Strenge Auflagen - aber mit Kommunionempfang
Bistum legt Schutzkonzept für Gottesdienste vor

sz Kirchen/Trier. Können schon am kommenden Wochenende wieder im Bistum Trier und somit auch im Dekanat Kirchen öffentliche Gottesdienste gefeiert werden? Das ist die spannende Frage, nachdem am Montag Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg ein entsprechendes Schutzkonzept vorgestellt hat. Entscheidend dabei ist das Treffen der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag. Dort soll entschieden werden, ob und wie Gottesdienste in Deutschland wieder unter Einbezug der Öffentlichkeit gefeiert werden können. Seit rund sechs Wochen sind gemeinschaftliche Feiern aufgrund der Beschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise bundesweit ausgesetzt.

Das Schutzkonzept mit dem Titel „Schritt für Schritt“ soll nach Darstellung des Bistums gewährleisten, dass die heilige Messe würdig gefeiert wird und zugleich so gestaltet ist, dass „die Gefahr der Ansteckung mit dem Coronavirus weitestgehend vermieden wird“.

„Erste Priorität sollen die Sonntagsmessen haben sowie Gottesdienste im Zusammenhang mit Sterbefällen“, schreibt Bischof Dr. Stephan Ackermann begleitend dazu. Auch sollen andere gottesdienstliche Formen wie etwa Wort-Gottes-Feiern und Andachten wieder stattfinden, allerdings nur dort, „wo es möglich ist“.

Maßgeblich seien dabei die geltenden staatlichen, kommunalen und kirchlichen Bestimmungen für Versammlungen in geschlossenen Räumen, heißt es in dem Konzept. Grundsätzlich sei in Rheinland-Pfalz pro Quadratmeter eine Person zugelassen und der Mindestabstand von 1,5 Meter müsse durchweg eingehalten werden. Weitere Anforderungen sind etwa die Möglichkeit einer Einbahn-Regelung für das Betreten der Kirche, optische Markierungen und Absperrungen, eine gute Belüftung sowie die Desinfektion von Kontaktflächen, liturgischen Gegenständen und Mikrofonen.

Das Konzept sieht vor, dass der zuständige Pfarrer zusammen mit dem Pastoralteam und den pfarrlichen Gremien vor Ort entscheidet, ob unter diesen Bedingungen Gottesdienste gefeiert werden können. Gemeinsam soll auch entschieden werden, welche Kirchen dazu geeignet sind und wie viele Gottesdienste gefeiert werden.

Da die zulässige Anzahl der Gottesdienstbesucher von der Fläche des Kirchenraumes abhängt, können Gläubige nur nach vorheriger Anmeldung teilnehmen. Dies soll unkompliziert per Anruf im örtlichen Pfarrbüro möglich sein. Verbindlich ist auch das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, außerdem soll Handdesinfektionsmittel an den Ein- und Ausgängen bereitgestellt werden.

„Die Umsetzung erfordert einiges an Kraft, Geduld und Organisation sowie eine hohe Disziplin von allen Mitfeiernden“, schreibt Ackermann weiter. In dieser Situation sei es notwendig, dass sich Haupt- und Ehrenamtliche gegenseitig unterstützten.

Die Gläubigen im Bistum Trier werden im auf die Dauer von maximal einer Stunde begrenzten Gottesdienst auf liebgewonnene Elemente verzichten müssen: So entfällt etwa die musikalische Begleitung durch Chor oder Orchester, die Weihwasserbecken bleiben leer, und auch beim Friedensgruß gilt analog zum staatlichen Kontaktverbot: Kein Körperkontakt!

Um die Teilnahme an der Eucharistie zu ermöglichen, gelten strenge Hygienevorgaben, denn der Empfang der Kommunion soll auch unter den derzeitigen Bedingungen möglich sein. Die Mund- und Kelchkommunion bleibt jedoch weiterhin untersagt, heißt es aus Trier.

Die Feiern von Taufe, Erstkommunion, Firmung und Trauung sind mit Blick auf die staatlichen Vorgaben zur Versammlung größerer Gruppen bis auf weiteres nicht möglich. Für Gottesdienste in Verbindung mit Bestattungen gelten hingegen dieselben Regeln wie für Sonntagsgottesdienste.

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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