Große Nachfrage
Corona-Schnelltests in Kirchen: 99,9 Prozent sind negativ

Das mobile Schnelltestzentrum der Verbandsgemeinde Kirchen verzeichnet schon 4000 Tests. Erfreulich niedrig ist die Quote der positiven Ergebnisse: Nur einer von tausend Tests hat angeschlagen.
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  • Das mobile Schnelltestzentrum der Verbandsgemeinde Kirchen verzeichnet schon 4000 Tests. Erfreulich niedrig ist die Quote der positiven Ergebnisse: Nur einer von tausend Tests hat angeschlagen.
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damo Brachbach. Das ist mal eine positive Nachricht: 99,9 Prozent der Tests im mobilen Schnelltestzentrum der Verbandsgemeinde Kirchen sind negativ. Rein rechnerisch stecken die freiwilligen Helfer 999-mal ein Stäbchen ins Nasenloch, bis sie ein einziges Mal auf das Coronavirus stoßen. Das berichtete jetzt Steffen Kappes im Gespräch mit der SZ.

Am Dienstag ist der 4000. Test absolviert worden – und in gerade einmal vier Fällen musste der Getestete anschließend zum PCR-Test geschickt werden. „Und wir wissen noch nicht einmal, ob diese vier Fälle anschließend im Labor bestätigt worden sind“, sagt Kappes, der das Testzentrum leitet. Für ihn sprechen diese Zahlen eine klare Sprache: „Die Verbreitung ist bei uns relativ kompakt“ – bislang jedenfalls könne man nicht von einer Flut asymptomatischer Fälle sprechen.

Von Infizierten ohne Symptome gehen große Gefahren aus

Gerade von Infizierten ohne Symptome gehen große Gefahren aus: Werden sie nicht erkannt, ist das Risiko hoch, dass sie einen Rattenschwanz von Infektionen verursachen. „Wenn wir die Pandemie in den Griff bekommen wollen, dann geht das nicht, ohne asymptomatisch Erkrankte zu finden.“ Deshalb ist Kappes auch über die vier Infektionen, die bislang frühzeitig entdeckt worden konnten, froh: „Diese Leute hätten sonst wahrscheinlich gar nicht bemerkt, dass sie infiziert sind.“

Steffen Kappes leitet das mobile Schnelltestzentrum. Aber schon im vergangenen Frühjahr hat er im Dienste der Feuerwehr gegen die Pandemie gekämpft: Das Archivfoto zeigt ihn an der Fieberambulanz in Kirchen.
  • Steffen Kappes leitet das mobile Schnelltestzentrum. Aber schon im vergangenen Frühjahr hat er im Dienste der Feuerwehr gegen die Pandemie gekämpft: Das Archivfoto zeigt ihn an der Fieberambulanz in Kirchen.
  • Foto: SZ-Archiv
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Das Rausfischen von Infizierten ohne Symptome ist aber nur ein Ziel der Schnelltest-Zentren, die Verbandsgemeinde und Feuerwehr vor einigen Wochen auf die Beine gestellt haben. „Es geht vor allem um Sicherheit“, sagt Kappes. So sollen die Test unter anderem dafür sorgen, dass z. B. eine Gemeinderatssitzung nicht zum Spreader-Event wird. Vor allem aber bieten sie den Menschen bei dem Bisschen, was ihnen derzeit noch an sozialen Kontakten bleibt, ein gutes Gefühl: „Mich freut, dass viele, die zu uns kommen, die Sicherheit nicht nur für sich wollen. Viele gehen aus Solidarität zum Test, zum Beispiel, wenn die Familie nachmittags die Oma besuchen will.“

Große Nachfrage nach Corona-Schnelltests

Und die Nachfrage ist ungebrochen: Mittlerweile gibt es feste Testangebote in all den Ortsgemeinden, in denen sonst eben niemand mit Wattestäbchen hantieren würde. In Brachbach, Friesenhagen, Wingendorf und Harbach sind feste Zeiten eingerichtet worden – und schon nach wenigen Wochen sind weitere Termine dazugekommen. „Ich habe schon damit gerechnet, dass Bedarf besteht. Aber die Nachfrage ist wirklich sehr hoch. Und deshalb haben wir die Testzeiten deutlich aufgebohrt.“
Hinter den Testangeboten steht eine Heerschar von freiwilligen Helfern: 60 Menschen opfern einen Teil ihrer Freizeit, um ihren Beitrag im Kampf gegen die Pandemie zu leisten. Allein 40 von ihnen kommen aus den Reihen der Feuerwehr. Und die stellt einmal mehr unter Beweis, dass sie sich in Sachen Logistik nicht verstecken muss.

Corona-Schnelltests laufen über den Sommer weiter

Denn der Ablauf der Tests ist perfekt organisiert – so dauert es im Regelfall keine drei Minuten, bis Registrierung und Test erledigt sind. Und das Ergebnis kommt 20 Minuten später per SMS oder E-Mail. „Da ist innerhalb von wenigen Wochen eine Infrastruktur entstanden, die richtig gut funktioniert“, sagt Kappes.

Die wird wohl auch noch einige Zeit benötigt: Kappes geht stark davon aus, dass „wir den Sommer über weitermachen werden. Denn klar ist: Je mehr Freiheiten es für Getestete geben wird, desto größer wird die Nachfrage“. Gut zu wissen also, dass der Pool an Helfern groß genug ist – und dass die Freiwilligen ihren Dienst gerne verrichten: „Die Stimmung ist gut, weil jeder weiß, dass er etwas Vernünftiges macht. Und wir bekommen viel positives Feedback: Die Leute sind froh, dass wir das anbieten.“

Das mobile Schnelltestzentrum der Verbandsgemeinde Kirchen verzeichnet schon 4000 Tests. Erfreulich niedrig ist die Quote der positiven Ergebnisse: Nur einer von tausend Tests hat angeschlagen.
Steffen Kappes leitet das mobile Schnelltestzentrum. Aber schon im vergangenen Frühjahr hat er im Dienste der Feuerwehr gegen die Pandemie gekämpft: Das Archivfoto zeigt ihn an der Fieberambulanz in Kirchen.
Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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