Vorteile gegenüber dem Sportplatz
Brachbacher Kita entsteht wohl nahe des Friedhofs

Der Standort zwischen Friedhof und Grundschule dürfte nun klarer Favorit bei der Entscheidung für einen neuen Kita-Standort sein.
  • Der Standort zwischen Friedhof und Grundschule dürfte nun klarer Favorit bei der Entscheidung für einen neuen Kita-Standort sein.
  • Foto: Thorsten Stahl
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

thor Brachbach. Es war bislang ein Kopf-an-Kopf-Rennen zweier Standorte: Sowohl am Friedhof als auch am Sportplatz hatte die Ortsgemeinde zwei geeignete Flächen gefunden, um hier eine neue Kita bauen zu lassen. War es bislang schwer, einen klaren Favoriten zu benennen, sieht die Sache nunmehr anders aus: Alles spricht dafür, dass die kleinsten Brachbacher künftig auf dem Grundstück unterhalb des Friedhofs betreut werden. Das ist das Ergebnis neuer Erkenntnisse der Verwaltung und der Beratungen im Bauausschuss.

„Es gibt für beide Flächen Vor- und Nachteile. Aber egal, an welchem Standort wir bauen, wir reden von einem zweigeschossigen Gebäude“, so Ortsbürgermeister Steffen Kappes am Mittwochabend bei seiner Zusammenfassung der Verwaltungsvorlage. Und die enthielt für die Kommunalpolitiker einige Neuigkeiten.

"Es ist die ideale Lage"

So war man z. B. bislang davon ausgegangen, dass die Erschließung am Friedhof ungleich aufwändiger sei und eine sechsgruppige Kita am Sportplatz eingeschossig gebaut werden könnte. Doch genau dort sind nun Zweifel aufgekommen, ob sich in diesem Bereich nicht noch alte Stollen und Gänge aus Bergbau-Zeiten verstecken. Außerdem ist es offenbar seinerzeit beim Sportplatz-Bau zu Gelände-Anschüttungen gekommen. Kurzum: Man müsste wohl auch an diesem Standort „ins Gelände investieren“. Außerdem müsste noch ein Teil des Spielplatzes „geopfert“ werden.
Am Friedhof hingegen würden die Kita-Kinder unzweifelhaft von der Nähe zur Grundschule und zur Peter-Hussing-Halle profitieren. Kai Hussing (SPD) brachte es so auf den Punkt: „Es ist die ideale Lage.“

Mehr Vorlaufzeit am Sportplatz

Das aber vielleicht wichtigste Argument: Das Verfahren zur Erlangung des Baurechts würde am Sportplatz länger dauern als am Friedhof, zumal die Gemeinde hier auch Eigentümerin der Fläche ist. Bauamtsleiter Tim Kraft sprach von mindestens eineinhalb Jahren. „Die Zeitschiene am Friedhof ist erheblich günstiger“, sagte Kappes. „Wir sollten heute den Blinker setzen in die Richtung, in die wir wollen.“ Und ja, der Neubau sei eine teure Angelegenheit: „Investitionen in die Infrastruktur sind aber gute Investitionen“, so der Ortsbürgermeister.

Die Verwaltung war jedenfalls zu dem Schluss gekommen, dass die zu erwartenden Baukosten „in etwa“ gleich sind. Dabei empfand Ausschussmitglied Reinhard Zöller die vom Architekten genannten 4,5 Millionen Euro für den Standort am Friedhof als echten Brocken: „Mir erscheinen die Kosten wesentlich zu hoch.“ Für Andreas Reitz war die Zeit hingegen ein wichtiger Faktor. Ein langwieriges Baurechtsverfahren könne sich Brachbach seiner Meinung nach nicht erlauben.

Absage für neue Machbarkeitsstudie

Georg Seidenfuß sah sich namens der CDU-Fraktion allerdings etwas überfahren, da die neuen Erkenntnisse erst kurz vor knapp übermittelt worden seien. „Ich hätte gerne mehr Fakten für ein Meinungsbild.“ Theo Klein wiederum konnte nicht nachvollziehen, warum eine eingeschossige Bauweise am Sportplatz plötzlich nicht mehr möglich sein solle: „Das Grundstück ist doch optimal dafür.“
Kappes hielt dem entgegen, dass sich ein neuer Informationsstand ergeben habe.

Einer möglichen Machbarkeitsstudie für den Standort am Sportplatz erteilte er eine Absage: „Alles wieder aufzudröseln, halte ich für schwierig.“ Und so schlug Reitz schließlich vor, dem Rat die Fläche am Friedhof zu empfehlen unter der Maßgabe, dass die Kosten tatsächlich annähernd gleich sind. Und das sind sie tatsächlich, wie am Morgen danach ein Telefonat von Kappes mit dem Architekten ergab.

Irritation über Absagen

Der Ortsbürgermeister musste aber noch in einem anderen Gespräch den Abend aufarbeiten. Eingangs der Sitzung hatte er berichtet, dass immer mehr Eltern eine Absage für einen Kita-Platz in Brachbach erhielten. Dabei habe man der kath. Kita gGmbH als Trägerin ausdrücklich angeboten, dass die Orts- oder auch die Kirchengemeinde Räume für die Notgruppe zur Verfügung stellen könnten (Pfarrheim bzw. Gemeindebüro). Auch das Jugendamt habe dieser Lösung bereits zugestimmt. In der Sitzung kam dann auch deutlich das Unverständnis gegenüber der passiven Haltung des Trägers zum Ausdruck.

Kappes vereinbarte am Donnerstagmorgen ein Treffen mit allen Beteiligten. Der zuständigen Mitarbeiterin der gGmbH sei die Dringlichkeit so nicht bewusst gewesen. Die Ortsgemeinde wolle aber den Rechtsanspruch unbedingt umsetzen. Man sei bereit, für die Übergangszeit Geld in die Hand zu nehmen und einen barrierefreien Zugang zu schaffen.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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