Auf Investoren wird nicht gewartet

Jahresempfang der Strukturförderungsgesellschaft/Bekenntnis zu Wandel und Innovation

thor Niederfischbach. Die Strukturförderungsgesellschaft der Verbandsgemeinde Kirchen (SFK) »versteckt« sich nicht mehr im Rathaus. Der Jahresempfang der Gesellschaft gestern Abend in der neuen Halle der Firma UTC neben dem Gewerbepark Klein machte zwei Dinge deutlich: Die SFK ist mittlerweile in Politik und Wirtschaft eine echte »Hausnummer« – da reichte schon der Blick auf die Gästeliste, und die SFK will sich nicht auf Erreichtem ausruhen, sondern weiter neue Wege der heimischen Wirtschaftsförderung beschreiten.

»Gemeinsame Verantwortung«

So wollte Bürgermeister Wolfgang Müller diesen Empfang auch als »Zeichen der gemeinsamen Verantwortung für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung« der Region verstanden wissen: »Nicht das Warten auf Investoren bringt uns voran, sondern das progressive Herausgehen und Werben für den Standort.« Er erinnerte daran, dass in den vergangenen Jahren in der Verbandsgemeinde 55 Hektar Industriebrachen reaktiviert worden seien. In 120 Betrieben seien 1500 neue Arbeitsplätze entstanden. Auch künftig wolle man »dual« vorgehen, so Müller. Neben der Bestandspflege bestehender Unternehmen solle der Ausbau zukunftsfähiger Branchen vorangetrieben werden. Des Bürgermeisters Appell an die illustre Runde: »Erreichen können wir das nur gemeinsam.«

Gastgeber Eckhard Uebach von UTC, der die von der SFK gebaute Halle in einer Art Leasing übernommen hat (die SZ berichtete), stellte den Besuchern das Arbeitsfeld der Logistik-Experten vor. Er bedankte sich bei Bürgermeister Müller und SFK-Geschäftsführer Werner Becker für die »unbürokratische, schnelle Hilfe«. Uebach: »Das war 'ne klasse Geschichte.« Dieses Lob nahmen die NRW-Bürgermeister Ulf Stötzel (Siegen) und Eckhard Günther (Freudenberg) mit reichlich versteinerter Miene zur Kenntnis.

Gastreferent des Abends war Prof. Dr. Werner Düchting, der zum Thema »Krisen überleben durch Wandel und Innovation« sprach. Vor dem Hintergrund einer ausgemachten Wirtschaftsflaute versuchte er Lösungsansätze aufzuzeigen, wie der Unternehmer von heute – trotz »katastrophaler Rahmenbedingungen« – noch erfolgreich sein kann. Viele Dinge seien in Deutschland zu lange liegen geblieben, so dass man nun vor dem Problem stehe, sie alle gleichzeitig angehen zu müssen. Hinzu komme noch, dass eine »dekadente Wohlstandsgesellschaft« zahlreiche Widerstände gegen dringend notwendige neue Technologien aufbaue.

Auf das Wesentliche konzentrieren

Im Zeitalter der Fusionen und Kooperationen, so Prof. Düchting, hätten nur solche Firmen eine Chance, die entweder groß und stark oder klein und flexibel agierten. Er riet den Unternehmern dazu, sich auf das Wesentliche ihres Geschäfts zu konzentrieren, ohne allerdings das Outsourcing ausgerechnet bei den Problembereichen anzuwenden. Eher könne man sich von profitablen Projekten trennen, wenn diese nicht zum Kerngeschäft gehörten.

Die wichtigste Innovationsart ist für Prof. Düchting die so genannte »Zielinvestition«, das heißt neben neuen Zielen werden auch neue Methoden entwickelt. Dabei müsse neben dem Intellekt auch der »Spielinstinkt« eine Rolle spielen. Wenn acht von zehn Innovationsideen »mit horrenden Kosten« schief gehen würden, so liege das nicht an der Technik, sondern meist an fehlender Markt- oder Kundenorientierung. Die entscheidende Frage sei: »Wie kann ich den Nutzen für den Kunden verbessern.« In Deutschland treten nach Darstellung des Referenten als Innovationsbremse nicht nur fehlende finanzielle Mittel, sondern auch der Mangel an Ingenieuren auf.

Im Idealfall verfügt der Unternehmer zur Umsetzung der Innovationen laut Prof. Düchting über solche Mitarbeiter, »die noch Anforderungen an sich selbst stellen«. Merke: Für viele Beschäftigte sei Anerkennung im Betrieb die größte Motivation, nicht die Entlohnung. Neben einem forschungsfreundlichen Arbeitsklima nannte der Redner folgende »Erfolgsfaktoren«: kreative Mitarbeiter, geeignetes Produkt, ausreichende finanzielle Mittel, günstiger Starttermin, Einhaltung der gesetzten Termine. Der gute Manager, so Prof. Düchting, könne sich eigentlich auf das reine Nachdenken beschränken, schließlich habe er seine Mitarbeiter dazu gebracht, die Probleme selbst zu lösen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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