"Mit dir geht ein echter Typ"
Betty Berg-Bronnert verlässt IGS

Aus den Händen von Schulreferent Marcus Kurz nahm Betty Berg-Bronnert ihre Entlassurkunde entgegen. Zahlreiche Wegbegleiter hatten sich zu ihrem Abschied in der Jahnhalle versammelt.
  • Aus den Händen von Schulreferent Marcus Kurz nahm Betty Berg-Bronnert ihre Entlassurkunde entgegen. Zahlreiche Wegbegleiter hatten sich zu ihrem Abschied in der Jahnhalle versammelt.
  • Foto: thor
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

thor Kirchen. Mit Betty Berg-Bronnert wurde am Mittwochnachmittag die Direktorin der Integrierten Gesamtschule Betzdorf-Kirchen in den Ruhestand verabschiedet. Was so nur die halbe Wahrheit ist – vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Zweifellos stand bei dem Festakt in der Kirchener Jahnhalle auch die Lehrerin und Pädagogin im Mittelpunkt, in erster Linie aber der Mensch, die Freundin und der „Typ“. Mit Betty Berg-Bronnert geht eine Schulleiterin, die nicht so recht in die klassische Schublade passte und passen wollte. Umso inniger fiel der Dank ihrer Weggefährten aus. Für sie gilt jedenfalls: Mit 66 Jahren ist dann doch endlich Schluss.

Berg-Bronnert am Aufbau der Oberstufe beteiligt

Berg-Bronnert war vor sieben Jahren, von Hamm (Sieg) kommend, an die IGS Betzdorf-Kirchen gewechselt und war maßgeblich am Aufbau der Oberstufe beteiligt. 2018 trat sie dann die Nachfolge von Dr. Gabriele Lindemer an, die am Donnerstag ebenfalls noch einmal den Weg nach Kirchen gefunden hatte.
Die Jahnhalle war nicht zufällig als Ort des Geschehens ausgesucht worden. Denn da, wo sich heute die Umkleiden befinden, war einst ihr erstes Klassenzimmer. Schon in ihrer langen Begrüßung ließen die stellv. Schulleiterin Simone Löcherbach und Organisationschef Michael Wertebach keinen Zweifel daran, wer da verabschiedet wird: „Triple B“, so der Spitzname der scheidenden Schulleiterin. Ihr akustisches Markenzeichen: das herzhafte Lachen. „Mit deinem trockenen Humor hast du uns geholfen, die Dinge von einer anderen Seite zu betrachten“, sagte Löcherbach. „Wir haben uns einen tollen Ruf erarbeitet.“ Auch dank Berg-Bronnert.

Kinder stets unterstützt und gefördert

„Ich vermisse Sie jetzt schon.“ Das sagte kein Kollege, sondern mit Marcus Kurz der zuständige Schulreferent der ADD. In einer höchst unterhaltsamen Art und Weise ließ er auch den beruflichen Werdegang von Berg-Bronnert Revue passieren. Die Kirchenerin hatte zunächst eine kaufmännische Ausbildung absolviert, dann das Abitur in Olpe gemacht und später in Siegen Deutsch, Geschichte und Biologie auf Lehramt studiert – „eine Allzweckwaffe“.
Berg-Bronnert habe die Kinder angeregt, unterstützt und individuell gefördert, sagte Kurz. Sie sei ein Vorbild an Tatkraft und Fairness. Die IGS sei jedenfalls gut aufgestellt, lobte der Vertreter der Schulbehörde – um sich anschließend noch eine Abfuhr einzuhandeln. Beim Angebot, nochmals um drei Jahre zu verlängern, winkte die Kirchenerin dankend ab.

"Mit dir geht ein echter Typ"

In zahlreichen Grußworten wurden das Wirken und vor allem die persönliche Art der Direktorin gewürdigt. Als Berg-Bronnert die Schulleitung übernommen habe, sei das für den Kreis ein „außerordentlicher Gewinn“ gewesen, so der 1. Kreisbeigeordnete Tobias Gerhardus. „Die Zusammenarbeit war immer sehr, sehr gut“, ergänzte Kirchens Bürgermeister Andreas Hundhausen auch im Namen seiner Betzdorfer Kollegen. Berg-Bronnert habe stets für die Standorte gekämpft.
Katja Weid, Direktorin am Wissener Kopernikus-Gymnasium, sprach für die Schulleiter-Kollegen im Kreis: „Wir verlieren mit dir eine sehr engagierte, sehr versierte und immer grundehrliche Kollegin. Mit dir geht ein echter Typ.“

Zum positiven Klima in der Schule beigetragen

Schon in der Begrüßung hatte Michael Wertebach erklärt, dass sich Berg-Bronnert Schülerinteressen wie auch Nöte stets zu eigen gemacht habe. Was Schülersprecherin Joshua Pagnia mit Verweis auf das berühmte offene Ohr nur bestätigen konnte. Maik Leistikow als Vorsitzender des Schulelternbeirats sagte, dass Berg-Bronnert großen Anteil am positiven Klima in der Schule habe.
Die so Hervorgehobene gab am Ende das Lob an das „Spitzen-Team“ in der Schulleitung und das „hochmotivierte“ Kollegium zurück. Der Abschied sei nun auch ein Stück weit Erleichterung, gestand sie ein. Aber sie sei heute noch Gabriele Lindemer dafür dankbar, dass sie von ihr an die IGS geholt worden sei: „Etwas Besseres konnte mir nicht passieren.“
Nun hat Berg-Bronnert deutlich mehr Zeit, den sonnigen Süden Spaniens und ein Glas Wein zu genießen und daheim auf der Harfe zu üben. Es soll allerdings Familienmitglieder geben, die sie bei diesem Hobby dann doch wieder gerne in der Schule sehen würden.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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