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Neuer AK-Schulrat Jürgen Kötting aus Kirchen im Gespräch
Auf der anderen Seite des Tisches

Jürgen Kötting ist seit Kurzem neuer Schulrat für die Grundschulen im AK-Land.

damo Altenkirchen/Kirchen. Auf den ersten Blick sieht’s aus wie ein Widerspruch: Jürgen Kötting hat die Seiten gewechselt. Vier Jahre lang hat er im Bezirkspersonalrat nicht nur die Interessen seiner Lehrerkollegen vertreten, sondern auch die Schulbehörde kritisch beäugt. Und jetzt ist er plötzlich Teil besagter Behörde: „Ich sitze jetzt auf der anderen Seite des Tisches.“ Der 54-Jährige hat die Nachfolge von Marie-Louise Hees angetreten und ist seit einigen Wochen neuer Schulrat für die Grundschulen im AK-Land. Im Gespräch mit dem Pädagogen wird aber schnell deutlich, dass der vermeintliche Widerspruch gar keiner ist.
Denn seine Rolle im Bezirkspersonalrat hat Kötting stets als die eines Moderators interpretiert.

damo Altenkirchen/Kirchen. Auf den ersten Blick sieht’s aus wie ein Widerspruch: Jürgen Kötting hat die Seiten gewechselt. Vier Jahre lang hat er im Bezirkspersonalrat nicht nur die Interessen seiner Lehrerkollegen vertreten, sondern auch die Schulbehörde kritisch beäugt. Und jetzt ist er plötzlich Teil besagter Behörde: „Ich sitze jetzt auf der anderen Seite des Tisches.“ Der 54-Jährige hat die Nachfolge von Marie-Louise Hees angetreten und ist seit einigen Wochen neuer Schulrat für die Grundschulen im AK-Land. Im Gespräch mit dem Pädagogen wird aber schnell deutlich, dass der vermeintliche Widerspruch gar keiner ist.
Denn seine Rolle im Bezirkspersonalrat hat Kötting stets als die eines Moderators interpretiert. „In meiner Zeit im Personalrat hatte ich das gesamte System Schule im Blick“, erklärt das VBE-Mitglied im Gespräch mit der SZ. Und das Ziel, das Kötting damals verfolgt hat, steht für ihn auch als Schulreferent ganz oben auf der Agenda: „Die größtmögliche Arbeitszufriedenheit war immer mein Ziel. Und das habe ich ja jetzt nicht abgelegt.“

Schule für Kinder und Lehrer attraktiv halten

So gesehen ist Köttings Schritt also nur konsequent: In seiner neuen Funktion kann er selbst an einigen Stellschrauben drehen, um das System Schule für Kinder und Lehrer gleichermaßen attraktiv zu halten.
Eine entscheidende Stellschraube ist dabei das Personal. Angesichts des aktuellen Lehrermangels überrascht es wenig, dass Kötting einen Gutteil seiner Arbeitszeit momentan für die Personalplanung aufwendet. Und das ist allemal eine Herausforderung.

Lehrer sind nicht auf der Straße zu finden

Denn Lehrer sind im Norden von Rheinland-Pfalz schon lange knapp. Dabei seien die Bedingungen hier keineswegs schlecht, betont Kötting und stützt sich dabei auf seine Erfahrung – er hat selbst jahrelang die Elkenrother Grundschule geleitet und in seiner Personalratstätigkeit viele Einblicke in anderen Schulen gewonnen. Und so hat sein Urteil Gewicht, wenn er von den Vorzügen des ländlichen Raums spricht: „Die Schulträger in unserer Region kümmern sich sehr intensiv, und die Schulen sind gut ausgestattet.“ Zudem seien die Schulen in den Dörfern gut eingebunden: „Wenn’s mal ein Problem gibt, reicht oft ein Anruf beim Ortsbürgermeister oder beim Förderverein.“
Und trotzdem ist Kötting klar, dass es schwer sein wird, junge Hochschulabsolventen aus anderen Teilen des Landes zu einem Wechsel in den ländlich geprägten AK-Kreis zu motivieren. „Also müssen wir dafür sorgen, dass die jungen Kollegen, die aus der Region kommen, hier bleiben.“ Da sei auch das Land auf einem guten Weg, denn es gebe mittlerweile sehr viele Planstellen.

Das Wohl der Kinder ist die Richtschnur

Bei der Personalplanung ist für den neuen Schulrat vor allem das Wohl der Kinder die Richtschnur: „Es geht immer um die Kinder. Ich lege großen Wert darauf, dass im Mittelpunkt des pädagogischen und schulischen Handelns die uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler stehen.“ Mit Blick auf das Personal bedeutet das für ihn, dass den Grundschülern häufige Lehrerwechsel erspart bleiben sollten. „Einen Klassenlehrerwechsel nach Klasse 1 will ich vermeiden – die Kinder sollten möglichst lange ihre Lehrer behalten können.“
Um Kindern optimale Lernbedingungen zu schaffen, spielen für Kötting auch Werte eine große Rolle. Er wünscht sich einen „wertschätzenden Umgang im täglichen schulischen Miteinander“, das von Respekt und Toleranz geprägt sein soll.

Große Herausforderung: digitale Bildung

Natürlich spielt auch die Ausstattung der Schulen eine gewichtige Rolle – was gerade die Corona-Pandemie deutlich aufzeigt. Zwar seien viele Schulen bereits gut aufgestellt, aber: „Eine große Herausforderung der kommenden Wochen und Monate wird es sein, die digitale Bildung in den Grundschulen voranzutreiben.“
Die Pandemie beeinflusst natürlich nicht nur das aktuelle Schulleben, sondern auch Köttings Start in seinen neuen Job. Eine echte Einführung hat’s nicht gegeben, die persönlichen Kontakte sind rar. Und doch hat der neue Schulrat schon etwa die Hälfte der 41 Schulen in seinem Zuständigkeitsbereich besucht. Die anderen sollen rasch folgen: „Klar, ich will möglichst bald alle besuchen.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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