CDU-Landespolitiker auf Sommertour
Christian Baldauf läuft den AK-Marathon

Christian Baldauf informierte sich über Ausstattung und Betriebsabläufe der DRK-Rettungswache in Kirchen und bedankte sich mit einer großen Tafel Süßes.  Foto: goeb
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  • Christian Baldauf informierte sich über Ausstattung und Betriebsabläufe der DRK-Rettungswache in Kirchen und bedankte sich mit einer großen Tafel Süßes. Foto: goeb
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goeb Kirchen.  Christian Baldauf, der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Mainz, muss einen eisernen Willen haben, anders ist nicht zu erklären, wie ein Sterblicher angesichts dieser Bullenhitze ein zweitägiges Besuchsprogramm absolvieren kann, das morgens mit dem ersten Hahnenschrei beginnt und endet, wenn Uhu und Waldkauz ihre Runden drehen.

Und alle wollen sie etwas von ihm: Ärzte, Pfleger, Rettungssanitäter, Eltern, Lehrer, Händler, Selbstständige, Gastronomen, Jugendpfleger, Mittelständler, Naturschützer und ein Jugendherbergsvater.

Dies ist nur eine Auswahl vom zweiten Tag der Sommertour, die ihn am Dienstag in den Wahlkreis Betzdorf führte, wo er u. a. von MdL Michael Wäschenbach begrüßt wurde und sich schon um 8 Uhr am örtlichen Gymnasium einfand.

Dort warteten Eltern, Lehrer und Schüler auf den Politiker. Baldauf, Spitzenkandidat der Christdemokraten, kam natürlich schnell auf das Thema Corona zu sprechen und hörte sich die Sorgen und Nöte der Schüler an, die nächste Woche nach Ende der Ferien zusammen mit Elternhäusern und ihren Lehrern wieder in ein großes Experiment einsteigen müssen: Reichen die Corona-Präventionsregeln an den Schulen aus, oder steuern wir womöglich auf einen weiteren Lockdown zu?

Hier kam natürlich auch das Thema Digitalisierung zur Sprache, ebenso wie später beim Besuch der Rettungsleitstelle Kirchen und der neuen Notaufnahme des nahen Krankenhauses. Beide Bereiche benötigen eine gute Breitbandversorgung: Die Lehrer und Schüler zur Vermittlung von Lernstoff, zur Not über den Fernunterricht, die Rettungssanitäter bei der (bevorstehenden) Ausweitung ihrer Arbeitsbereiche.

Denn: Ärzte, speziell Notärzte, sind rar. Es gebe alternative Ansätze, verdeutlichte Landrat Dr. Peter Enders, der u. a. das junge Rettungsdienstgesetz erläuterte. Eine Ausweitung der Kompetenzen (mit juristischer Absicherung) sei ebenso denkbar wie die Online-Zuschaltung eines Arztes. Doch dafür brauche man flächendeckend die 5G-Netzleistung.

DRK-Präsident Michael Lieber erklärte dem Gast, dass der Landkreis Altenkirchen seine fünf Rettungswachen in Eigenregie betreibe, was selten sei. Das bringe durchaus Vorteile. Die Kirchener Wache war vergangenes Jahr für 900 000 Euro saniert und erweitert worden.

Marcell Brenner, seit 1. April neuer Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, stellte die Einrichtung mit ihren 400 Mitarbeitern dem Gast aus Mainz vor – vom Behindertentransport über den ambulanten Pflegedienst bis zu Essen auf Rädern und den Kleiderkammern.

Von Mike Matuschewski und seinem Kollegen Denis Schneider als stellv. Wachenleiter ließ sich Baldauf über die Abläufe ins Bild setzen. Er wollte konkret wissen, ob die vereinbarten 15 Minuten Fahrzeit, in denen der Rettungswagen am Unfallort sein müsse, realistisch seien. Drunter, so war Konsens, gehe es auf dem Lande nicht. Denn dann müsste man in jedem zweiten Dorf einen RTW vorhalten.

Zu teuer sei das, merkte Dr. Enders an, der Alternativen erwog. Es müsse Ziel sein, in jeder Verbandsgemeinde des Kreises „First-Responer“-Einheiten zu etablieren, wie das z. B. in Friesenhagen bereits gut funktioniere. Das sind Helfereinheiten, etwa Feuerwehrleute, mit solider Erste-Hilfe-Ausbildung. Sie können durch ihr Handeln die Interimszeit verkürzen, die zu den 15 Minuten noch oben draufkommt: das Entgegennehmen des Anrufs etwa, die Klärung, was vorgefallen ist, bis zum Drücken des Buzzers und der Besteigung des RTW.

Bundestagsabgeordneter Erwin Rüddel sagte große Veränderungen im Gesundheitssystem voraus. Der Vorsitzende des entsprechenden Ausschusses im Bundestag sah hier die Standbeine „Substitution“ (Sanitäter dürfen mehr, sind dafür rechtlich abgesichert und werden auch besser bezahlt) und Telekommunikation. Mit einem 5G-Netz seien ganz andere Möglichkeiten gegeben, etwa das Hinzuziehen von Spezialisten noch am Unfallort, wenn Entscheidungen getroffen werden müssten.

Matuschewski und Schneider wiesen den Gast darauf hin, dass viele Stellen im Freiwilligendienst unbesetzt blieben (ca. 20). Im Vorfeld werde den Freiwilligen die Rettungssanitäterausbildung bezahlt, ehe sie für ein Jahr in den freiwilligen Dienst treten. Sie wünschten sich, dass der Freiwilligendienst attraktiver werde. Christian Baldauf hatte zu dem Thema ein Positionspapier ausgearbeitet. Die Rettungsleitstelle soll es bekommen. „Sie als Praktiker können Ihre Sicht schildern und gern eigene Ideen einbringen.“

Christian Baldauf informierte sich über Ausstattung und Betriebsabläufe der DRK-Rettungswache in Kirchen und bedankte sich mit einer großen Tafel Süßes.  Foto: goeb
Der Betzdorfer Wochenmarkt war eine der Stationen Baldaufs am Vormittag. Ein Plausch mit Marktbesuchern gehörte ebenso dazu wie ein Austausch mit den Händlern. Foto: rai
Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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