Beim Förderverein macht sich Enttäuschung breit

thor Herkersdorf. Beim Förderverein „Freunde des Ottoturms“ droht die gerade frisch aufgekommene „Endspurt-Stimmung“ in Frust und Resignation umzuschlagen. Der Grund: Spätestens Anfang dieser Woche hatte man eine Nachricht aus dem Mainzer Wirtschaftsministerium erwartet, ob und in welcher Form der Neubau des Ottoturms finanziell gefördert wird. Doch bis gestern war weder ein Anruf noch ein Fax oder eine Mail aus der Landeshauptstadt in Kirchen angekommen.

„Ich bin doch enttäuscht, dass eigentlich gar nichts passiert“, meinte gestern Vereinsvorsitzender Jens Nettelrodt im Gespräch mit der SZ. Nach seinen Informationen habe der Kirchener SPD-Ortsvereinsvorsitzende klar zum Ausdruck gebracht, dass im Ministerium sehr schnell – also bis Anfang der Woche – eine Entscheidung getroffen werde. „Ich hoffe nicht, dass das alles nur heiße Luft war“, meinte Nettelrodt. Eine Förderung wäre für ihn auch eine Art Wertschätzung des Engagements der vielen Kleinspender: „Die kann man nicht einfach so vor die Wand fahren.“

Der Vereinsvorsitzende stellte nochmals klar, dass man im Fall eines Zuschusses nicht mit 1000 Euro rechnet. Nettelrodt: „Das wäre blamabel.“ Stattdessen hoffe man auf einen „höheren fünfstelligen Betrag“. Wer letztlich die gute Nachricht überbringe, sei ihm persönlich egal. Andreas Hundhausen widersprach der Darstellung, dass er einen genauen Zeitraum genannt habe: „Ich hatte lediglich die Information, dass man in Mainz baldmöglichst entscheiden will.“ Das sei für ihn der derzeitige Sachstand.

Zwar hatte auch Bürgermeister Wolfgang Müller die Äußerungen des Sozialdemokraten etwas anders interpretiert, gleichwohl will er für sich noch nicht von Enttäuschung sprechen. Aus Erfahrung wisse er, dass solche Verfahren manchmal länger dauern könnten: „Ich bin da noch relativ zuversichtlich.“ Sollte es von der Landesregierung wider Erwarten keine Hilfe geben, werde man auf die anderen Varianten zur Finanzierung des Neubaus zurückgreifen, kündigte Müller an und ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass ein neuer Ottoturm auf jeden Fall gebaut werde. Alles andere sei der Bevölkerung nicht mehr zu vermitteln.

Unabhängig vom Ausgang der Hängepartie plant der Förderverein beim Stadtfest am Sonntag ein „Ottovent“. So werden nicht nur Teile der Treppenaufgänge zersägt und verkauft, auch hat der Verein das Informationsschild, das auf der Plattform des alten Ottoturms befestigt war, in geringer Stückzahl reproduzieren und mit dem Stadtsiegel versehen lassen. Die erste Tafel wird versteigert, der Rest ebenfalls verkauft.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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