotzdem schnell erklärt: Zum einen haben Hof und Panthel praktisch an jeder Haustür eine Unterschrift bekommen; zum anderen unterstützen auch die Nachbarn aus den kleinen Straßen der Umgebung die Forderung nach Tempo 30.Diese untermauern die beiden Initiatoren der Unterschriftensammlung mit vielen guten Gründen – aber es scheint fast so, als hätten sie ihre Argumente gar nicht zu Papier bringen müssen. „Als wir die Unterschriften gesammelt haben, hat keiner unsere Argumente lesen wollen: Alle haben sofort unterschrieben“, berichtet Hof im Gespräch mit der SZ. „Ja, wir haben offene Türen eingerannt“, pflichtet ihm Panthel bei.

Und auch der Stadtbürgermeister musste nicht überzeugt werden: Hundhausen kennt die Ecke nur zu gut, und so stellt er im Telefonat mit der SZ klar, dass er „das Anliegen voll und ganz nachvollziehen kann“. Gerade der Bereich zwischen der Einmündung Hauptstraße und der Firma Hilger sei sehr unübersichtlich: „Ich würde die 30 km/h befürworten.“Neben der Unübersichtlichkeit sprechen nach Einschätzung von Panthel und Hof noch einige weitere Gründe für eine Reduzierung des Tempos auf dem Teilstück zwischen Hauptstraße und Hilger:

  • Lärmbelästigung: „Das menschliche Ohr nimmt Tempo 50 im Vergleich zu Tempo 30 als Verdopplung des Verkehrs wahr“, argumentieren Hof und Panthel. Und lärmfreies Wohnen sollte in einer Stadt wie Kirchen, die sich als Luftkurort versteht, Priorität haben.
  • Gefahren: Es gibt nur auf einer Seite einen Bürgersteig, und viele Kinder und ältere Menschen haben laut Panthel und Hof Mühen, den Baumschulweg zu überqueren. Dass sich in der Nähe gleich zwei Kitas und eine Schulbushaltestelle befinden, mache die Sache nicht besser. Und für die Anlieger bedeute Tempo 50 ein erhöhtes Unfallrisiko, denn einige von ihnen müssen sich aus schlecht einsehbaren Einfahrten in den Verkehr einfädeln. 

Probleme sind immer größer geworden

All diese Probleme bestehen nicht erst seit gestern – aber sie sind in den vergangenen Jahren immer größer geworden, schildern Hof und Panthel unisono. Der Verkehr habe seit der umfangreichen Straßensanierung vor elf Jahren stetig zugenommen und mittlerweile ein Ausmaß erreicht, das zum Handeln auffordere. „Man muss sich wundern, dass noch nichts passiert ist aus außer einem einzigen Unfall“, sagt Hof und verweist auf einen Pkw, der ausgerechnet im Bereich der Schulbushaltestelle von der Fahrbahn abgekommen ist und einen Zaun umgenietet hat. Geschehen ist das nachts, und so ist niemand zu Schaden gekommen – aber darauf wollen die Anlieger auch nicht warten.
Bereits im Vorjahr hatten sie auf die Problematik hingewiesen – getan hat sich noch nicht viel. Das Ordnungsamt hat zwar mal das Tempo gemessen, aber nach wie vor gilt 50. Und so haben Hof und Panthel jetzt die Unterschriften gesammelt und sich erneut an Hundhausen gewandt.

Stadt steht am Spielfeldrand

Ob’s hilft? Zwar stellt sich der Stadtbürgermeister im Gespräch mit der SZ auf die Seite der Anlieger – aber zugleich muss er eine Einschränkung mitliefern: Der Baumschulweg ist eine Kreisstraße, und damit kann die Stadt nicht über das Geschwindigkeitslimit entscheiden. „Wir stehen nur am Spielfeldrand“, sagt Hundhausen.Nun weiß er auch, dass man desinteressiert am Rand stehen kann, aber auch lauthals brüllend. Und er versichert, dass die Stadt ihre Wünsche sehr deutlich zum Ausdruck bringe: „Aber wir sind nur der Bittsteller.“ Entscheiden müssen andere, nämlich der Kreis, die Polizei, das Ordnungsamt und die Straßenmeisterei. Und Hundhausen befürchtet, „dass das schwierig werden kann“, denn er habe den Eindruck, dass das Ordnungsamt von der Forderung der Anlieger nicht überzeugt sei.
Das wiederum wird Panthel und Hof kaum abschrecken: Bislang schlagen sie einen ausgesprochen moderaten Ton an. Aber sie sind davon überzeugt, dass ihr Anliegen berechtigt ist – und so steht für sie fest: „Wir werden nicht so schnell lockerlassen.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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