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Ansteckungsgefahr im Glauben
Bischof Ackermann spendet auf der „Insel“ das Firmsakrament

Bischof Stephan Ackermann, hier assistiert von Pfarrer Christoph Kipper im „Siegerländer Dom“, spendete am vergangenen Wochenende zahlreichen Jugendlichen das Sakrament der Firmung.
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  • Bischof Stephan Ackermann, hier assistiert von Pfarrer Christoph Kipper im „Siegerländer Dom“, spendete am vergangenen Wochenende zahlreichen Jugendlichen das Sakrament der Firmung.
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thor Niederfischbach. Es war und ist dies ohne Zweifel ein besonderes Glaubensbekenntnis in besonderen Zeiten. Viele Jugendliche auf der Trier’schen Insel haben am Wochenende das Firmsakrament erhalten – unter den momentan hinlänglich bekannten „Begleiterscheinungen“ wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Das weiß auch Stephan Ackermann, Bischof von Trier. Das Oberhaupt des Bistums war persönlich in den hohen Norden gekommen, um den Firmsegen in Bruche, Kirchen, Brachbach und Niederfischbach zu spenden und somit die Taufe zu vollenden.
„Mein Kompliment und meine Anerkennung, wenn ihr sagt, wir wollen das unter diesen Bedingungen feiern“, so der Bischof gestern Vormittag im „Siegerländer Dom“, wo 13 Jugendliche gefirmt wurden.

thor Niederfischbach. Es war und ist dies ohne Zweifel ein besonderes Glaubensbekenntnis in besonderen Zeiten. Viele Jugendliche auf der Trier’schen Insel haben am Wochenende das Firmsakrament erhalten – unter den momentan hinlänglich bekannten „Begleiterscheinungen“ wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Das weiß auch Stephan Ackermann, Bischof von Trier. Das Oberhaupt des Bistums war persönlich in den hohen Norden gekommen, um den Firmsegen in Bruche, Kirchen, Brachbach und Niederfischbach zu spenden und somit die Taufe zu vollenden.
„Mein Kompliment und meine Anerkennung, wenn ihr sagt, wir wollen das unter diesen Bedingungen feiern“, so der Bischof gestern Vormittag im „Siegerländer Dom“, wo 13 Jugendliche gefirmt wurden. Zuvor hatten sie hier gemeinsam mit elf Brachbachern und Mudersbachern eine hl. Messe gefeiert. Ganz für sich. „Wann hat man schon mal am Sonntagmorgen eine Kirche für sich allein“, scherzte Ackermann im Anschluss auf dem Kirchenvorplatz. Auch zum Wortgottesdienst mit der eigentlichen Firmung waren maximal acht Angehörige zugelassen.

Gute Resonanz allen Widrigkeiten zum Trotz

Gemeindereferentin Maike Merker, maßgeblich mit der Organisation betraut, berichtete im SZ-Gespräch von der ebenfalls besonderen, auch weil verkürzten Vorbereitung: „Die Jugendlichen waren zwangsläufig mehr mit sich selbst befasst.“ Selbst dieser sehr überschaubare Jahrgang sei nochmals in vier Gruppen aufgeteilt worden. „Die Resonanz war trotzdem noch ganz gut“, sagte Merker. Es habe wegen der Pandemie nur einen Rückzieher gegeben. Ob die Firmung stattfindet oder nicht, entscheiden übrigens die Pfarreien vor Ort. Merker und mit ihr auch die Katecheten konnten sich des bischöfliches Dankes gewiss sein.
„Wir erleben gerade, wie menschliches Planen durcheinander geworfen wird“, sagte Ackermann. Christen seien somit auf jene Kräfte angewiesen, „die wir nicht selbst aufbringen können“. Er sprach vom „langen Atem Gottes“, der den Menschen in ihrer Kurzatmigkeit helfe.
In seiner Predigt ging der Bischof auf das bei der Salbung verwendete Chrisam-Öl ein. Die Basis sei Olivenöl, das schon im Altertum für Kraft und Heilung gestanden und zudem als Energiequelle gedient habe. Während sich die Spuren auf der Stirn schnell verflüchtigten, sei es bei der Maronitischen Kirche im Libanon Brauch, sich ein kleines Kreuz an der Handwurzel als Tätowierung stechen zu lassen. Das freilich wollte der Bischof von Trier nicht als Vorbild verstanden wissen: „Gott tut uns keine Gewalt an.“ Das Öl stehe für seine Behutsamkeit, aber auch für seine Kraft. „Es wirke nach innen, man brauche kein Abziehbild für draußen. „Die Botschaft Christi geht unter die Haut“, so Ackermann.

Feierlichkeiten mit nach Hause nehmen - trotz Corona

Den Firmlingen wünschte er zum Abschluss, dass sie trotz der Einschränkungen noch ein wenig der Feierlichkeit nach Hause mitnehmen konnten. Und die Firmungen selbst seien sicherlich keine Superspreader-Veranstaltungen für das Virus – er wünsche sich aber eine Ansteckungsgefahr im Glauben.
Während der kurzen Pause zwischen Messe und Wortgottesdienst hatte sich der Würdenträger volksnah gezeigt und das Gespräch mit den Jugendlichen und ihren Familien gesucht. Und daher weiß man jetzt, dass in Trier offenbar immer noch gewisse Vorurteile gegenüber der „Insel“ bestehen. Er schaue immer erst auf seine Wetter-App, wenn er herkomme, „beichtete“ der Bischof. Er erinnere sich noch an die Primiz von Georg Bätzing im Jahr 1987. Das sei im Juli gewesen, und anschließend habe man im Pfarrheim erst einmal einen Schnaps getrunken, weil es so kalt gewesen sei. So nahm Ackermann dann an diesem fast frühlingshaften Wochenende im November zur Kenntnis, dass der Klimawandel auch im Siegerland angekommen ist.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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