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Alte Pläne sind plötzlich wieder aktuell
Comeback für den Windpark Morsbach?

Das Thema Windkraft beschäftigt die Menschen im Wildenburger Land seit geraumer Zeit - jetzt wird ein längst erledigt geglaubtes Thema wieder aktuell: der Windpark Morsbach.
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damo Friesenhagen. Es sind zwei kleine, unscheinbare Löcher, mitten auf einer Weide im Wildenburger Land. Wäre direkt daneben kein Holzpflock in den Boden gerammt worden, würde man sie schlichtweg nicht entdecken. Und doch könnten sie erste Vorboten von Bauwerken sein, die man nicht mehr übersehen könnte: Die Löcher dienen der Voruntersuchung für das Windkraftprojekt Morsbach.

Windkraftprojekt Morsbach: Da war doch mal was? Richtig: Eine Tochtergesellschaft der Firma Altus hatte im Januar 2015 Bauanträge für zwei Windräder gestellt, die auf Friesenhagener Seite an den Grenzen zu Reichshof und Morsbach gebaut werden sollten. Konkret hatten die Planer zwei Flächen westlich des Hofes Schönbach und südlich des Forsthauses Mohrenbach ins Auge gefasst.

damo Friesenhagen. Es sind zwei kleine, unscheinbare Löcher, mitten auf einer Weide im Wildenburger Land. Wäre direkt daneben kein Holzpflock in den Boden gerammt worden, würde man sie schlichtweg nicht entdecken. Und doch könnten sie erste Vorboten von Bauwerken sein, die man nicht mehr übersehen könnte: Die Löcher dienen der Voruntersuchung für das Windkraftprojekt Morsbach.

Windkraftprojekt Morsbach: Da war doch mal was? Richtig: Eine Tochtergesellschaft der Firma Altus hatte im Januar 2015 Bauanträge für zwei Windräder gestellt, die auf Friesenhagener Seite an den Grenzen zu Reichshof und Morsbach gebaut werden sollten. Konkret hatten die Planer zwei Flächen westlich des Hofes Schönbach und südlich des Forsthauses Mohrenbach ins Auge gefasst. Aber im Februar 2018 hatte die Altus-Tochter dann die Kreisverwaltung über das Ende des Projekts informiert: „Unter Bezugnahme auf die mit Vertretern der Bürgerinitiative geführten Gespräche teilen wir Ihnen mit, dass die Windpark Morsbach GmbH & Co. KG den vorbezeichneten Antrag auf Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb von zwei Windenergieanlagen in Friesenhagen nicht mehr weiterverfolgt und mit Schreiben vom 18. Februar 2018 zurückgenommen hat.“

So viel zur Vorgeschichte – denn jetzt zeigt sich, dass die Schublade, in der die Pläne im Februar 2018 gelandet sind, keineswegs fest verschlossen war.

„Ja, da gibt es wieder Aktivitäten“, bestätigt Sebastian Schirp auf Nachfrage der SZ. Er leitet bei der Firma Altus die Abteilung Fachplanung. „Die Pläne waren nicht ganz in der Schublade, sondern sind auf Sparflamme gelaufen“, sagt er.

Er ruft auch nochmal ins Gedächtnis, warum Altus damals den Bauantrag zurückgezogen habe: Man habe auf eine Fortschreibung des Landesentwicklungsplans reagiert – damals war festgelegt worden, dass pro Windpark mindestens drei Windenergieanlagen gebaut werden müssen. Weil der geplante Windpark Morsbach nur zwei Standorte umfasste, „war er nicht mehr genehmigungsfähig“.

Nun aber werde erneut geprüft, was gehe und was nicht, sagt Schirp: „Wir befinden uns in der Vorplanung.“ Und die Bohrlöcher seien der erste Schritt: Zuerst werde ausgelotet, ob dort ein Windmessmast errichtet werden kann. Dazu muss der Boden passen, denn der rund 100 Meter hohe Turm bleibt im Normalfall etwa ein Jahr stehen, und er wird mit Stahlseilen im Boden verankert.

Bislang musste nur der Grundeigentümer zustimmen – und weil das die Hatzfeldt’sche Verwaltung ist, hat Altus natürlich grünes Licht bekommen. Schließlich sind die Windparkpläne ja im Schloss Schönstein gereift. Dort äußerte sich Forstdirektor Dr. Franz Straubinger zu den aktuellen Arbeiten: Auch er bestätigte, dass es sich um einen temporären Messturm handele, der dazu diene, die Windhöffigkeit nachzuweisen. Zu Details könne er sich nicht äußern, sagte er und verwies an die Firma Altus. Er sicherte aber zu, mit offenen Karten zu spielen: „Das läuft alles transparent, wir wollen nichts verheimlichen.“

Zu einem transparenten Verfahren wird in einem nächsten Schritt auch gehören, einen Bauantrag für den Messturm zu stellen. Damit hat Altus im Wildenburger Land bislang keine guten Erfahrungen gemacht: Auch für den Windpark Steeg hätte das Unternehmen gerne einen Messturm errichtet – das war am Widerstand der Ortsgemeinde gescheitert. Am Ende musste Altus einen anderen Weg gehen, um an die gewünschten Daten zu kommen: Damals war der Wind laserbasiert vom Boden aus gemessen worden.

Noch liegt kein Bauantrag für den neuen Messturm bei Mohrenbach vor. Mehr noch: Friesenhagens Ortsbürgermeister Norbert Klaes hatte zwar von den Bohrlöchern gehört und sofort im Kreishaus nachgehakt – aber dass der Windpark Morsbach wieder ein Thema ist, hat er erst gestern im Gespräch mit der SZ erfahren. Aber: „Wir sind präpariert“, so Klaes mit Verweis auf den Fachanwalt, den die Gemeinde an Bord geholt hat. „Und es wird auch hier Widerstand geben.“

Davon darf man in der Tat ausgehen, schließlich hatte die BI Wildenburger im Februar 2018 das vermeintliche Ende des Windparks Morsbach sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen. Und an der ablehnenden Haltung der BI hat sich ebenso wenig geändert wie an ihren Argumenten gegen den Windpark. Und dass die BI die Schritte der Firma Altus mit Argusaugen verfolgt, steht ohnehin außer Frage: Schließlich war es die BI, der die Bohrlöcher nicht lange verborgen geblieben sind – so unscheinbar und klein sie auch sein mögen.

Das Thema Windkraft beschäftigt die Menschen im Wildenburger Land seit geraumer Zeit - jetzt wird ein längst erledigt geglaubtes Thema wieder aktuell: der Windpark Morsbach.
Ein Holzpflock und ein paar Bohrlöcher könnten die Vorboten von weit größeren Bauwerken sein: Das Projekt Windpark Morsbach ist plötzlich wieder aktuell.  Foto: BI
Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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