SPD-Mann tritt zur Wahl des Mudersbacher Ortsbürgermeisters an
Christian Peter will Kandidat für alle sein

Ein typisches Bild von Christian Peter: Der 42-Jährige ist eigentlich nie schlecht gelaunt. Nun bewirbt sich der SPD-Mann um das Amt des Ortsbürgermeisters.
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  • Ein typisches Bild von Christian Peter: Der 42-Jährige ist eigentlich nie schlecht gelaunt. Nun bewirbt sich der SPD-Mann um das Amt des Ortsbürgermeisters.
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  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

thor Mudersbach. Irgendwie galt er schon immer als der einzige Mann, der Maik Köhler eines Tages ernsthaft gefährlich hätte werden können – wobei „gefährlich“ die absolut falsche Begrifflichkeit ist. Das Verhältnis von Christian Peter zum verstorbenen Ortsbürgermeister war geprägt von höchstem gegenseitigen Respekt und viel Vertrauen. Und dabei spielte es überhaupt kein Rolle, dass der eine das Parteibuch der CDU und der andere das der SPD hatte. Nun schickt sich Peter an, in die Fußstapfen von Köhler als Ortsbürgermeister zu treten. Von den Mitgliedern des Ortsvereins ist der Fraktionssprecher der Sozialdemokraten im Ortsgemeinderat am Dienstagabend als Kandidat für dieses Amt nominiert worden.

CDU verzichtet auf eigenen Kandidaten

Die zweite wichtige Nachricht aus der Mudersbacher Kommunalpolitik ist die: Die CDU wird nach reiflicher Überlegung auf einen eigenen Kandidaten verzichten. Das teilte der Ortsverband nach einer Mitgliederversammlung mit, die am Montagabend stattfand. Dort wurde Markus Köhler zum neuen Vorsitzenden gewählt, sein Stellvertreter ist Sebastian Meindl. Im Gespräch mit der Siegener Zeitung stellte Köhler klar, dass die CDU Christian Peter zwar nicht als eine Art „gemeinsamen Kandidaten“ unterstützen werde, man sich aber sehr wohl eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit ihm vorstellen könne. Dabei spricht Markus Köhler gerade auch als CDU-Fraktionsvorsitzender aus Erfahrung.

Das neue Führungsduo der CDU Mudersbach: Markus Köhler (l.) und Sebastian Meindl.

Natürlich gab es auch Kräfte in der CDU, die auf Biegen und Brechen einen eigenen Kandidaten aufstellen wollten – ohne Rücksicht darauf, dass geeignete Bewerber entweder zu alt oder zu jung bzw. zu stark beruflich eingebunden sind. Und leider sieht mancher auch im 21. Jahrhundert immer noch eine imaginäre Mauer zwischen Mudersbach und Niederschelderhütte. Aber für die CDU auf Ebene der Ortsgemeinde gilt in diesem Fall das Gleiche wie für die Kollegen in der Verbandsgemeinde: Wie kann man auf etwas vorbereitet sein, das noch vor kurzer Zeit 20 Jahre entfernt schien?

Christian Peter einstimmig nominiert

Die Nominierung von Christian Peter erfolgte laut Mitteilung der SPD einstimmig. Der 42-Jährige aus Niederschelderhütte ist dreifacher Familienvater und Inhaber einer Versicherungsagentur, zudem seit vielen Jahren in leitender Funktion bei der Feuerwehr aktiv. Im Ortsgemeinderat stand nicht zuletzt er für einen Generationswechsel in der Fraktion. Seit der letzten Kommunalwahl hat er die Funktion des Fraktionssprechers inne. „Wir freuen uns, dass Christian Peter seinen Hut in den Ring wirft“, erklärten übereinstimmend der Vorsitzende des Ortsvereins, Oliver Debus, sowie das Mudersbacher SPD-Urgestein Franz Bauschert. „Er hat unsere vollste Unterstützung. Wir kennen ihn als äußerst sympathischen und ehrlichen Menschen, der die Sache fraktionsübergreifend sicherlich sehr gut meistern wird.“
Auch im Siegtal freut man sich über die Bewerbung. „Ich bin überzeugt davon, dass in Mudersbach mit Christian Peter genau der Richtige für diesen verantwortungsvollen Posten aufgestellt wird. Außerdem wird mit Christian Peter die immens gute Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde weitergehen“, wird Steffen Kappes, Ortsbürgermeister von Brachbach, zitiert.

