SZ

Corona-Bedingte Lieferschwierigkeiten
Auch Tierarztpraxen betroffen

Das Impfen von Katzen gehört eigentlich zur absoluten Routine in Tierarztpraxen, aber die Nachlieferung von Impfstoffen und anderen Medikamenten ist auch für Veterinäre inzwischen eine Lotterie. Grund sind die logistischen Corona-Auswirkungen.
  • Das Impfen von Katzen gehört eigentlich zur absoluten Routine in Tierarztpraxen, aber die Nachlieferung von Impfstoffen und anderen Medikamenten ist auch für Veterinäre inzwischen eine Lotterie. Grund sind die logistischen Corona-Auswirkungen.
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nb Kirchen/Hamm (Sieg)/Herdorf. Am Anfang der Corona-Pandemie wurde das Toilettenpapier zum „weißen Gold“, inzwischen bangen viele um die Weihnachtsgeschenke, und wer am Haus werkeln will, kennt auch oft dieses Wort: Lieferengpässe.

Doch nicht nur Geschäfte oder Ärzte und Apotheker „für den Menschen“ haben zu kämpfen, sondern auch Tierärzte. In so mancher rheinland-pfälzischen Praxis für Miez und Mops werden Medikamente und Impfstoffe – bei Letzteren insbesondere die für Katzen – knapp. Und das hat nichts mit Impf-PR-Desastern zu tun, sondern mit den weltweiten Lieferketten im Griff der Pandemie.
Kein großer Verlass auf Terminangaben
Die SZ hat sich bei einigen heimischen Veterinären nach dem Stand der Dinge erkundigt.

nb Kirchen/Hamm (Sieg)/Herdorf. Am Anfang der Corona-Pandemie wurde das Toilettenpapier zum „weißen Gold“, inzwischen bangen viele um die Weihnachtsgeschenke, und wer am Haus werkeln will, kennt auch oft dieses Wort: Lieferengpässe.

Doch nicht nur Geschäfte oder Ärzte und Apotheker „für den Menschen“ haben zu kämpfen, sondern auch Tierärzte. In so mancher rheinland-pfälzischen Praxis für Miez und Mops werden Medikamente und Impfstoffe – bei Letzteren insbesondere die für Katzen – knapp. Und das hat nichts mit Impf-PR-Desastern zu tun, sondern mit den weltweiten Lieferketten im Griff der Pandemie.

Kein großer Verlass auf Terminangaben

Die SZ hat sich bei einigen heimischen Veterinären nach dem Stand der Dinge erkundigt.
„Das hat sich inzwischen ein bisschen normalisiert“, sagt etwa Dr. Ursula Zips-Weber aus Kirchen. Die Praxis hat inzwischen ihre Impfstoffe für Katzen bekommen – besonders wichtig insbesondere für Welpen, die noch ohne Schutz sind. Verschoben werden musste kein Impftermin, aber es war knapp. Und auch sie hat schon ähnliche Erfahrungen gemacht wie viele Humanmediziner oder Apotheker: Auf Terminangaben ist derzeit kein großer Verlass mehr.

Sehr deutliche Worte im Gespräch mit der SZ findet Dr. Dominik Bläcker von der Tierarztpraxis Hamm (Sieg). Er beschreibt die Situation als „katastrophal“. Noch sei Katzenimpfstoff da, aber man hangele sich so von Woche zu Woche: „Wir betteln, dass wir was kriegen.“ Und diese Situation werde sich auch vor Ende Januar nicht ändern. Die Praxis versucht, die Impfungen entsprechend zu steuern, etwa indem zunächst sehr junge und sehr alte Katzen dran sind, die entsprechend gefährdeter sind als Tiere im besten „Stubentigeralter“.

Auch lebenswichtige Medikamente werden knapp

Aber es sind nicht nur die Impfstoffe, die teils knapp werden, sondern auch lebenswichtige Medikamente für diverse Tierarten, so Bläcker, der erläutert, dass die Pandemie eben Auswirkungen auf die Herstellung – z. B. durch fehlende Grundstoffe –, auf die weltweiten Lieferketten und auf die Auslieferung vor Ort hat.

Nicht zuletzt bedeutet das alles für das Praxisteam einen enorm gestiegenen Organisationsaufwand. In Hamm ist ein Mitarbeiter einen Vormittag nur dafür abgestellt, die Hersteller telefonisch „abzuklappern“.
„Es ist schon auffällig, dass es häufig zu Nachlieferungen kommt“, unterstreicht auch Charlotte Haan von der Tierarztpraxis Haan in Herdorf. Spätere Lieferungen und vom Hersteller eingeschränkte Mengen, damit hat man auch im Städtchen zu kämpfen. Und wie bei den Kollegen gilt: „Es ist eine Organisationsgeschichte.“

Es ist schon auffällig,
dass es häufig zu
Nachlieferungen kommt.
Charlotte Haan
Tierarztpraxis Haan

Die Praxis behandelt auch Kleintiere, ist aber auf Pferde spezialisiert, wie die Tiermedizinische Fachangestellte und angehende Veterinärin erläutert – sie machen rund 80 Prozent der Patienten aus. Ständig gefragt ist da natürlich Ivermectin – das Entwurmungsmittel, das es inzwischen zu eher berüchtigter Berühmtheit gebracht hat.

Auch hier gebe es Lieferschwierigkeiten, so Haan – das liege aber wohl ebenfalls eher an genannten Gründen als daran, dass in der hiesigen Region besonders viele Menschen zum angeblichen Wundermittel gegen Corona griffen.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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