Bis in die Nacht gerockt

[die!] aus Bergisch Gladbach waren für „Rock an der Sieg“ eine echte Bereicherung.  Foto: rai

rai Niederschelderhütte. Mächtig was auf die Ohren gab es am Samstagabend bei der 14. Auflage von „Rock an der Sieg“: Sechs Bands spielten vom späten Nachmittag an bis tief in die Nacht auf dem Gelände der Erzquell-Brauerei in Niederschelderhütte. Das Publikum rockte ab, und für die Freunde der härteren Gangart gab es reichlich Gelegenheiten, die Mähne beim Headbangen zu schütteln und Pogo zu tanzen. Neuen Schwung brachten die Veranstalter mit zwei überregionalen Bands in den Musikevent: Als Headliner hatte man die Schwaben End Of Green ins Siegerland geholt, darüber hinaus waren [die!] aus Bergisch Gladbach mit dabei.

Erstmals mit von der Partie war die Band King Mojo aus Siegen. Sänger Don Camino alias Christian Feldmann lobte nach dem Auftritt die gute Organisation. Was die Ortsgemeinde Mudersbach in Verbindung mit der Jugendpflege der Verbandsgemeinde Kirchen natürlich nicht beeinflussen konnte, war das Wetter: „Nachmittags ist uns das Kassenzelt bis auf die andere Straßenseite weggeflogen“, berichtete Jugendausschussmitglied Klaus Schweisfurth, der dem Organisationsteam angehört. Das sei schon heftig gewesen, befand er.

Mit dem Auftakt des Festivals an der Sieg blieb es dann trocken. Mit gut 400 Besuchern blieben die Zahlen dann aber doch hinter den Erwartungen zurück. Mit um die 800 habe man gerechnet, sagte Schweisfurth, der die Ursache in der widrigen Witterung den ganzen Nachmittag über sah. Gravierend weniger Besucher waren im Vorjahr zu „Rock an der Sieg“ gekommen. Deshalb, so Schweisfurth, habe man überlegt, wie man die Veranstaltung neu beleben könne. So entschloss man sich, zwei Bands zu präsentieren, die nicht aus dem unmittelbaren Umkreis kommen. Das war eine gelungene Ergänzung zu der Plattform für junge, regionale Bands.

Bei über 40 Bewerbungen zog die Siegener Formation The Filling Side als eine von vier heimischen Bands das Ticket für „Rock an der Sieg“ und nutzte die Gelegenheit, unter professionellen Bedingungen zu spielen. Ein Heimspiel hatte der Mudersbacher Jonas Wagener, der mit Five Days And Farewell auftrat. Das Wallmenrother Trio Stereoview mit Sänger und Gitarrist Julian Büdenbender, Christian Köhler an der Schießbunde und Bassist Nils Reinschmidt singt nach eigenen Angaben „vom Dilemma, ein Mensch zu sein“. Gitarren-Rock und -Rock-’n’-Roll mit hier und da ein bisschen Punk-Attitüde war aus den Brüllwürfeln zu hören, als King Mojo sich die Ehre auf der Bühne gaben. Die vier Siegener Musiker, die eigentlich nur Eigenkompositionen spielen, kamen auch mit der Coverversion „Cold Night For Alligators“ gut über die Rampe. Im Notenkoffer hatten die Jungs auch ihr ältestes Stück, „Get A Grip“, das immer wieder von den Fans gerne gehört wird, sowie den neusten Song „Contract“.

Einen guten Griff hatten die Veranstalter mit [die!] aus Bergisch Gladbach getan. Im Rammstein-Stil kam die Band brachial über die Rampe. Erfrischend, wie wuchtig die Combo Drafi Deutschers Erfolgssong „Mamor, Stein und Eisen bricht“ auf der Bühne interpretierte. Power war auf und vor der Bühne angesagt, als [die!] sich und seinen Sound im Siegerland vorstellte. Und der „Daumenlutscher“ von Heinrich Hoffmann kam in der Version der Band gut an. Daran hatte nicht zuletzt der ausdrucksstarke Sänger Mathias Elsholz seinen Anteil. Ursprünglich hat der Bassbariton klassischen Gesang gelernt, nun nutzt er die Technik für den tiefen Sprechgesang, um im stetigen Wechsel gleich mal ein paar Oktaven höher glasklar den Text zu singen und flugs wieder auf der Tonleiter in den tiefen Keller abzusteigen. [die!] spielte mit Herzblut und war eine echte Bereicherung bei „Rock an der Sieg“.Aus dem Schwabenländle zwischen Ulm und Stuttgart war die Band End Of Green hoch ins Siegerland gekommen – als Headliner. Die Fans scharten sich gleich zu Beginn dicht an der Rampe vor dem Quintett, das mit dunklem, melodischem Rock in seinen Liedern Lust, Leid und das eigene Leben verpackte. Die Fans aus dem AK- und Siegerland sangen die Texte mit, und Sänger und Gitarrist Michelle Darkness befand: „Ihr rockt!“Nach 14-mal Livemusik unterschiedlichster Stile hat „Rock an der Sieg“ einen guten Ruf, nicht zuletzt bei den jungen Bands. Auch wenn Klaus Schweisfurth meinte, dass die Besucherresonanz „für uns als Veranstalter ein bisschen enttäuschend ist“, so hoffen er und das Team, dass es im nächsten Jahr weitergeht. Das hoffen bestimmt auch die Besucher, die eine tolle Open-Air-Party erlebten, und die Bands, die „Rock an der Sieg“ noch als Plattform nutzen möchten.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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