Im Sinne Maik Köhlers weiterarbeiten

In einer ersten knappen Stellungnahme ließ Peter am Abend keinen Zweifel daran, dass er Antritt, um im Sinne von Maik Köhler weiterzuarbeiten. Das sei auch sein Angebot an die Wähler. Reines Fraktionsdenken habe ihm seit jeher widerstrebt. Wenn andere gute Ideen hätten, müssten die auch mitgetragen werden: „Du kannst nur was erreichen, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Insofern habe er die Zusammenarbeit der beiden großen Fraktionen für die Weiterentwicklung von Mudersbach als sehr wohltuend empfunden.
Dabei war Peter ehrlich genug für das Geständnis, dass er erst später mit einer Kandidatur geliebäugelt hatte. Aber nach einem intensiven Austausch mit seiner Ehefrau und seinem Freundeskreis habe er sich schon jetzt zu diesem Schritt entschlossen.

 „Wir sind alle immer noch geschockt“

Auch vonseiten der CDU wurden die personellen Weichen gestellt. Der neue Vorstand wird neben Köhler und Meindl komplettiert von den Beisitzern Britta Becher, Markus Bruch, Bernd Eutebach, Markus Grümbel und Elisabeth Röttgen.
Begonnen hatte die Sitzung mit einleitenden Worten des Kreisvorsitzenden Michael Wäschenbach im Gedenken an Maik Köhler: „Wir sind alle immer noch geschockt von dem Tod. Er hat die Gemeinde Mudersbach die vergangenen 17 Jahre positiv gestaltet, und er hinterlässt eine unglaubliche Lücke, die nicht zu füllen ist.“

Doppelspitze satzungstechnisch nicht möglich

Markus Köhler bedankte sich für das Vertrauen des Ortsverbands, wo er nun in die Funktion seines verstorbenen Bruders tritt: „Ich möchte auf den Erfolgen, die Maik in unserem Ortsverband erzielt hat, aufbauen und diese erfolgreiche Arbeit fortsetzen. Wir werden weiterhin mit einem großartigen Team aus jungen, engagierten Menschen den Ortsverband nach vorne bringen, und dabei wird uns einer vom Himmel ganz besonders über die Schultern schauen – da bin ich mir sicher.“
Laut Köhler war es satzungstechnisch leider nicht möglich, eine Doppelspitze gemeinsam mit Meindl zu installieren. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir auf dem Papier auch gleichberechtigte Vorsitzende sind.“ In der Praxis werde es eher eine Doppelspitze sein. Meindl freut sich auf die neue Aufgabe im Vorstand: „Mudersbach steht in der Zukunft vor großen Herausforderungen. Mit unserem motivierten und engagierten Team werden wir uns die wichtigen Themen und Aufgaben vornehmen und dazu Lösungen erarbeiten. Dazu wollen wir auch die Mitglieder des Ortsverbandes deutlich stärker in unsere Arbeit integrieren.“

Potenzielle Kandidaten mussten absagen

Köhler ging auch auf die schwierige Kandidatenfindung ein. All jene, die infrage gekommen seien, hätten aus beruflichen Gründen – insbesondere aufgrund der Kurzfristigkeit –, aus privaten oder aus gesundheitlichen Gründen eine Absage erteilen müssen. Ulrich Merzhäuser merkte an: „Wir haben mit Maik noch jahrelang geplant, und dann wurden wir von seinem schrecklichen Tod überrascht. Die CDU Mudersbach wird im Rat und in den Gremien auch ohne Ortsbürgermeisterkandidaten weiter erfolgreiche und sachorientierte Politik machen.“
Köhler und Meindl schlugen ähnliche Töne in ihren Schlussworten an. „Gemeinsam mit dem neuen Team wollen wir dafür sorgen, dass die Aufgaben der Zukunft aufgegriffen werden, sodass Mudersbach auch künftig ein anziehungskräftiges Lebens-, Wohn- und Arbeitsumfeld bietet“, so der neue 2. Vorsitzende. „Wir werden weiter in der Fraktion und im Ortsverband tolle Arbeit machen und uns für die Attraktivität unserer Ortsteile Birken, Mudersbach und Niederschelderhütte einsetzen – auch ohne einen Bürgermeisterkandidaten im Jahr 2021“, so Köhler abschließend.
Somit bleibt in Mudersbach nur noch eine Frage offen: Was macht Jens Stötzel? Die Wählergruppe hat am Samstag zur Wahlveranstaltung eingeladen – anschließend weiß man mehr.

Ein typisches Bild von Christian Peter: Der 42-Jährige ist eigentlich nie schlecht gelaunt. Nun bewirbt sich der SPD-Mann um das Amt des Ortsbürgermeisters.
Das neue Führungsduo der CDU Mudersbach: Markus Köhler (l.) und Sebastian Meindl.
Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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