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Freusburger Karnevals Keiler wollen durchstarten
Corona stoppt jüngsten Karnevalsverein FKK

Beim Karnevalszug in Wehbach konnten die Freusburger Karnevals Keiler bislang das einzige Mal glänzen. Trotz der 
Corona-Pause wirft man die närrische Flinte nichts ins Korn.
  • Beim Karnevalszug in Wehbach konnten die Freusburger Karnevals Keiler bislang das einzige Mal glänzen. Trotz der
    Corona-Pause wirft man die närrische Flinte nichts ins Korn.
  • Foto: Verein
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

thor Freusburg. Wer als Besucher eines Karnevalszuges im Nachhinein jammert, er habe nichts zu trinken bekommen, der hat Grundlegendes falsch gemacht. Aus eigentlich jeder Fußgruppe und von fast jedem Wagen aus erfolgt die Versorgung mit mehr oder wenigem Hochprozentigem – und besonders gut klappt das Jahr für Jahr in Wehbach. Im Februar wurde den Narren dort noch eine üppige Grundlage serviert. Und nein, wir reden hier nicht von Kamelle. Kein Geringerer als Freusburgs Star Achim Peter kredenzte feinste Wurstwaren samt „Wurschtebrüh“.
Karneval im Februar die letzte große FeierWas für ein Debüt: Zum ersten Mal hatten sich an diesem Tag die Freusburger Karnevals Keiler in die Öffentlichkeit gewagt. Mit eigenem Mottowagen und 30-köpfigem Team.

thor Freusburg. Wer als Besucher eines Karnevalszuges im Nachhinein jammert, er habe nichts zu trinken bekommen, der hat Grundlegendes falsch gemacht. Aus eigentlich jeder Fußgruppe und von fast jedem Wagen aus erfolgt die Versorgung mit mehr oder wenigem Hochprozentigem – und besonders gut klappt das Jahr für Jahr in Wehbach. Im Februar wurde den Narren dort noch eine üppige Grundlage serviert. Und nein, wir reden hier nicht von Kamelle. Kein Geringerer als Freusburgs Star Achim Peter kredenzte feinste Wurstwaren samt „Wurschtebrüh“.

Karneval im Februar die letzte große Feier

Was für ein Debüt: Zum ersten Mal hatten sich an diesem Tag die Freusburger Karnevals Keiler in die Öffentlichkeit gewagt. Mit eigenem Mottowagen und 30-köpfigem Team. Dabei war der Verein erst kurz zuvor gegründet worden. Allein deshalb hätte die Premiere deutlich besseres Wetter verdient. Doch der Siegerländer Landregen sollte nichts im Vergleich zu dem sein, was da kurze Zeit später kommen sollte. Der Karneval 2020 ist bis jetzt die letzte große Feier gewesen. Ergo: Kaum waren die Keiler aus dem unteren Giebelwald aufgetaucht, da mussten sie genau dort wieder vor dem Coronavirus in Deckung gehen.

Warten auf den Neustart

Selten dürfte ein neuer Verein so schnell ausgebremst worden sein. Doch die gute Nachricht: Die Freusburger haben sich nicht direkt wieder aufgelöst – was sogar verständlich gewesen wäre –, sondern warten geduldig auf den Neustart des öffentlichen Lebens und damit ihre Chance, den Karneval in der Region noch ein bisschen bunter zu machen. Dabei war Freusburg in den vergangenen Jahren schon eine echte Hochburg der Narretei: Die großen Sitzungen der Tanz- und Theatergruppe der kfd waren weit über das Burgdorf hinaus bekannt, doch mussten die Damen im vergangenen Jahr einen Schlussstrich ziehen – der immense Aufwand war nicht mehr zu stemmen. Aber die Gründung der Keiler hat nichts mit dem Aus des kfd-Karnevals zu tun: „Das war völlig unabhängig voneinander“, sagt Pascal Stolz, 1. Vorsitzende des Vereins. Zusammen mit Präsident Markus Streit steht er an der Spitze.
Der erste Gedanke an einen eigenen Verein sei vor genau einem Jahr bei einer privaten Feier aufgekommen, erzählt Stolz. Denn mit Torsten Strüder war (und ist noch) ein Freusburger Prinz beim KV Wehbach. Gemeinsam habe man dann die Proklamation der KG Brachbach besucht. Und in der gleichen Nacht war die Entscheidung gefallen. Am 27. Dezember traf man sich zu acht zur Gründungsversammlung und erstellte eine Satzung. Es folgte die übliche Bürokratie, bis sich die Keiler das e. V. anheften durften.

