Beten allein genügt nicht

Pfarreiengemeinschaft thematisierte eine Woche lang die Aids-Katastrophe in Afrika

juli Mudersbach. Aids in Afrika ist ein Problem, bei dem man aufgrund seines Ausmaßes und seiner katastrophalen Folgen leicht in Hoffnungslosigkeit verfallen könnte. Mit der Aids-Hilfe-Woche, die in der Pfarreiengemeinschaft Brachbach, Mudersbach und Niederschelderhütte/Birken am Sonntag zu Ende gegangen ist, wollten die Gläubigen genau dem entgegenwirken. Im Abschlussgottesdienst erloschen in einer Stunde zwar 60 Kerzen, doch erklärte Dechant Ludwig Hoffmann schon zu Beginn: »Ein Licht wird nicht ausgehen. Christus ist unser Licht. Er ist der Heiland der Kranken.«

2000 Euro gesammelt

Das Gebet sei ein wichtiger Motor, der vor allem den verändere, der bete, sagte Hoffmann. Beten genüge aber nicht. Dies hat die Pfarreiengemeinschaft beherzigt: In der Aktionswoche wurden 2000 Euro an Spendengeldern gesammelt, die Gemeindemitglieder wurden über die Problematik »Aids« in Afrika nicht nur aufgeklärt, sondern viele unterschrieben, wie bereits zahlreiche Katholiken in anderen Kirchengemeinden des Bistums Trier, für das »Aktionsbündnis gegen Aids«. Damit will die Initiative die Bundesregierung unter Druck setzen, zusätzliche Finanzmittel für Präventionsprogramme und für die Versorgung der Betroffenen bereitzustellen, sich für den Zugang zu lebensnotwendigen und vor allem bezahlbaren Medikamenten einzusetzen und den besonders armen afrikanischen Staaten Schulden zu erlassen.

Zum Abschluss der Aids-Hilfe-Woche feierten am Sonntagabend – trotz Kälte – einige hundert Menschen einen Gottesdienst auf dem Otto-Hellinghausen-Platz in Mudersbach. Mit der Messe im Freien wollte die Pfarreiengemeinschaft eine hohe Aufmerksamkeit für die Aktion erreichen. Zuvor waren die Gemeindemitglieder in einer Sternprozession von den Kirchen in Brachbach, Niederschelderhütte und Mudersbach aus zum Ort der Messe gezogen. Dort stellten sich 60 Messdiener, jeder mit einer Kerze in der Hand, in einem Halbkreis auf.

Während der Messe schlug die aus Ghana stammende und in Engelskirchen lebende Familie Diawuoh im Minutentakt Djemba- und Donotrommeln, worauf jeweils ein Messdiener seine Kerze löschte. Der symbolische Akt erinnerte daran, dass in Afrika jede Minute ein an Aids erkranktes Kind stirbt.

Die Band »Exodus« aus der Pfarreiengemeinschaft begleitete den Gottesdienst musikalisch. In der Fürbitte betete die Gemeinde nicht nur für die mit dem Aids-Virus Infizierten, sondern auch für die Verantwortungsträger, etwa auf dem Welt-Aids-Gipfel in Bangkok, und für die Angehörigen der Kranken, vor allem für die unzähligen Kinder, deren Eltern an der Immunschwächekrankheit zu Grunde gehen oder schon gestorben sind.

Im Laufe der vergangenen Woche gab es verschiedene Informations- und Gedenkveranstaltungen, etwa einen Videofilm über Aids-Kinder in Südafrika, den Erfahrungsbericht eines Paters, der in Namibia ein Zentrum für Aidskranke aufgebaut hat, und einen thematischen Gottesdienst.

Dechant Ludwig Hoffmann zeigte sich mit der Resonanz zufrieden. Mit den 2000 ewerde 500 Aids-Waisen ein Jahr lang der Schulbesuch oder die gesundheitliche Vorsorge und Behandlung ermöglicht. Die Aktion des Bistums Trier läuft noch bis zum 1. Dezember dieses Jahres. Auch die Kirchengemeinden Herdorf und Alsdorf veranstalteten in den vergangenen Monaten eine Aids-Hilfe-Woche.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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