Das Kürzel der Keiler: FKK

Der Name ist schnell erklärt: „FKK – dieses Kürzel wollten wir unbedingt haben“, erklärt der Vorsitzende. Statt des Klubs sind es die Keiler geworden, passend zum Freusburger Wappen. Und auch der Schlachtruf war schnell geklärt: „He simmä.“
„Wir haben in den ersten zwei Monaten rund 50 Anmeldungen geholt“, berichtet Stolz von dem großen Interesse am neuen Verein. Nicht nur aus Freusburg, sondern auch aus Betzdorf oder Schutzbach trudelten Mitgliedsanträge ein. Das erste große Ziel: mit einem eigenen Wagen am Wehbacher Zug teilnehmen. „Das war für uns aufgrund der knappen Zeit natürlich sehr sportlich, das Ergebnis aber war bombastisch“, macht Stolz seinem Namen alle Ehre. Dank der Unterstützung der Fa. Gerüstbau Scholz, deren Halle man habe nutzen können, sei alles rechtzeitig fertig geworden. Große Freude herrschte über das Feedback aus Wehbach: „Wir sind da sehr, sehr, sehr gut angekommen.“ Nun ja, bei den Würsten.
Bei der Rathausstürmung in Kirchen am Rosenmontag zeigte sich, dass die Freusburger bereits fest ins närrische Treiben integriert sind. Stolz ist voll des Lobes über die Unterstützung aus den anderen Vereinen: „Da gibt es keinen Konkurrenzkampf, jeder hat uns Hilfe angeboten.“

Teil der Vereinslandschaft

Auch die Keiler selbst verstehen sich gerade in Freusburg als Teil der dörflichen Vereinslandschaft und bieten, wo immer gewünscht und erforderlich, ihre Unterstützung an. Der Verein wollte eigentlich nach Aschermittwoch nicht in den Dornröschenschlaf verfallen und im Jahresverlauf Aktionen wie eine „Wurstwanderung“ anbieten. Die fiel wie alles andere auch den Einschränkungen zum Opfer.
Doch die Truppe ist fest entschlossen, sobald wie möglich wieder durchzustarten, auch wenn das erst 2022 ist. Dabei muss man den Freusburgern hoch anrechnen, dass sie auf dem Boden bleiben. Alles soll sich langsam entwickeln. Daher ist im nächsten Jahr auch keine Proklamation geplant – was sich jederzeit ändern kann, wenn jemand „hier“ schreit und neuer Herrscher auf der Freusburg werden will. Für 2022 ist sogar wieder eine Karnevalsparty im Bürgerhaus geplant. Dabei weiß Stolz ganz genau, wie hoch die Messlatte der kfd liegt. Und überhaupt: Eine Martina Stausberg und eine Katja Petry kann man nicht kopieren.
„Wir planen eine deutlich abgespeckte Version, so etwas können wir gar nicht“, betont der Vorsitzende. Eine Feier, vielleicht mit einer Büttenrede und Gastauftritten von Tanzgruppen befreundeter Vereine. Das wäre schon ein schöner Anfang. Auf dass Freusburg wieder zu einem bunten Fleck auf der Landkarte des heimischen Karnevals wird.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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